Standing Ovations für Taxi-Betreuer Wilhelmsmeyer

Die Mitgliederversammlung des Bundesverbandes Taxi und Mietwagen verabschiedete den langjährigen stellvertretenden Geschäftsführer Frederik Wilhelmsmeyer, der nach 24 Jahren eine Auszeit nehmen möchte.

BVTM-Präsident Herwig Kollar (r.) erinnerte Frederik Wilhelmsmeyer an das Einstellungsgespräch und die Übungsaufgabe, die er mit Bravour überstanden hat. (Foto: Dietmar Fund)
BVTM-Präsident Herwig Kollar (r.) erinnerte Frederik Wilhelmsmeyer an das Einstellungsgespräch und die Übungsaufgabe, die er mit Bravour überstanden hat. (Foto: Dietmar Fund)
Dietmar Fund

Das Programm der Herbstversammlung des Bundesverbandes Taxi und Mietwagen e.V. (BVTM) am 4. November 2021 hatte laut dessen Präsidenten Herwig Kollar einen „besonderen Höhepunkt“: die Verabschiedung von Frederick Wilhelmsmeyer. Nach 24 Jahren Tätigkeit im BZP und im BVTM, von denen er 20 Jahre lang stellvertretender Geschäftsführer gewesen ist, möchte der 57-Jährige eine Auszeit nehmen und ein paar Monate lang nur noch „hinter der Bühne“ weiter für den Verband arbeiten.

Der Jurist Herwig Kollar erinnerte deshalb daran, dass er 1997 die Aufgabe gehabt habe, aus 300 Bewerbern auf ein Inserat in der Neuen Juristischen Wochenschrift die zehn interessantesten auszuwählen. Übrig geblieben seien zwei Bewerber und eine Bewerberin. Der damalige Geschäftsführer (den Namen Thomas Grätz nannte er nicht) habe gleich erklärt, er wolle die Frau. Der damalige Präsident (das war Hans Meißner) habe wissen wollen, ob Wilhelmsmeyer auch trinkfest sei. Mit ihm habe man schließlich einen „loyalen Backstage-Worker für den Verband“ gewonnen, lobte Kollar. Er sei nie so im Brennpunkt der Öffentlichkeit gestanden, weil das immer andere für sich beansprucht hätten. Wilhelmsmeyer habe sich intensiv um Mitglieder und Partner-Organisationen gekümmert und nicht nur loyal zum Verband gestanden, sondern habe auch prima Aufgaben erledigt, die undankbar waren und die andere nicht hätten übernehmen wollen.

Als „Verbands-Urgestein“ im Vorstand lobte der Koblenzer Gerd Gutendorf, Wilhelmsmeyer habe sich immer aus den innerfamiliären Streitigkeiten der „Taxi-Familie“ herausgehalten. Die müsse jetzt ohne ihn klarkommen, auch mit „Separatisten-Geschwätz“. Mit einer Video-Botschaft würdigten anschließend einige Vertreter der Partner-Organisationen den scheidenden „zweiten Mann“ der Geschäftsstelle. Thomas Sell von der Telekom Deutschland bezeichnete ihn als „stillen Arbeiter im Hintergrund“, der seine Aufgaben „mit Seele und Leidenschaft“ wahrgenommen habe.

Michael Oppermann, Geschäftsführer des BVTM, fiel die Verabschiedung hörbar schwer. Er sagte zum Wilhelmsmeyer, er habe von ihm „extrem viel Unterstützung“ erfahren. Obwohl er schon so lange dabei gewesen sei, habe er noch immer Enthusiasmus gezeigt. Vizepräsident Wolfgang Oertel aus Chemnitz bezeichnete den in Münster geborenen heutigen Potsdamer als ein „perfekt im Hintergrund arbeitendes Programm, das nie abgestürzt ist“, was er Gelobte in Erinnerung an früher oft sehr lange dauernde „Nachtsitzungen“ leicht relativierte.

Mit dem ehemaligen BZP-Präsidenten Fred Buchholz und dem ehemaligen Vizepräsidenten Dieter Zillmann schlossen sich zwei weitere kurze Lobreden an, bevor sich Wilhelmsmeyer selbst an die Versammlung wandte.

Er gab erinnerte die Delegierten daran, dass früher manche Versammlung „so vorhersehbar wie ein katholischer Gottesdienst“ gewesen sei, aber die Verbandsarbeit habe sich immer durch Kollegialität und eine offene Streitkultur ausgezeichnet. Der Bundesverband habe gute Arbeit geleistet, auch wenn dies nicht immer so gesehen worden sei. Heute herrsche im Vorstand ein neuer Führungsstil und in der Geschäftsstelle arbeite ein junges und hochmotiviertes Team.

„Es bedarf aber deutlich mehr Mut und Agilität und des unbedingten Willens zur Qualität“, gab Frederik Wilhelmsmeyer den Delegierten mit auf den Weg. „Die Aufspaltung in zwei Bundesverbände ist sachlich und inhaltlich nicht begründbar. Sie schadet der Branche und muss schnellstmöglich beendet werden.“ Nach seinem „Servus, macht es gut!“ verabschiedete die Taxi-Familie den Gelobten mit stehendem Applaus.

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