LADE one: Skalierbares AC-System soll bidirektionales Laden in die Breite bringen

Der Mainzer Spezialist entwickelte ein System für die wirtschaftliche Umsetzung großer E-Ladeparks und wirbt mit minimalem Installationsaufwand dank neuartiger Systemarchitektur und einem integrierten Energiemanagement für effizienten Betrieb. 

Das schlanke System setzt auf eine leichte Integrier- und Skalierbarkeit. | Foto: Lade
Das schlanke System setzt auf eine leichte Integrier- und Skalierbarkeit. | Foto: Lade
(erschienen bei VISION mobility von Johannes Reichel)

Mit LADE one hat das Mainzer E-Mobility-Unternehmen LADE ein AC-Ladesystem vorgestellt, das speziell für die schnelle und kostengünstige Umsetzung großer Ladeinfrastrukturprojekte entwickelt wurde. Die effizient skalierbare Komplettlösung richtet sich insbesondere an Unternehmen, Kommunen und Wohnungseigentümergemeinschaften. Das System ermöglicht ein- und dreiphasiges Laden bis 22 Kilowatt und ist hardwareseitig auf bidirektionales Laden vorbereitet. Die ersten Projekte werden bereits im Mai 2026 realisiert.

Plug-and-Play-Installation durch integrierte Kabelführung

Das System integriert Wallboxen, Verkabelungssystem, Steuerung und Energiemanagement in einem ganzheitlichen System, wie der Anbieter wirbt. Die Plug-and-Play-Lösung kann etwa doppelt so schnell installiert werden als bisherige Ladesysteme und reduziert Kosten und Komplexität gegenüber den gängigen Stromschienen- oder Flachkabelsystemen erheblich.

Auch große Stellplatzanlagen lassen sich aufgrund der ins System integrierten Kabelführung mit deutlich reduziertem Installations- und Materialaufwand kostengünstig ausstatten oder für eine spätere Installation vorbereiten. Zusätzliche Wallboxen können innerhalb weniger Minuten integriert werden, so das Versprechen. Die Systemarchitektur soll es ermöglichen, mehrere Ladepunkte über eine mit 63 A abgesicherte Zuleitung zu betreiben, integrierte FI/LS-Schalter machen zusätzliche Komponenten überflüssig.
 

 

Eichrechtskonformer Zähler integriert

Ein MID-geeichter Zähler ist ebenfalls bereits enthalten, eine eichrechtskonforme Variante folgt im zweiten Halbjahr 2026. Gleichzeitig sorge die technologische Offenheit über OCPP- und Modbus-Schnittstellen für optimale Flexibilität und Herstellerunabhängigkeit, wirbt der Anbieter. Betreiber erhalten damit nicht nur eine effiziente Installation, sondern auch auch langfristige Investitionssicherheit ohne Systemgrenzen.

Bidirektionales Laden in die Masse bringen

Hardwareseitig soll das System fit sein für die Zukunftstechnologie des bidirektionalen Ladens, so dass die Funktion bei Vorliegen der regulatorischen Rahmenbedingungen einfach per Software-Update aktiviert werden kann. Gemeinsam mit den Fraunhofer-Instituten ISE und IAO sowie weiteren Forschungseinrichtungen und namhaften Industriepartnern ist der Anbieter im Forschungskonsortium BiFflex Industrie aktiv an der Entwicklung technologischer Grundlagen für netzdienliche und wirtschaftliche Anwendungen im industriellen Maßstab beteiligt.

„Wenn bidirektionales Laden in die Fläche kommt, wird es zum echten Gamechanger für die Energiewende“, glaubt Dennis Schulmeyer, Geschäftsführer von LADE: „Genau dafür schaffen wir jetzt die Grundlage, mit skalierbarer, wirtschaftlicher Infrastruktur, die heute installiert wird und morgen eine sichere und saubere Energieversorgung ermöglicht, ohne erneute Eingriffe in die Hardware.“

 

 

Intelligentes Energiemanagement reduziert Netzanschlusskosten

Gesteuert wird die Gesamtlösung durch den Energiemanager “LADE genius” und die von den Mainzern entwickelte KI-Plattform Lana. Das System soll deutlich über herkömmliches dynamisches Lastmanagement hinausgehen. Es ermittelt den tatsächlichen Ladebedarf, erstellt automatisch optimierte Ladepläne und berücksichtigt dabei die verfügbare Netzleistung, lokal erzeugte erneuerbare Energie, variable Stromtarife sowie stationäre Batteriespeicher, skizziert der Anbieter. So werde das komplexe Zusammenspiel aus Netzanschluss, PV-Erzeugung, Speicher und Nutzerbedarf erstmals als Plug-and-Play-Lösung beherrschbar. Das Ergebnis: Auch an schwachen Netzanschlüssen können deutlich mehr Ladebedürfnisse zuverlässig erfüllt und Energiekosten reduziert werden.

„Wir holen mit intelligenter Technologie das Maximum aus der vorhandenen Infrastruktur heraus. Das ist entscheidend, wenn viele Ladepunkte gleichzeitig betrieben werden sollen“, wirbt Dennis Schulmeyer weiter.

 

Bundesförderung für Mehrfamilienhäuser schafft besondere Dynamik

Zusätzlichen Rückenwind erhalten große Ladeinfrastrukturprojekte durch die aktuelle Förderkulisse. Seit Anfang 2026 ist die Umsetzung eines E-Ladeparks für Wohnungs- und Immobilieneigentümer noch einmal deutlich wirtschaftlicher, da die Bundesregierung den Ausbau von Ladeinfrastruktur mit insgesamt 500 Millionen Euro unterstützt.

„Wir sehen aktuell viele Projekte, bei denen genau jetzt die Grundlage für die nächsten 10 bis 15 Jahre geschaffen wird“, sagt Schulmeyer. „Die Kombination aus unserem skalierbaren System und der großzügigen staatlichen Förderung kann uns einen großen Schritt in Richtung einer klimafreundlichen Mobilität und eines zukunftsfähigen Energiesystems bringen.“

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