Bei der E-Taxi-Förderung ist vieles im Fluss

Im Herbst soll eine Bundesförderung für private und betriebliche Ladeinfrastruktur kommen und die Telekom plant Hilfestellungen für umsteigewillige Taxibetriebe. Das war beim letzten Webinar des Bundesverbandes Taxi und Mietwagen zu erfahren.

Mit dem Thema Fördermöglichkeiten rundete der Bundesverband Taxi und Mietwagen seine Webinar-Reihe ab, die Katja Diehl moderiert hat. (Abb.: Bundesverband Taxi und Mietwagen)
Mit dem Thema Fördermöglichkeiten rundete der Bundesverband Taxi und Mietwagen seine Webinar-Reihe ab, die Katja Diehl moderiert hat. (Abb.: Bundesverband Taxi und Mietwagen)
Dietmar Fund

Flankierend zur Förderung von Elektrotaxis und –Mietwagen durch das Bundeswirtschaftsministerium fördert das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) neben Fahrzeugen mit Brennstoffzellen auch Ladeinfrastruktur für das Normalladen mit Wechselstrom und das Schnellladen mit Gleichstrom. Bislang war sie nur förderfähig, wenn die Ladepunkte 24 Stunden pro Tag öffentlich zugänglich waren, doch im Herbst soll ein Förderprogramm für private und gewerbliche Ladeinfrastruktur zum Beispiel an Betriebshöfen folgen. Das kündigte Jürgen Papajewski am 27. Juli 2020 beim letzten von insgesamt vier Webinaren des Bundesverbandes Taxi und Mietwagen e.V. an.

Papajewski, der das Referat Elektromobilität, Lade- und Wasserstoff-Infrastruktur im BMVI leitet, schärfte den Teilnehmern ein, dass sie zuerst einen Förderantrag stellen müssen und erst nach dessen Bewilligung mit der Umsetzung starten dürfen. Sonst gehe das Ministerium davon aus, dass sie ihr Projekt auch ohne Fördergelder stemmen könnten. Außerdem empfahl der Fachmann des BMVI, den Newsletter der vom Ministerium mit der Umsetzung beauftragten Programmgesellschaft NOW GmbH zu abonnieren. Er informiere über die neuesten Förderaufrufe. Empfehlenswert seien auch Informationen auf der Homepage des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).

Auch Soloselbständige könnten die Innovationsprämie beantragen, erklärte Papajewski auf Nachfrage. Für die nächsten Jahre stünden vier Milliarden Euro für den Aufbau von Ladeinfrastruktur zur Verfügung, wobei der Trend immer mehr in Richtung Schnellladung gehe. Inzwischen seien öffentlich zugängliche Ladepunkte auch förderfähig, wenn sie nicht den ganzen Tag zur Verfügung stünden.

Das Gleichstrom-Schnellladen stellte auch Christian Meyer vom Sponsor Telekom heraus. Er berichtete erneut von einem Hamburger Projekt, das Taxlern Schnellladestationen zur Verfügung stellen möchte. Sie sollen reservierbar werden. Parallel dazu werde es nun aufbauend auf den Erkenntnissen der Webinare einen Workshop mit Taxiunternehmern zum Thema Wallboxen geben. Anschließend sei geplant, über Servicetechniker einen Vor-Ort-Check samt Auswahl einer Wallbox und der Beratung über Fördermöglichkeiten anzubieten und den Taxiunternehmern damit Entscheidungsgrundlagen zu liefern. „Sobald wir das für Hamburg haben, wollen wir es auf das Bundesgebiet ausdehnen“, kündigte Meyer an. Von Zuschüssen für den Strom sei ihm nichts bekannt, sagte Meyer abschließend auf eine Frage eines Teilnehmers.

Gregor Beiner, Geschäftsführer des Elektrotaxi-Pioniers mtz münchner taxi zentrum, ergänzte die Förder-Infos um die Gelder, mit denen die Stadt München Elektrotaxis fördert. Da sie dies über einen bestimmten Cent-Betrag pro Besetzkilometer über drei Jahre hinweg tut, wollte ein Teilnehmer wissen, wie man diese Förderung in Corona-Zeiten überhaupt kalkulieren könne. Beiner berichtete dazu, dass die Stadt München nach Gesprächen ihren Förderzeitraum wegen der Corona-Pandemie von drei auf vier Jahre ausgedehnt habe.

Zu etwaigen Förderprogrammen auf Landesebene war beim Webinar nichts zu erfahren. Über sie werden sich interessierte Taxi- und Mietwagenunternehmer ebenso regional informieren müssen wie über Fördermöglichkeiten seitens der Energieversorger.

Einen ausführlichen Bericht über die Auftaktveranstaltung und die nachfolgenden drei Webinare mit inhaltlichen Schwerpunkten lesen Sie in der Oktober-Ausgabe von taxi heute.

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