Zweifel an Teslas Selbstfahr-Technik: US-Behörde verschärft Prüfung
Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA vertieft ihre Untersuchung des Fahrassistenzsystems „Full Self-Driving“ von Tesla. Grundlage seien ausgewertete Unfalldaten, die nach Angaben der Behörde Hinweise darauf liefern, dass das System bei schlechten Sichtbedingungen Einschränkungen haben könnte.
Im Mittelpunkt stehen zwei Varianten des Systems, das unter der Bezeichnung FSD angeboten wird. Trotz des Namens handelt es sich bislang um ein Assistenzsystem, bei dem die Fahrer die Kontrolle über das Fahrzeug behalten und das Verkehrsgeschehen überwachen müssen. Tesla unterscheidet zwischen einer beaufsichtigten Version, die eine permanente Überwachung durch den Fahrer erfordert, und einer weiterentwickelten Ausbaustufe, die in den USA bisher nur als Beta-Testversion verfügbar ist.
Probleme bei schlechten Sichtverhältnissen
Nach Darstellung der Behörde soll das System in der Lage sein, eingeschränkte Sicht der Kameras zu erkennen und die Fahrer entsprechend zu warnen. In untersuchten Unfällen habe FSD jedoch nicht festgestellt, dass Kameras etwa durch Blendung oder in der Luft befindliche Partikel beeinträchtigt gewesen seien. Eine Warnung sei demnach ausgeblieben. Den Fahrern habe dadurch nicht ausreichend Zeit zur Reaktion zur Verfügung gestanden.
Von der vertieften Prüfung sind laut NHTSA Tesla-Modelle ab dem Baujahr 2016 betroffen.
Kamerastrategie im Fokus
Tesla verfolgt bei der Entwicklung automatisierter Fahrfunktionen einen kamerabasierten Ansatz. Unternehmenschef Elon Musk setzt darauf, dass Fahrzeuge perspektivisch ausschließlich mit Kameras als Sensoren autonom unterwegs sein können. Wettbewerber wie Waymo nutzen hingegen zusätzlich andere Sensorik, darunter Laser-Radare, um die Fahrzeugumgebung zu erfassen.
Sollte sich der kamerabasierte Ansatz als ausreichend erweisen, könnte dies nach Einschätzung von Branchenbeobachtern Kostenvorteile bringen. Musk hat Investoren wiederholt auf künftige Geschäftsfelder wie Robotaxis und Robotik verwiesen. Zugleich verzeichnete Tesla zuletzt rückläufige Fahrzeugverkäufe. (Quelle: dpa)
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