Uber zieht sich aus Nigeria und Uganda zurück

Die Fahrdienstplattform stellt ihren Betrieb in beiden Ländern mit sofortiger Wirkung ein. Steigende Kosten, Inflation und der Wettbewerb setzen das Vermittlungsgeschäft unter Druck.

Taxifahren per Uber-App - in Kenia geht das noch. | Foto: Daniel Irungu/dpa/picture alliance
Taxifahren per Uber-App - in Kenia geht das noch. | Foto: Daniel Irungu/dpa/picture alliance

Uber stellt seinen Betrieb in Nigeria und Uganda mit sofortiger Wirkung ein. Damit zieht sich die Fahrdienstvermittlungsplattform aus zwei weiteren afrikanischen Märkten zurück. In Nigeria hatte Uber seine Präsenz über mehr als zehn Jahre ausgebaut. Nach Angaben des Unternehmens betrifft die Entscheidung ausschließlich die beiden Märkte. In Afrika bleibt der Anbieter damit noch in Ägypten, Ghana, Kenia und Südafrika aktiv.

Bereits im vergangenen Jahr hatte Uber seine Geschäftstätigkeit in der Elfenbeinküste und in Tansania beendet. Gleichzeitig hatte das Unternehmen seine weltweite Belegschaft um zehn Prozent reduziert. Eine detaillierte Begründung für den aktuellen Rückzug aus Nigeria und Uganda nannte Uber nicht.

Hoher Wettbewerbsdruck im Plattformgeschäft

In beiden Ländern trifft der Fahrdienstvermittler auf Wettbewerber wie Bolt, inDrive und SafeBoda. Gleichzeitig haben sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für Plattformen und die angeschlossenen Fahrer verschärft. Zu den Belastungen gehören steigende Kraftstoffkosten, Inflation und Währungsschwankungen. Fahrer kritisieren zudem die Höhe der Plattformprovisionen. Laut dem Ausgangstext behält Uber etwa 20 bis 25 Prozent des jeweiligen Fahrpreises ein.

Am Beispiel einer Flughafenfahrt in der nigerianischen Hauptstadt Abuja wird die Kostenbelastung deutlich. Bei einem Fahrpreis von 30.000 Naira, umgerechnet rund 20 Euro, entfallen demnach 6.000 Naira auf die Provision der Plattform. Hinzu kommen für die Fahrer unter anderem Einfahrts- und Parkgebühren am Flughafen.

Kosten belasten Fahrer

Fahrer in Nigeria haben in den vergangenen Jahren wiederholt wegen steigender Betriebskosten, niedriger Fahrpreise und ihrer Arbeitsbedingungen protestiert und gestreikt. Steigende Kraftstoffpreise haben die Belastung nach den Angaben im Ausgangstext zusätzlich erhöht. Mit dem Rückzug von Uber müssen betroffene Fahrer auf andere Vermittlungsplattformen ausweichen oder ihr Geschäftsmodell anderweitig anpassen. Bereits zuvor nutzten Fahrer teilweise mehrere Apps parallel, um ihre Auslastung und Einnahmen zu sichern.

Auch die Nachfrage steht unter Druck. Zweistellige Inflationsraten in Teilen Afrikas schwächen die Kaufkraft. Gleichzeitig erhöhen Kraftstoff, Fahrzeugwartung und Versicherungen die Kosten für die Fahrer. Steigende Fahrpreise können dadurch für einen Teil der Kunden zu einer höheren finanziellen Belastung werden.

Schwacher Naira verschärft wirtschaftlichen Druck

Besonders in Nigeria wirkt sich zudem die Entwicklung der Landeswährung auf das Geschäftsmodell aus. Einnahmen der Fahrer fallen in Naira an, während Teile der Kostenbasis der Plattform an den US-Dollar gekoppelt sind. Die Abwertung der Landeswährung verschärft damit den wirtschaftlichen Druck. Dabei verfügt Nigeria grundsätzlich über einen großen Markt für digital vermittelte Fahrdienstleistungen. Sein jährliches Volumen wird im Ausgangstext auf rund 450 Millionen US-Dollar geschätzt.

Für die Plattformen entsteht damit ein Zielkonflikt: Einerseits müssen die Fahrpreise für preisbewusste Kunden bezahlbar bleiben, andererseits benötigen Fahrer ausreichende Einnahmen, um steigende Betriebskosten zu decken. Der Kostendruck trägt dazu bei, dass Fahrer mehrere Plattformen gleichzeitig einsetzen, Fahrten außerhalb der Apps vereinbaren oder das Geschäft aufgeben.

Konkurrenten setzen auf andere Preismodelle

Ein Wettbewerber mit einem anderen Ansatz ist inDrive. Die Plattform setzt auf ausgehandelte Fahrpreise. Fahrer und Fahrgäste können dadurch den Preis einer Fahrt vereinbaren, anstatt ausschließlich auf standardisierte Tarife zurückzugreifen.

Der Rückzug von Uber verändert damit den Wettbewerb in zwei bevölkerungsreichen afrikanischen Märkten mit wachsendem Mobilitätsbedarf. Für Fahrgäste in Städten wie Lagos und Kampala fällt zugleich eine weitere Vermittlungsoption weg.

Offen bleibt, wie Uber sein Geschäft in den verbliebenen afrikanischen Märkten weiterentwickelt und ob sich die Preisgestaltung verändert. Ebenso ist noch nicht absehbar, wie konkurrierende Plattformen auf den Rückzug aus Nigeria und Uganda reagieren werden. (Quelle: Deutsche Welle/Yahoo Nachrichten)

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