ACE: Holländischer Griff und Sicherheitsabstand helfen
Nach Angaben des Auto Club Europa (ACE) ist der Beginn der Zweiradsaison besonders unfallträchtig. Kraftfahrzeugführer sollten damit rechnen, dass bei Fahrrad-, Motorrad- oder E-Scooter zum Saisonbeginn noch keine Fahr-Routine besteht. So könnten die Verkehrsteilnehmenden nach dem Umstieg auf ein Zweirad vielleicht unsicher, besonders langsam oder riskant fahren.
Geschwindigkeiten richtig einschätzen
Doch auch die Fahrzeugführer befinden sich laut ACE in einer Eingewöhnungsphase, da sie seit Ende Oktober überwiegend unter sich waren. Nun müssten sie sich erst wieder daran gewöhnen, die Straße mit Zweirädern zu teilen. So müsse man sich neu verinnerlichen, wie schnell Motorräder sein können und wie vergleichsweise langsam E-Scooter sind.
Und Fahrräder sowie Pedelecs ließen sich auf den ersten Blick kaum voneinander unterscheiden, doch Pedelecs könnten dank elektrischer Unterstützung auch bergauf eine Geschwindigkeit von bis zu 25 km/h erreichen - S-Pedelecs, die keine Radwege nutzen dürfen, sondern auf der Straße fahren müssen, haben sogar eine Motorunterstützung bis 45 km/h.
Falsch eingeschätzte Geschwindigkeiten im Straßenverkehr führen zu erhöhter Unfallgefahr. Darum müsse das Fahrverhalten der verschiedenen Fahrzeuge gut beobachtet werden. Zudem sei eine vorausschauende, defensive Fahrweise angebracht.
So wird der Fahrgast auf die Gefahr des Dooring hingewiesen - gute Idee!!| Foto: BVTM
Sicheres Überholen
Die realistische Geschwindigkeits-Einschätzung der anderen Verkehrsteilnehmenden sei auch Voraussetzung, um sicher überholen zu können. Dabei gilt es, den vorgeschriebenen Sicherheitsabstand einzuhalten.
Wer mit einem Auto an einspurigen Fahrzeugen wie Fahrrädern, Motorrädern und E-Scootern vorbeifährt, muss innerorts einen seitlichen Sicherheitsabstand von anderthalb Metern einhalten. Außerorts sind zwei Meter Abstand Pflicht.
Der ACE weist aber darauf hin, dass diese Vorgaben nur bei guten Fahrbahn- und Witterungsverhältnissen gelten und als Mindestangabe zu verstehen sind. Ist es glatt, windig oder geht es bergauf, würden beispielsweise Radfahrende schnell ins Wanken geraten. Auch beim Überholen von Kindern sei besondere Vorsicht geboten.
Deshalb müsse der Abstand bei Bedarf vergrößert werden, um gefahrlos vorbeizufahren zu können. Sei es nicht möglich, den notwendige Sicherheitsabstand einzuhalten, besteht ein Überholverbot, so der Automobilclub.
Dooring-Unfällen vorbeugen
Eine Gefahr für Radfahrende stellen darüber hinaus sich plötzlich öffnende Türen parkender Fahrzeuge dar, im schlimmsten Fall bleibt dann keine Zeit für ein Brems- oder Ausweichmanöver und der oder die Radfahrende prallt mit vollem Tempo gegen die Innenseite der Tür.
Bei einem sogenannten Dooring-Unfall sei den ACE-Experten zufolge mit erheblichen Verletzungen zu rechnen. Radfahrende selbst könnten einen solchen Unfall jedoch je nach Verkehrssituation nur schwer verhindern. Denn viele Radwege führen direkt an parkenden Autos vorbei.
Zwar verfügen moderne Fahrzeuge über Assistenzsysteme, welche die Insassen warnen oder die Tür für diesen Moment blockieren, wenn sich ein Fahrzeug nähert – doch man sollte sich nach Angaben des ACE nicht auf die Funktion verlassen.
Der Holländische Griff
Beim Aussteigen sollten Fahrzeugführer grundsätzlich immer zuerst in den Seitenspiegel und dann über die Schulter schauen, bevor sie die Tür öffnen.
Zu empfehlen sei der sogenannte „Holländische Griff“: Dabei wird die Fahrertür mit der rechten Hand geöffnet, der Oberkörper dreht so nach links und der Blick geht automatisch nach hinten. Beifahrerinnen und Beifahrer sollte ihre Tür entsprechend mit der linken Hand öffnen.
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