50 Jahre Taxi-Holl: Vom Einwagenbetrieb zur regionalen Holl AG
Die Holl AG mit Sitz in Gaggenau feiert ihr 50-jähriges Bestehen. Der 1976 gegründete Taxibetrieb hat sich nach Unternehmensangaben von einem Einwagenunternehmen zu einem regionalen Mobilitätsanbieter mit rund 230 Mitarbeitenden und etwa 80 Fahrzeugen entwickelt. Heute ist das Familienunternehmen an mehreren Standorten in Baden-Württemberg aktiv.
Historische Wurzeln in Gaggenau
Die Geschichte der motorisierten Taximobilität in Gaggenau reicht nach Unternehmensangaben bis ins 19. Jahrhundert zurück. Bereits 1895 sei mit dem Modell „Orient-Express“ aus der Bergmannschen Automobilfabrik in Gaggenau eines der ersten Londoner Taxis mit Benzinmotor gefertigt worden. Vor diesem Hintergrund habe auch die Entwicklung von Taxi-Holl begonnen.
1972 gründete Edeltraud Holl im elterlichen Betrieb Emil Ball OHG ein Taxiunternehmen. 1976 wurde der Taxibetrieb ausgegliedert und firmierte fortan als Taxi-Holl Edeltraud Holl. Seit 2018 tritt das Unternehmen als Holl AG auf.
Wachstum in der Region
Heute ist der Anbieter in Karlsruhe, Baden-Baden, Rastatt, Gaggenau, Gernsbach, Bretten, Oberderdingen sowie im Enzkreis präsent. Seit 2019 sind zudem 20 Taxis in Karlsruhe im Einsatz. Neben klassischen Taxifahrten bietet das Unternehmen unter anderem Rollstuhltaxis, Sammelverkehre als Ergänzung zum öffentlichen Personennahverkehr, Shuttle- und Flughafentransfers sowie Ride-Pooling- und RufTaxi-Angebote an. Darüber hinaus ist die Gruppe auch im Limousinen- und Reisebusgeschäft tätig.
Digitalisierung früh umgesetzt
Bereits 1986 führte der Betrieb nach eigenen Angaben eine Softwarelösung zur digitalen Vermittlung ein. Zu Beginn der 2000er Jahre wurde die gesamte Flotte mit GPS-Technologie ausgestattet. Dies habe die Disposition effizienter und transparenter gestaltet.
Im Jahr 2001 nahm das erste Rollstuhlfahrzeug den Betrieb auf. Seit 2016 stellt das Unternehmen seine Flotte schrittweise auf elektrische Antriebe um. Derzeit verfügen rund 55 der etwa 80 Fahrzeuge über einen alternativen Antrieb.
Kundinnen und Kunden können Fahrten telefonisch rund um die Uhr buchen oder digitale Angebote nutzen. Dazu zählen eine eigene App mit Tracking-Funktion, bargeldlose Zahlung, QR-Code-Buchungen bei Veranstaltungen sowie die Taxibestellung per WhatsApp, die seit dem vergangenen Jahr in Karlsruhe und Baden-Baden verfügbar ist.
Familienunternehmen in dritter Generation
Die operative Verantwortung liegt heute bei Dirk Holl als Vorstand. Sebastian Holl fungiert als Vorsitzender des Aufsichtsrates, Romy Holl ist als Prokuristin tätig. Damit ist das Unternehmen in dritter Generation familiengeführt. Gemeinsam mit rund 230 Mitarbeitenden im Fahrdienst, in Werkstätten, Verwaltung und Ausbildung erbringt die Gruppe ihre Dienstleistungen.
Branchenumfeld bleibt angespannt
Nach Unternehmensangaben sieht sich das Taxigewerbe mit nicht kostendeckenden Tarifen, wachsendem Wettbewerbsdruck durch Plattformanbieter sowie hohen Investitionskosten für Elektromobilität konfrontiert. Die Holl AG bringe sich daher in Gespräche mit Politik und Kommunen ein, um tragfähige Rahmenbedingungen für die Branche zu schaffen. (Quelle: Holl AG)
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