Taxi-Buchung künftig direkt in Nahverkehrs-Apps möglich

Ein bundesweiter Datenstandard ermöglicht die Integration von Taxi- und Mietwagenfahrten in intermodale Reiseketten. Auch digitale Krankenfahrten und Leitstellen-Disponenten sollen profitieren.

Symbolbild: Der neue Datenstandard soll Taxi- und Mietwagenangebote technisch mit bestehenden Nahverkehrsplattformen verknüpfen und intermodale Reiseketten ermöglichen. | Foto: KI-generiert
Symbolbild: Der neue Datenstandard soll Taxi- und Mietwagenangebote technisch mit bestehenden Nahverkehrsplattformen verknüpfen und intermodale Reiseketten ermöglichen. | Foto: KI-generiert

Rund 80 Prozent der Smartphone-Nutzer in Deutschland haben mindestens eine Nahverkehrs-App installiert, jedoch bislang ohne integrierte Taxi-Buchung. Das soll sich mit dem neuen Datenstandard 101 des Mobilitätsverbandes VSPV ändern. Nach Angaben des Verbandes handelt es sich um das erste bundesweit einheitliche Datenmodell, das Taxi, Mietwagen, On-Demand-Verkehre und Krankenfahrten so beschreibt, dass sie in bestehende Auskunfts- und Buchungssysteme des öffentlichen Personennahverkehrs integriert werden können. Die Verabschiedung als Version 1.0 ist für 2026 vorgesehen.

Technische Grundlage auf Basis von NeTEx

Der Standard 101 basiert auf dem europäischen NeTEx-Standard und führt erstmals sämtliche Bedienformen des Gelegenheitsverkehrs in einem technischen Modell zusammen. Dazu zählen Taxi nach § 47 Personenbeförderungsgesetz, Mietwagen nach § 49 Personenbeförderungsgesetz sowie On-Demand-Verkehre nach § 42 und § 44a Personenbeförderungsgesetz. Auch Krankenfahrten sind Bestandteil des Modells.

Ziel ist es, Taxi- und Mietwagenfahrten als gleichberechtigte Elemente neben Bus und Bahn in den Apps der Verkehrsverbünde sichtbar und buchbar zu machen. Fahrgäste sollen ihre gesamte Reisekette, einschließlich intermodaler Verbindungen, innerhalb einer Anwendung planen und buchen können.

Digitale Prozesse für Krankenfahrten

Ein weiterer Anwendungsbereich betrifft die digitale Organisation von Krankenfahrten. Krankenhäuser, niedergelassene Ärzte und Versicherte sollen Fahrten elektronisch buchen können. Die Abrechnung mit Krankenkassen und anderen Kostenträgern soll automatisiert im Hintergrund erfolgen.

Zudem ermöglicht der Standard nach Verbandsangaben die standardisierte Disposition niedrigschwelliger Beförderungsmittel wie Liegemietwagen und Behindertentransportwagen über eine einheitliche Schnittstelle für Rettungsleitstellen.

Drei Integrationsstufen vorgesehen

Der Standard definiert drei Integrationsstufen: von der reinen Sichtbarkeit in Auskunftssystemen über die Einbindung von Buchungslinks bis hin zur vollständigen Tiefenintegration mit nahtloser Buchung und Echtzeitdisposition. Unternehmen und Verkehrsverbünde können die Integration schrittweise umsetzen.

Bundesprojekt entwickelt Adapter

Parallel wird der VSPV assoziierter Partner im Bundesprojekt ODIN-MP. Das Vorhaben wird vom Bund mit 1,6 Millionen Euro gefördert und ist Teil des mFUND-Programms mit einem Gesamtvolumen von 3 Millionen Euro. Die Laufzeit ist bis 2027 angesetzt.

ODIN-MP entwickelt einen bundesweit einsetzbaren Adapter, der On-Demand- und Gelegenheitsverkehrssysteme über die DELFI-Integrationsplattform mit den ÖPNV-Apps der Verkehrsverbünde verbindet. Erste Demonstratoren entstehen in der Region Berlin-Brandenburg sowie im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr. Der Geschäftsführer des VSPV, Sascha Waltemate, ist in die Projektgremien eingebunden. Damit erhält der gewerbliche Personenverkehr nach Verbandsangaben eine institutionelle Vertretung bei der Entwicklung technischer Standards für künftige Mobilitätsplattformen. (Quelle: wallstreet online, DLR, VSPV)

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