Flughafen München: Uber richtet offizielle Pickup-Zonen ein
Der Flughafen München kooperiert künftig offiziell mit dem Plattformanbieter Uber. An beiden Terminals wurden nach Angaben des Unternehmens sogenannte Pickup-Zonen in unmittelbarer Nähe der Ankunftsbereiche eingerichtet. Damit erhält der Anbieter erstmals ausgewiesene Abholflächen direkt am Airport.
Für das örtliche Taxigewerbe bedeutet dies eine neue Wettbewerbssituation im wirtschaftlich bedeutenden Flughafengeschäft. Neben S-Bahn, Taxi und Lufthansa Airport-Shuttle steht Fluggästen nun eine weitere, infrastrukturell verankerte Transferoption zur Verfügung.
Kooperation mit dem Flughafen
Wie Uber auf Anfrage des Merkurs mitteilte, handelt es sich um eine offizielle Zusammenarbeit mit dem Flughafen München. Eine großflächige Beschilderung im Terminal sowie im Außenbereich führe zu den Abholzonen. Zusätzlich navigiere die Uber-App Fahrgäste direkt zu den vorgesehenen Flächen.
München ist nach den Flughäfen Berlin Brandenburg, Düsseldorf und Frankfurt der vierte deutsche Airport, an dem Uber ausgewiesene Pickup-Zonen betreibt. Fahrten vom Flughafen gehörten nach Unternehmensangaben bereits zuvor zu den meistgebuchten in der App. Eine formelle Kooperation mit dem Flughafenbetreiber habe bislang jedoch nicht bestanden.
Deutlicher Preisabstand zu Taxi-Festpreisen
Beim Fahrpreis nennt Uber für eine vermittelte Fahrt vom Flughafen in die Stadt einen durchschnittlichen Betrag von circa 70 bis 80 Euro. Je nach Zeitpunkt könne der Preis variieren.
Demgegenüber verlangen große Taxiunternehmen wie Taxi München oder IsarFunk für diese Strecke eine Pauschale von 106 Euro. Damit liegt der von Uber genannte Durchschnittspreis rechnerisch bis zu 36 Euro unter dem Taxi-Festpreis.
Im Taxigewerbe wird die Entwicklung seit Jahren kritisch begleitet. Plattformanbieter unterliegen anderen betrieblichen Strukturen als konzessionierte Taxiunternehmen, die an feste Tarife, Betriebspflichten und Standplatzregelungen gebunden sind. Mit der offiziellen Präsenz am Flughafen verschiebt sich das Wettbewerbsumfeld weiter zugunsten appbasierter Vermittlungsmodelle.
Ob und wie sich die Nachfrage künftig zwischen Taxi und Plattformdiensten verteilt, dürfte auch von Preisentwicklung, Verfügbarkeit und regulatorischen Rahmenbedingungen abhängen. (Quelle: Merkur)
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