TMV: Berlin darf nicht zur UBER-City verkommen

Der Taxi- und Mietwagenverband Deutschland kritisiert die Ausbreitung von Uber in Berlin scharf - nach Berlinale und der (bald nicht mehr) Mercedes-Arena ist jetzt auch die Fashion-Week in Uber-Hand.

Auffällig foliert bedient Uber die Fashion-Week in Berlin.| Foto: Daniel_Rochef_Fashion Week
Auffällig foliert bedient Uber die Fashion-Week in Berlin.| Foto: Daniel_Rochef_Fashion Week
Thomas Kanzler

Der TMV fordert sowohl die Bundes- als auch die Landespolitik der Bundeshauptstadt auf, Berlin nicht zur gekauften Uber-City verkommen zu lassen.

„Wer für Anstand in unserem Wirtschaftssystem, die Werte des Ehrbaren Kaufmanns und für den Mittelstand als dem Anker unserer sozialen Marktwirtschaft kämpft, dem wird nur noch schlecht, wenn er sieht, wo die Raubtierkapitalisten von Uber ihre Finger im Spiel haben und mit erstaunlich viel Geld ihren finanziellen Einfluss geltend machen“, erklärte TMV-Bundesgeschäftsführer Patrick Meinhard zum Start der Bienale.

Bei momentan laufenden Berlinale ist Uber neben ZDF und Armani wieder einer der drei Hauptsponsoren. Der TMV vermeldete, dass aus Gesprächen mit dem Verband ersichtlich sei, dass die Chance bestehe für das Jubiläum der 75. Berlinale 2025 Uber durch einen anderen Mobilitätspartner zu ersetzen. Hier erwarte der TMV ernsthafte Bemühungen des Regierenden Bürgermeisters Kai Wegener und der Kulturstaatsministerin Claudia Roth. Da sowohl vom Bund als auch vom Land hier erhebliche Mittel fließen, müsse ein politisches Interesse bestehen, astreine Sponsoren zu haben.

Politik muss sich einschalten

Der TMV sieht die dringende Notwendigkeit, dass die Politik sich aktiv einschaltet und die Hintergründe genauestens aufdeckt, wie es zu der skandalösen Entscheidung in Berlin hat kommen können, die Mercedes-Benz-Arena in „Uber-Arena“, die Verti-Music-Hall in „Uber-Eats-Music-Hall“ und den Mercedes Platz in „Uber-Platz“ umzubennen.

Dies gilt umso mehr, weil der Bundespresseball am 12. April 2024 seine Schatten schon vorauswirft. Auch im letzten Jahr trat dort Uber als Sponsor auf und die mittelständische Taxi- und Mietwagenbranche ist vollkommen berechtigt auf die Barrikaden gegangen. Geändert hat sich unverständlicher Weise nichts. Auf der Homepage des Bundespresseballs ist zu lesen, dass für das Ereignis in diesem Jahr neben Bayer, Hapag Lloyd, Philip Morris und Schwarz auch Uber wieder einer der Goldpartner ist.

Fashion-Week fährt Uber

Und auch eine weitere öffentlichkeitswirksame Bühne hat sich von Uber nach dem offensichtlichen Prinzip: „Geld stinkt nicht!“ in diesem Jahr in der Bundeshauptstadt kapern lassen. Erstmals wird Uber offizieller Partner der Berlin Fashion Week im Februar und Juli sein. Dieses ist umso ärgerlicher, da gerade in der Mode- und Designerbranche eine starke mittelständische Basis vorhanden ist und man hier ein ganz anderes Verhalten erwarten müsste. Es sei unglaublich, erklärte der TMV, wie Uber in seiner Erklärung so tue, als ob es sich um eine selbstlose Unterstützung der Modeszene und der Stadt Berlin aufgrund des zehnjährigen Bestehens handele. Das sei an Heuchelei wirklich nicht zu überbieten!

„Dass Presse, Politik, Mode- und Filmschaffende vor den Millionen von Uber einknicken, ist vollkommen inakzeptabel. Mit solch einem Verhalten leistet man dem Taxi-und Mietwagengewerbe und dem gesamten Mittelstand einen Bärendienst“, erklärte Meinhard.

TMV fordert Ende der Kooperation mit Uber

Die Forderung des TMV an die Veranstalter von Berlinale, Bundespresseball und Fashionweek ist eindeutig. Der Verband verlangt das Ende der Kooperation mit Uber. Und die Politik müsse sich endlich dafür einsetzen, dass der Zoll verstärkt werde, um die Kontrollen in Sachen Sozialdumping und Schwarzarbeit deutlich zu erhöhen. Zudem müssten klare Kriterien für die Redlichkeit der weiteren Sponsoren auf nachgewiesen werden, wenn öffentliche Gelder fließen.

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