Elektrotaxis: Der Kia EV6 kommt beim Laden am schnellsten weg

Beim schnellen Laden ist nicht nur die maximale Ladeleistung des Elektrofahrzeugs wichtig, sondern auch seine Ladekurve. Das betont der dritte Charging-Index der Unternehmensberatung P3 Group.

Der Kia EV6 ließ sich am schnellsten laden. Gemessen wurde jeweils die Aufladung von 10 auf 80 Prozent.
Der Kia EV6 ließ sich am schnellsten laden. Gemessen wurde jeweils die Aufladung von 10 auf 80 Prozent.
Dietmar Fund

Viele Elektrofahrzeuge können heute mit mehr als 100 oder 150 kW und sogar mit bis zu 270 kW an Gleichstrom-Ladesäulen schnell laden. Weil sie aber ihre maximale Ladeleistung nur bei relativ leerer und vorkonditionierter Batterie erreichen und sie über eine relativ kurze Zeitspanne halten, sagt dieser Wert zu wenig über die Ladegeschwindigkeit aus, die in der Praxis erreicht werden kann. Zu diesem Schluss ist das Stuttgarter Beratungsunternehmer P3 Charging in Zusammenhang mit dem Portal electrive.net bei der dritten Auflage seines P3 Charging-Index gekommen.

Die beiden Partner ermittelten die nötige Zeit, um echte Reichweite nachzuladen. Dazu verglichen sie die beim ADAC Ecotest ermittelten Verbrauchswerte verschiedener schnellladefähiger Elektrofahrzeuge mit deren Ladekurven. Sie luden alle bis auf die Modelle von Tesla an Ladesäulen desselben Herstellers mit einer maximalen Ladeleistung von 350 kW. Da Tesla-Modelle nur an Tesla-Ladesäulen die volle Ladeleistung abrufen können, wurden deren Wert an Superchargern ermittelt.

Neben 11 neuen Fahrzeugen wurden 10 weitere berücksichtigt, die schon bei den früheren Ausgaben mit dabei gewesen waren und deren Ladekurven zwischenzeitlich teilweise aktualisiert worden sind. Da auf Testfahrzeuge der Hersteller zurückgegriffen wurde, die nicht von allen Herstellern zu bekommen waren, fehlt zum Beispiel der Ford Mustang Mach-E. Die Fahrzeuge wurden erstmals in drei Fahrzeugkategorien eingeteilt: die Oberklasse mit einem BAFA-Nettolistenpreis ab 65.000 Euro, die Mittelklasse mit einem BAFA-Nettolistenpreis über 35.000 Euro und höchstens 65.000 Euro sowie die Kompaktklasse mit einem BAFA-Nettolistenpreis von bis zu 35.000 Euro.

Über alle Klassen hinweg lag der Kia EV6 mit Heckantrieb und großer Batterie vorn. In der Oberklasse landete der Audi e-tron 55 quattro als typischer Mietwagen auf dem fünften Platz. In der für das Taxi- und Mietwagen-Gewerbe relevanten Mittelklasse lag das Schwestermodell des Kia EV6, der Hyundai ioniq 5, fast gleichauf. Nur auf dem vierten Platz landete das Tesla Model 3 Long Range, das sich in der Taxibranche inzwischen einer gewissen Beliebtheit erfreut. Der Polestar 2 mit Heckantrieb und großer Batterie kann mit seinem Verbrauch seine „eher durchschnittliche“ Ladeleistung gut kompensieren. Das Tesla Model Y liegt etwas schlechter, aber immer noch vor dem VW ID.4, der individuell als Taxi konfiguriert werden kann.

In der Kompaktklasse wurden die als Taxi oder Mietwagen bestellbaren Modelle Kia e-Soul und Kia e-Niro nicht berücksichtigt. Die dort aufgeführten sechs Modelle sind nicht mit Taxi- oder Mietwagen-Ausrüstungen erhältlich.

Interessierte Leserinnen und Leser können sich in die Feinheiten des dritten Charging Indexes vertiefen, wenn sie ihn als pdf-Datei im Download-Bereich dieser Meldung herunterladen.

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