15 Jahre Taxi per Freenow-App in München: Taxler fahren 146 mal zum Mond und zurück
Mehr als 112 Millionen Kilometer haben die über die Plattform vermittelten Taxis seitdem zurückgelegt. Umgerechnet entspricht das einer Strecke, die rechnerisch 146 Mal bis zum Mond und zurück reicht. Dabei ist das Wachstum nicht nur eine Frage der Strecken. In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Zahl der aktiven Fahrerinnen und Fahrer auf der Plattform um rund 140 Prozent erhöht. Gleichzeitig zeigt sich eine bemerkenswerte Kontinuität: Rund 400 Fahrer, die bereits 2011 registriert waren, sind noch heute aktiv.
„15 Jahre Präsenz in München sind für uns ein besonderer Anlass, um den Fahrer:innen in München Danke zu sagen. Sie prägen unsere Plattform in der Stadt und sorgen dafür, dass die Münchner:innen verlässlich von A nach B kommen. Dass viele Fahrer:innen uns über Jahre hinweg begleiten, zeigt, wie stark Freenow by Lyft im lokalen Taxi-Gewerbe verankert ist und wie wichtig eine enge Partnerschaft mit den Fahrer:innen für unseren Erfolg ist“, sagt Carlos Thayer, General Manager Deutschland und Österreich.
Maxvorstadt zum Hauptbahnhof
Die Daten zeichnen ein präzises Bild des städtischen Alltags. Besonders häufig beginnen Fahrten in der Maxvorstadt und enden rund um den Hauptbahnhof. Es sind zentrale Räume, in denen sich Pendler, Studierende und Touristen bewegen. Auch bei den Zielen zeigt sich eine klare Hierarchie: Die Theresienwiese führt die Liste an, gefolgt vom Marienplatz, dem Olympiapark München und der Allianz Arena. Orte also, an denen sich Ereignisse bündeln – vom Oktoberfest bis zum Fußballspiel.
Auch die zeitlichen Muster sind eindeutig. Vor allem an Wochenenden verschiebt sich die Nachfrage in die Nachtstunden, mit einem Schwerpunkt kurz nach Mitternacht. Gleichzeitig hat sich der Service beschleunigt: Inzwischen werden mehr als 80 Prozent der Fahrgäste innerhalb von drei Minuten abgeholt. Das ist nicht nur ein logistischer Fortschritt, sondern auch ein Hinweis auf die Verdichtung des Angebots.
Mittlerweile über 10 Prozent der Fahrten elektrisch
Technologisch hat sich das Gewerbe ebenfalls verändert. Der Anteil elektrischer Fahrten ist von kaum messbaren 0,4 Prozent im Jahr 2011 auf über zehn Prozent im Jahr 2025 gestiegen. Noch deutlicher fällt die Entwicklung beim Bezahlen aus: Während früher Bargeld dominierte, erfolgt heute ein Großteil der Transaktionen digital.
Einzelne Kennzahlen illustrieren die Nutzung im Detail: Die längste dokumentierte Fahrt führte über rund 670 Kilometer von Schwabing bis zum Zürichsee und zurück. Ein Fahrgast nutzte die App mehr als 40.000 Mal – rechnerisch etwa sieben Fahrten täglich über Jahre hinweg. Solche Extremwerte bleiben Ausnahmen, verweisen aber auf die Bandbreite des Geschäfts.
Aggressiver Markteinstieg mit „mytaxi“
Doch die Geschichte der Plattform ist nicht nur eine des Wachstums. Gerade die Anfangsjahre unter dem Namen mytaxi werden von Teilen der Branche zu Recht bis heute kritisch gesehen. Taxi-Verbände und viele Unternehmer erinnern an eine Phase, in der aggressive Rabattaktionen und eine expansive Marktstrategie den Wettbewerb verschärften. Hinzu kam die Öffnung der Plattform für Mietwagenangebote, die in Deutschland anderen regulatorischen Vorgaben unterliegen als das Taxi. Das führte zu deutlichen Wettbewerbsverzerrungen. Kritiker warfen dem Unternehmen vor, die Trennlinien zwischen den Verkehrsformen zu verwischen. Mittlerweile hat sich Freenow eindeutig zum Taxi bekannt und den taxiähnlichen Mietwagenverkehr aufgrund mangelnder Rentabilität eingestellt. Aber gerade nach dem Verkauf von Freenow an den amerikanischen Uber-Konkurrenten Lyft sind manche in der Branche wieder etwas hellhöriger geworden.
Freenow als Partner des Taxis
Freenow positioniert sich inzwischen stärker als Partner des Taxigewerbes und betont die Zusammenarbeit mit den Fahrern. Auch intern wird die Entwicklung als langfristiger Prozess verstanden.
„2011 haben wir Freenow by Lyft in vielen Städten gestartet. München war dabei eine der ersten Expansionsstädte. Das macht mich persönlich sehr stolz, weil ich diese Entwicklung von Anfang an begleiten und miterleben durfte“, sagt Alexander Mönch, Präsident des Unternehmens für Deutschland und Österreich.
So steht das Jubiläum für zwei Entwicklungen zugleich: für die Digitalisierung eines traditionellen Gewerbes – und für einen Markt, der sich noch immer im Aushandlungsprozess befindet.
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