Uber-Fahrer fordern Mindestpreise: Verband warnt vor Folgen für Deutschland

Eine Schweizer Umfrage zeigt massive Belastungen und geringe Einkommen bei Uber-Fahrern. Der deutsche Bundesverband Taxi und Mietwagen e.V. sieht dringenden Handlungsbedarf und fordert klare Regeln sowie Mindestpreise im Plattformverkehr.

Plattformbasierte Fahrdienste wie Uber verändern den Personenbeförderungsmarkt – Fahrerinnen und Fahrer fordern zunehmend faire Arbeitsbedingungen und staatliche Mindestpreise. | Foto: Paul Hanaoka via Unsplash
Plattformbasierte Fahrdienste wie Uber verändern den Personenbeförderungsmarkt – Fahrerinnen und Fahrer fordern zunehmend faire Arbeitsbedingungen und staatliche Mindestpreise. | Foto: Paul Hanaoka via Unsplash

Eine aktuelle Erhebung des Schweizer Nachrichtenportals watson beleuchtet die Situation von Fahrerinnen und Fahrern, die über Plattformen wie Uber tätig sind. Die Ergebnisse zeigen, dass viele von ihnen unter schwierigen Arbeitsbedingungen arbeiten und sich eine stärkere Regulierung des Marktes wünschen.

Laut der Befragung sprechen sich 38 Prozent der Teilnehmenden für behördlich festgelegte Mindestpreise aus. Weitere 24 Prozent fordern eine strengere staatliche Kontrolle der Plattformen. Die Mehrheit der Fahrerinnen und Fahrer arbeitet demnach deutlich über die übliche Vollzeitgrenze hinaus: 83 Prozent geben an, täglich mehr als acht Stunden im Einsatz zu sein, 53 Prozent sogar über zehn Stunden. Viele seien zudem sechs oder sieben Tage pro Woche tätig.

Bundesverband sieht Warnsignal für Deutschland

Der Bundesverband Taxi und Mietwagen (BVTM) wertet die Umfrageergebnisse als deutliches Signal für Deutschland. Nach Einschätzung des Verbands verschärfen Plattformmodelle auch hierzulande den Wettbewerbsdruck im Personenbeförderungsmarkt – häufig auf Kosten der Fahrerinnen und Fahrer. Viele Arbeitsverhältnisse seien wirtschaftlich kaum tragfähig.

Der BVTM warnt, dass sich die in der Schweiz beobachtete Entwicklung auch in Deutschland fortsetzen könnte, wenn keine politischen Maßnahmen ergriffen werden.

Forderungen an Politik und Gesetzgeber

Der Verband fordert daher die Einführung von Mindestpreisen für alle Fahrdienste, unabhängig davon, ob die Vermittlung über eine App oder ein klassisches Taxiunternehmen erfolgt. Damit soll ein ruinöser Preiswettbewerb vermieden werden.

Zudem spricht sich der BVTM für eine klarere Regulierung von Plattformanbietern wie Uber und Bolt aus. Dazu gehören eine wirksame behördliche Aufsicht, faire Vertragsbedingungen und der Schutz der Fahrerinnen und Fahrer. Ein weiteres zentrales Anliegen ist die Sicherung sozialer Standards, um eine Schlechterstellung gegenüber angestellten Fahrerinnen und Fahrern im Taxigewerbe zu verhindern.

Bezug zur Gesetzesreform

Mit Blick auf die geplante Überarbeitung des Personenbeförderungsrechts ruft der BVTM die Bundesregierung dazu auf, die Ergebnisse der watson-Umfrage als Signal zu verstehen. Ziel müsse es sein, verbindliche Rahmenbedingungen für faire, sichere und nachhaltige Mobilität zu schaffen. (Quelle: Bundesverband Taxi / Watson))

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