ADAC entdeckt die Mobilität im ländlichen Raum

Der Autoclub hat ein paar Empfehlungen formuliert, die auch das Taxi-Gewerbe tangieren.
Der ADAC denkt nicht nur an bedarfsgerechte Linienersatzverkehre wie den Variobus hier, sondern auch an Bürgerbusse und Mitfahr-Angebote. (Foto: Dietmar Fund)
Der ADAC denkt nicht nur an bedarfsgerechte Linienersatzverkehre wie den Variobus hier, sondern auch an Bürgerbusse und Mitfahr-Angebote. (Foto: Dietmar Fund)
Eine Stärkung flexibler Bedienformen wie Anruf-Sammel-Taxis im öffentlichen Nahverkehr einerseits und eine Förderung „privater oder auch gewerblicher Mitnahmeverkehre“ andererseits zählen zu den Empfehlungen, die der ADAC in einem „Positionspapier“ veröffentlicht hat. Es trägt den Titel „Mobilitätssicherung im ländlichen Raum“ und umfasst 15 DIN A4-Seiten.

In den Empfehlungen steht, dass Bürgerbusse und andere ehrenamtlich organisierte Verkehrsangebote wie etwa Seniorenfahrservices eine „geeignete Mobilitätsoption“ in ländlichen Räumen seien. Sie sollten zukünftig durch Marketingmaßnahmen und die Vernetzung mit dem öffentlichen Verkehr gestärkt werden. Zusätzlich sollten private oder auch gewerbliche Mitnahmeverkehre den öffentlichen Verkehr ergänzen oder ihn sogar ersetzen.

Besser als das dürfte dem mobilen Gewerbe gefallen, dass der Club auch schreibt, das Taxi könne gerade in Schwachlastzeiten im Vergleich zu den flexiblen Bedienformen eine „volkswirtschaftlich günstigere Mobilitätsoption zur Flächenerschließung darstellen“. Hierzu seien Abrechnungsverfahren nötig, die die anfallenden Kosten der Taxitarife in angemessener Weise dem Nutzer und dem Aufgabenträger des öffentlichen Verkehrs zurechneten. Der ADAC denkt also an eine Subvention von Taxifahrten durch öffentliche Gelder. Interessant ist auch der Vorschlag, die Gesundheitsbranche zur Finanzierung von Fahrten heranzuziehen, anstatt an „rollende Arztpraxen“ zu denken.

Die Empfehlungen gehen auf zwei Studien zurück. Die eine konzentrierte sich auf die Mobilität älterer Bürger und stellte unter anderem fest, dass sie für Arztbesuche oder Ausflüge unerwartet häufig Taxis nutzen. Die zweite Studie war breiter angelegt und wurde 2016 abgeschlossen.

Die Studie kann im Downloadbereich unterhalb dieser Meldung heruntergeladen werden.

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