Taxi-München eG in der Krise: Interessenkonflikte und Betrugsvorwürfe belasten das Taxigewerbe

In der Münchner Taxigenossenschaft Taxi-München eG herrscht Unruhe. Bei einer Dringlichkeitssitzung von Vorstand und Aufsichtsrat am 20. März 2025 standen schwere Vorwürfe im Raum. Mehrere Aufsichtsratsmitglieder sollen mit den Plattformen Uber und Bolt kooperieren – ein Vorgang, der innerhalb der Genossenschaft für erhebliche Spannungen sorgt.

Die Zusammenarbeit einiger Aufsichtsratsmitglieder mit den Plattformbetreibern Uber und Bolt sorgt für Ärger in der Taxi-München eG.| Foto: Alexas, pixabay
Die Zusammenarbeit einiger Aufsichtsratsmitglieder mit den Plattformbetreibern Uber und Bolt sorgt für Ärger in der Taxi-München eG.| Foto: Alexas, pixabay

Konkret betrifft die Kritik den Aufsichtsratsvorsitzenden Sezai Curuk sowie die Aufsichtsratsmitglieder Elias Ghulam und Hüseyin Bayram. Ihnen wird vorgeworfen, mit ihren Fahrzeugen aktiv an der Vermittlung durch Uber und Bolt teilzunehmen. Die Vorstände der Taxi-München eG, Thomas Kroker und Christian Nothhaft, sehen darin einen klaren Interessenkonflikt.

„Wer in einem Organ der Genossenschaft Verantwortung trägt, kann nicht gleichzeitig mit dem stärksten Konkurrenten zusammenarbeiten“, argumentierten die beiden Vorstände.

Neben der generellen Kritik an der Kooperation mit Uber und Bolt wurde ein weiteres Aufsichtsratsmitglied mit schweren Vorwürfen konfrontiert: Elias Ghulam soll sich bei der Aufsichtsratswahl 2024 als Geschäftsführer der Süddeutschen Zeitung ausgegeben haben – eine Angabe, die sich inzwischen als falsch herausgestellt hat. Kroker und Nothhaft bewerten dies als „betrügerische Vorteilsnahme“.

Rufschädigung für das Taxigewerbe

Die Vorfälle werfen grundsätzliche Fragen zur Zukunft der Genossenschaft auf. Während das traditionelle Taxigewerbe um Marktanteile kämpft, gewinnen Plattformen wie Uber und Bolt stetig an Einfluss. Dass Mitglieder des Aufsichtsrats nun offenbar selbst Teil dieser Entwicklung sind, wird in der Branche mit Sorge betrachtet. Bereits in der Vergangenheit sorgten vergleichbare Fälle für Unmut. In Berlin und Hamburg warfen Taxiunternehmen Kollegen vor, sich an der Konkurrenz zu beteiligen, während sie gleichzeitig von den Vorteilen der Genossenschaften profitierten.

In München reagierte der Vorstand nun mit einer klaren Forderung: Die betroffenen Aufsichtsratsmitglieder sollen ihre Ämter niederlegen. Es bleibt abzuwarten, ob sie dieser Aufforderung nachkommen. Klar ist jedoch, dass die Diskussion um die Zukunft des Taxigewerbes und ihrem Kampf gegen die Plattformbetreiber in München mit dieser Affäre eine neue Brisanz erhält.

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