rbb24 deckt auf: Mindestens 1.000 über Mobilitäts-Apps vermittelte Autos fahren ohne Konzession

(dpa) In Berlin sind nach Informationen von rbb24 Recherche mindestens 1.000 Autos ohne Konzession über Plattformen wie Uber, Bolt und Freenow buchbar.

In Berlin sind viele Mietwagen nicht wie vorgeschrieben versichert.| Foto S. Widua-unsplash
In Berlin sind viele Mietwagen nicht wie vorgeschrieben versichert.| Foto S. Widua-unsplash
Thomas Kanzler

In Berlin sind fast 4.500 legal zugelassene Fahrzeuge im Auftrag von Mietwagenfirmen unterwegs, die von den Plattformen wiederum an die Nutzer vermittelt werden. Die Fahrzeuge ohne Konzession kommen noch dazu. Nach Recherchen von rbb24 sind es über 1.000 Fahrzeuge, die ohne Konzession unterwegs sind. Diese Zahl nennt auch der zuständige Referatsleiter beim Landesamt für Bürger und Ordnungsangelegenheiten (LABO), Günter Schwarz:

„Wir gehen davon aus, dass es eine Form der organisierten Kriminalität ist".

Im August 2023 hatte der Berliner Senat mit den großen Plattformbetreibern Uber, Bolt und Freenow eine Vereinbarung geschlossen, wonach nur noch überprüfte Anbieter von den Mobilitäts-Apps vermittelt werden. Für den Bestand an Fahrzeugen gilt die Regelung bislang nicht. Das müsse unverzüglich nachgeholt werden, fordert der Präsident des Plattformbetreibers Freenow für Deutschland und Österreich, Alexander Mönch.

Man sei bereit, alle Mietwagenfirmen, mit denen man kooperiere, an das LABO zu melden, sagte er gegenüber rbb24 Recherche. Mönch fordert eine einfache, aber schnelle Lösung: den Abgleich der Daten aller konzessionierten Firmen mit denen der Mietwagenfirmen, die von den App-Plattformen vermittelt werden. Für den Fall, dass der illegale Markt nicht nachhaltig beendet werde, kündigte Mönch den Ausstieg von Freenow aus diesem Geschäft an.

Für die Nutzer der App-basierten Mietwagen kann das illegale Geschäft gravierende Konsequenzen haben.

„Wenn ein Mietwagen nur privat statt gewerblich versichert ist, besteht auch kein Versicherungsschutz für das Fahrzeug“, warnt Simon Götze von der Verbraucherzentrale Berlin.

Auch für die Fahrgäste kann damit der Versicherungsschutz entfallen.

 

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