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Rangelei unter Kollegen rechtfertigt keine fristlose Kündigung

Wer jemand seinen Kollegen, der ihn verpfeifen möchte, am Kragen packt, darf ihm deshalb nicht gleich fristlos gekündigt werden.
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Dietmar Fund

Grundsätzlich können Handgreiflichkeiten unter Kollegen zwar einen Kündigungsgrund darstellen, doch kommt es dabei auf die Intensität an. Diesen Grundsatz betonte das Landesarbeitsgericht Hamm in einem Urteil mit dem Aktenzeichen 13 Sa 576/15, auf den die Deutsche Anwaltshotline hinweist.

In dem verhandelten Fall hatte ein Arbeitgeber einem Mitarbeiter fristlos gekündigt, nachdem ihm bekannt geworden war, dass er einen Kollegen am Kragen gepackt und bedroht hatte. Der Kollege hatte ihn auf ein Fehlverhalten hingewiesen und ihm gesagt, er werde ihn im Wiederholungsfall melden. Der beschuldigte Mitarbeiter war zuvor bereits wegen aggressiven Verhaltens und wegen Unpünktlichkeit abgemahnt worden. Gegen die fristlose Kündigung setzte er sich zur Wehr.

Das Landesarbeitsgericht erklärte die fristlose Kündigung für unwirksam, weil der Angriff im Verhältnis zu anderen denkbaren Tätlichkeiten wenig intensiv abgelaufen sei. Dem Mann kam auch zugute, dass er seiner Frau und zwei Kindern gegenüber unterhaltspflichtig ist. Laut der Deutschen Anwaltshotline wäre in einem solchen Fall höchstens eine fristgemäße Kündigung denkbar, wenn der Beschuldigte bereits vorher wegen eines solchen Verhaltens abgemahnt worden ist. Die Abmahnungen in diesem Fall seien aber für die fristlose Kündigung irrelevant.

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