HEM-Studie: Wie verhalten sich Autofahrer bei Blaulichteinsätzen richtig?

Die Tankstellenkette HEM hat knapp 3.000 Personen über 18 Jahre zum richtigen Verhalten von Autofahrern bei Rettungseinsätzen befragt –  ein Ergebnis der Untersuchung: Jeder Zehnte hatte im Zusammenhang mit einem Einsatzfahrzeug mindestens einmal einen Unfall.

Im Notfall kommt es bei Blaulichtfahrten nicht nur auf die Fahrkünste- und Manöver von Notärzten, Sanitätern oder Feuerwehrleuten an, sondern ebenso auf das richtige Verhalten aller anderen Verkehrsteilnehmer. (Grafik: Tamoil GmbH)
Im Notfall kommt es bei Blaulichtfahrten nicht nur auf die Fahrkünste- und Manöver von Notärzten, Sanitätern oder Feuerwehrleuten an, sondern ebenso auf das richtige Verhalten aller anderen Verkehrsteilnehmer. (Grafik: Tamoil GmbH)
Martina Weyh

Die im Oktober von der Tankstellenkette HEM durchgeführte Studie unter der Überschrift „Verkehrssicherheit und Blaulicht“ hat interessante und auch überraschende Ergebnisse gebracht. 2.795 Personen über 18 Jahren wurden zu ihrem Verhalten als Autofahrer bei Rettungseinsätzen befragt. Den juristischen Rahmen für mehr Sicherheit im Straßenverkehr lieferte der ADAC, vertreten seinen Sprecher durch Alexander Schnaars.

Im Notfall kommt es bei Blaulichtfahrten nicht nur auf die Fahrkünste- und Manöver von Notärzten, Sanitätern oder Feuerwehrleuten an, sondern ebenso auf das richtige Verhalten aller anderen Verkehrsteilnehmer.

Hätte man gedacht, dass Autofahrer sich durch die mit Blaulicht, Signalhorn und hohem Tempo heranrasenden Einsatzfahrzeuge erschreckt oder verwirrt fühlen, den belehrt die HEM-Studie eines Besseren. – 94 % der Befragten gab an, sich kaum verunsichert zu fühlen, vielmehr gehörten nach ihrer Ansicht Blaulichteinsätze „nun einmal zum Alltag im Straßenverkehr dazu“.

Das Platz gemacht werden muss, wenn sich Einsatzfahrzeuge nähern, wissen laut Studie 83 % und das dafür im Fall des Falles auch rote Ampeln oder durchgezogene Linien überquert werden dürfen, sofern dadurch niemand gefährdet wird, davon geht die Mehrheit der Autofahrer mit 92 % aus.

„Um Polizei und Rettungsfahrzeugen die Durchfahrt zu ermöglichen, sind alle Verkehrsteilnehmenden dazu verpflichtet, freie Bahn zu schaffen. Wenn keine andere Ausweichmöglichkeit vorhanden ist, ist es auch möglich, vorsichtig bei Rot in eine Kreuzung einzufahren. Dabei ist jedoch stets darauf zu achten, Dritte nicht zu gefährden und den kreuzenden Verkehr im Auge zu behalten. Bußgelder fallen in solchen Situationen nicht an, da Blitzer-Systeme zumeist Zeitpunkt und Ort der Einsätze erfassen“, bringt ADAC-Sprecher Alexander Schnaars, das richtige Verhalten von Autofahrern auf den Punkt.

Tatsache ist – auch das förderte die HEM-Studie zu Tage – dass jeder Zehnte (12 %) bereits einmal in einen Unfall verwickelt war, der aus einem Einsatz von Feuerwehr, Polizei oder Rettungshelfer resultierte, und weitere 6 % der Befragten einem Zusammenstoß mit oder aufgrund von Einsatzfahrzeugen nur knapp entgangen sind.

Fazit: Die meisten Autofahrer wissen genau, was zu tun ist, damit Rettungsfahrzeuge einen schnellen und direkten Weg durch den Straßenverkehr finden. 84 % der Befragten wünschen sich dennoch bei Bedarf eine ausführlichere Aufklärung über die korrekte Verhaltensweise in unterschiedlichen „Blaulicht-Situationen“.

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