Elektroautos werden günstiger – Studie erwartet Preisgleichheit bis etwa 2030

(dpa) Während die realen Listenpreise vergleichbarer Stromer seit 2020 deutlich gesunken sind, verteuerten sich Verbrenner. Forschende sehen mehrere Gründe dafür, dass sich diese Entwicklung fortsetzen könnte.

Elektroautos werden in einem Schnellladepark der Stadtwerke Düsseldorf geladen. | Foto: Rolf Vennenbernd/dpa
Elektroautos werden in einem Schnellladepark der Stadtwerke Düsseldorf geladen. | Foto: Rolf Vennenbernd/dpa
Kathrin Köstner

Elektroautos sind zwischen 2020 und 2025 inflationsbereinigt deutlich günstiger geworden. Die Listenpreise vergleichbarer Modelle sanken in diesem Zeitraum real um 18 Prozent, während sich Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor inflationsbereinigt um zwei Prozent verteuerten. Das geht aus einer Untersuchung des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung und des International Council on Clean Transportation hervor.

Mehr als 100.000 Einzelangaben ausgewertet

Für die Untersuchung werteten die Forschenden mehr als 100.000 Einzelangaben aus einer Datenbank des ADAC aus. Dabei verglichen sie nicht lediglich die durchschnittlichen Preise aller Elektroautos mit denen sämtlicher Verbrenner.

Grund dafür ist die Veränderung des Fahrzeugangebots. Insbesondere im höherpreisigen Segment kamen in den vergangenen Jahren weitere Elektroautos auf den Markt. Ein einfacher Vergleich der Durchschnittspreise hätte deshalb Fahrzeuge unterschiedlicher Kategorien gegenübergestellt und die tatsächliche Preisentwicklung vergleichbarer Modelle nur eingeschränkt abgebildet.

Die Forschenden betrachteten daher gleiche oder vergleichbare Fahrzeuge über einen längeren Zeitraum. Auf dieser Grundlage zeigten sich bei Elektroautos relativ stabile nominale Listenpreise, während die Preise von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor stiegen. Unter Berücksichtigung der Inflation ergibt sich daraus der reale Preisrückgang von 18 Prozent bei Elektroautos.

Reichweite und Leistung steigen

Parallel zur Preisentwicklung haben sich nach Angaben der Studienautoren auch die Fahrzeugeigenschaften verändert. Elektroautos verfügten heute im Durchschnitt über größere Reichweiten und höhere Motorleistungen als noch vor einigen Jahren. Damit habe sich das Angebot nicht nur preislich, sondern auch technisch weiterentwickelt.

Die Untersuchung deutet zugleich auf eine Verschiebung der Kostenrelation zwischen den Antriebsarten hin. Neben den Anschaffungspreisen spielen dabei die Gesamtkosten je gefahrenem Kilometer eine Rolle. Bei einer weiteren Annäherung der Kaufpreise könnten Elektroautos hier einen deutlicheren Kostenvorteil erreichen.

Batteriepreise bieten weiteres Potenzial

Die Forschenden sehen mehrere Faktoren, die eine weitere Preisentwicklung zugunsten batterieelektrischer Fahrzeuge unterstützen könnten. Dazu zählen gesunkene Batteriepreise, steigende Produktionsstückzahlen und der durch Kohlendioxid-Grenzwerte entstehende Druck auf die Fahrzeughersteller.

Die niedrigeren Kosten für Batterien seien nach Einschätzung der Forschenden bislang noch nicht vollständig an die Käufer weitergegeben worden. Weitere Skaleneffekte durch höhere Stückzahlen könnten die Kostenposition von Elektroautos zusätzlich verbessern.

Preisgleichheit bis etwa 2030 möglich

Bei einer Fortschreibung der aktuellen Entwicklung könnten Elektroautos in Europa bis etwa 2030 bei den Anschaffungspreisen das Niveau vergleichbarer Verbrenner erreichen. Bei den Gesamtkosten pro Kilometer wären batterieelektrische Fahrzeuge nach Einschätzung der Forschenden dann günstiger.

Erfahrungen aus anderen Märkten deuteten zudem darauf hin, dass Elektroautos bei vergleichbaren Anschaffungspreisen einen Marktanteil von rund 50 Prozent erreichen könnten.

Listenpreise als Grundlage des Vergleichs

Eine Einschränkung der Untersuchung liegt in der verwendeten Datengrundlage. Die Forschenden verglichen Listenpreise und keine tatsächlichen Transaktionspreise. Letztere seien nicht in der für die Analyse erforderlichen Breite verfügbar.

Nach Einschätzung der Studienautoren dürfte dieser Umstand jedoch keine größeren Verzerrungen verursachen. Daten zur Entwicklung des Rabattniveaus bei wichtigen Elektroautos zeigten in den vergangenen Jahren insgesamt eher steigende Nachlässe. Dieser Effekt könnte die tatsächliche Preisentwicklung zusätzlich zugunsten batterieelektrischer Fahrzeuge verschieben. (Quelle: dpa)

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