E-Auto: Bis zu 1.000 Euro Ersparnis und kaum Reichweitenprobleme

Ein Factsheet belegt die Alltagstauglichkeit der Elektromobilität. Gefordert werden transparente Ladepreise und ein stärkerer Gebrauchtwagenmarkt, um den Umstieg weiter zu beschleunigen.

Moderne Elektrofahrzeuge erreichen Reichweiten, die nahezu alle alltäglichen Pkw-Fahrten abdecken. | Foto: CHUTTERSNAP via Unsplash
Moderne Elektrofahrzeuge erreichen Reichweiten, die nahezu alle alltäglichen Pkw-Fahrten abdecken. | Foto: CHUTTERSNAP via Unsplash
Kathrin Köstner

Die öffentliche Ladeinfrastruktur in Deutschland bietet nach Angaben des Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft bereits heute ausreichend Kapazitäten für deutlich mehr Elektrofahrzeuge. Wie aus einem neuen Factsheet hervorgeht, das im Auftrag der Klima-Allianz Deutschland und des ACE Auto Club Europa erstellt wurde, stehen bundesweit über 200.000 öffentliche Ladepunkte zur Verfügung. Im Durchschnitt seien diese nur zu rund 17 Prozent gleichzeitig belegt. Zudem seien 99 Prozent aller Pkw-Fahrten mit den Reichweiten aktueller Modelle problemlos möglich.

Infrastruktur und Reichweite

Aktuelle Elektrofahrzeuge erreichen laut der Analyse rund 450 Kilometer Reichweite. Damit lasse sich nahezu der gesamte alltägliche Fahrbedarf im Pkw-Bereich abdecken. Die häufig geäußerte Sorge vor unzureichender Reichweite verliere damit an Bedeutung. Auch bei der Ladeinfrastruktur zeige sich kein genereller Engpass. Die vorhandenen Ladepunkte böten rechnerisch Spielraum für eine deutlich höhere Zahl an Fahrzeugen.

Preisstrukturen als Hemmnis

Als größere Hürde für Verbraucherinnen und Verbraucher werden demnach weniger technische Faktoren genannt, sondern vor allem intransparente und schwer vergleichbare Ladepreise. Insbesondere beim öffentlichen Laden fehle es an klaren, einheitlichen Tarifstrukturen. Gefordert werden unter anderem verpflichtende Preisanzeigen direkt an der Ladesäule sowie nachvollziehbare Konditionen beim anbieterübergreifenden Laden. Preisaufschläge bei der Nutzung fremder Ladepunkte könnten die Akzeptanz der Elektromobilität mindern.

Zusätzlich wird ein breiteres Angebot kleiner und mittelgroßer Elektrofahrzeuge im Gebrauchtwagenmarkt als wichtiger Baustein für einen beschleunigten Markthochlauf gesehen.

Finanzielle Vorteile beim Umstieg

Neben der technischen Alltagstauglichkeit verweisen die Auftraggeber der Studie auf wirtschaftliche Vorteile. Das Laden eines Elektrofahrzeugs sei im Regelfall günstiger als das Tanken von Benzin oder Diesel. Wer zu Hause privat laden könne, spare demnach bis zu über 1.000 Euro pro Jahr. Auch bei vertragsbasierten Tarifen an öffentlichen Ladesäulen bleibe ein Kostenvorteil gegenüber fossilen Kraftstoffen bestehen.

Aus Sicht der beteiligten Organisationen sind für einen weiteren Hochlauf der Elektromobilität verlässliche politische Rahmenbedingungen erforderlich. Dazu zählten transparente Preisstrukturen sowie Maßnahmen zur Stärkung des Gebrauchtwagenmarkts für Elektrofahrzeuge.

Das Factsheet steht auf der Internetseite des ACE Auto Club Europa zum Download bereit. (Quelle: ACE Auto Club Europa)

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