Münchner Taxi-Gewerbe warnt vor Existenzkrise durch Uber & Co.

250 Taxiunternehmen mit 6.000 Beschäftigten kämpfen mit Verlusten. Sozialversicherungsbetrug im Millionenbereich und fehlende Mindestpreise verschärfen die Lage. Die Branche fordert gleiche Regeln für alle Anbieter.

Taxi-Demonstration in München Ende April: Fahrerinnen und Fahrer protestierten gegen ungleiche Wettbewerbsbedingungen und forderten auch an diesem Tag die Einführung von Mindestpreisen für Mietwagenanbieter. | Foto: H.J. Götz
Taxi-Demonstration in München Ende April: Fahrerinnen und Fahrer protestierten gegen ungleiche Wettbewerbsbedingungen und forderten auch an diesem Tag die Einführung von Mindestpreisen für Mietwagenanbieter. | Foto: H.J. Götz

Das Münchner Taxi-Gewerbe macht anlässlich der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in München auf seine wirtschaftliche Notlage aufmerksam. Vertreter der Branche haben zwei Brandbriefe an die Präsidentin des Verbands der Automobilindustrie (VDA), Hildegard Müller, sowie an Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter übergeben. Zusätzlich ist eine Demonstration mit Taxis rund um die Open-Spaces der Messe geplant.

Forderung nach Mindestentgelten

Im Mittelpunkt der Kritik steht die Entscheidung des Münchner Stadtrats vom 30. Juli 2025, gegen die Einführung von Mindestbeförderungsentgelten für Mietwagenanbieter wie Uber und Bolt zu stimmen. Das Taxi-Gewerbe fordert weiterhin die Einführung solcher Entgelte, um gleiche Wettbewerbsbedingungen zu schaffen. Außerdem verlangt es konsequente Kontrollen und die Durchsetzung bestehender Regelungen.

Kritik an Wettbewerbsbedingungen

Nach Angaben der Verbände verdrängen plattformbasierte Anbieter Taxiunternehmen zunehmend vom Markt. Mehr als zwei Drittel der Mietwagenbetriebe mit Plattformanbindung hätten ihren Betriebssitz außerhalb Münchens und zahlten daher keine Gewerbesteuer in der Stadt. Der Zoll und die örtlichen Aufsichtsbehörden gehen zudem von einem jährlichen Sozialversicherungsbetrug in Höhe von über 20 Millionen Euro durch Mietwagenbetriebe in München aus.

Wirtschaftliche Lage der Taxiunternehmen

Die wirtschaftliche Situation der Taxiunternehmen in der bayerischen Landeshauptstadt ist angespannt. Rund 250 Betriebe mit etwa 6.000 sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten seien betroffen. Nach Angaben der Branche habe kein Unternehmen in den ersten acht Monaten des Jahres 2025 Gewinne erzielen können. Viele Fahrerinnen und Fahrer stünden vor existenziellen Problemen.

Bedeutung für die Automobilindustrie

Das Taxi-Gewerbe verweist zudem auf seine Rolle als Abnehmer von Fahrzeugen. Mit bundesweit über 50.000 regelmäßig erneuerten Fahrzeugen gilt die Branche als wichtiger Partner für zahlreiche Hersteller. Die Verbände sehen diese Position jedoch durch die aktuellen politischen Entscheidungen gefährdet.

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