Taxi-Bundesverband lässt Funken überspringen

Mit einer Auftaktveranstaltung in Form eines Webinars am 6. Juli hat der Bundesverband Taxi und Mietwagen skizziert, welche Gesichtspunkte bei der Elektrifizierung von Taxis in drei weiteren Webinaren zur Sprache kommen sollen.

Ein solches Bildschirmbild haben die Teilnehmer der kostenlosen Webinare vor sich. Hier sind die Referenten der Auftaktveranstaltung zu sehen. (Abb.: Bundesverband Taxi und Mietwagen e.V.)
Ein solches Bildschirmbild haben die Teilnehmer der kostenlosen Webinare vor sich. Hier sind die Referenten der Auftaktveranstaltung zu sehen. (Abb.: Bundesverband Taxi und Mietwagen e.V.)
Dietmar Fund

Unter dem Motto „Let´s Talk Electric“ hat der Bundesverband Taxi und Mietwagen e.V. am 6. Juli 2020 mit Unterstützung der Telekom eine vierteilige Webinar-Reihe gestartet. Moderiert von Katja Diehl schilderte Michael Oppermann, Geschäftsführer des Bundesverbandes, die Elektrifizierung als zusätzliche Herausforderung in einer schweren Zeit. Die Reichweite von Elektrotaxis und deren Wirtschaftlichkeit sah er als Hürden für einen schnellen Einstieg an. Allerdings könnten die Kommunen bald Anforderungen an die Emissionen von Taxis und Mietwagen stellen.

Das bekräftigte Dirk Ritter, der seit 15 Jahren in der Gewerbeaufsicht der Freien und Hansestadt Hamburg intensiv mit der Taxi-Branche zusammenarbeitet – seit neuestem in der Behörde Verkehr und Mobilitätswende unter Führung eines Senators der Grünen. Er sagte, neue Anforderungen kämen auf alle Mobilitätsanbieter zu, das Taxi-Gewerbe werde da nicht ausgenommen. Daher gebe es bereits eine Arbeitsgruppe, die sich mit Elektrotaxis beschäftige und für die der Strompreis derzeit der größte Abschreckungsfaktor sei.

In dieser Hamburger Arbeitsgruppe zu Elektrotaxis arbeitet auch die Telekom mit, wie deren Taxi-Kontakter Christian Meyer berichtete. Er sagte, Themen der Telekom seien die Ladeinfrastruktur sowie die Vermittlung und Reservierung von Ladeplätzen. In Hamburg sollten flächendeckend Gleichstrom-Schnellladestationen an Vermittlungsstationen mit Parkplätzen in der Nähe von Taxi-Brennpunkten eingerichtet und speziell für Taxis reserviert werden. Bundesweit betreibe die Telekom schon 130 Schnellladestationen, deren Zahl bis zum Jahresende auf 160 steigen solle. Für Taxiunternehmer wolle das Unternehmen auch Wallboxen für das Laden zu Hause oder am Betriebssitz samt vorhergehender Installationsberatung anbieten.

Justyna Wladarz vom Umweltverband NABU bezeichnete das Elektroauto als die ökologischste Variante für Taxis, weil sie solch hohe Fahrleistungen hätten. Schon ab 60.000 Kilometern sei ein Elektroauto gemessen am Kohlendioxid-Ausstoß samt der Fertigung ökologischer als eines mit Dieselantrieb.

Dennis Klusmeier, Vorstandsmitglied des Taxi-Bundesverbandes, Düsseldorfer Zentralen-Chef und Taxiunternehmer mit einer Konzession, zeigte sich bezüglich der Batterie-Lebensdauer sehr skeptisch. Er sagte, es sehe zwar so aus, als seien Elektrotaxis wirtschaftlich zu betreiben, aber bewiesen sei das noch nicht. Er forderte Branchenkollegen dazu auf, das Webinar kritisch zu begleiten und auch ihre Ängste und Vorbehalte zu formulieren.

Das taten auch schon die ersten Teilnehmer, die über ein Werkzeug-Feld am rechten oberen Rand ihres Bildschirms Fragen eingeben konnten. Sie sollen an den nächsten drei Montagen aufgegriffen werden, an denen es jeweils ab 9 Uhr um Elektrotaxis, um die Ladeinfrastruktur und um die Förderung von beidem geht. Dazu abmelden kann man sich über die Homepage des Bundesverbandes Taxi und Mietwagen.

Maximal 500 Teilnehmer können sich dafür anmelden - entweder für einzelne Termine oder gleich für alle drei. Sie bekommen dann eine Rückmeldung und am Veranstaltungstag rechtzeitig eine Erinnerung mit dem Link, über den sie sich zuschalten können. Beim Auftakt am 6. Juli waren gut 100 Teilnehmer online mit dabei.

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