Uber startet in Fulda – Taxigewerbe reagiert kritisch

Nach rund 50.000 Bestellversuchen innerhalb eines Jahres bietet der Plattformbetreiber seinen Fahrdienst nun auch in der osthessischen Stadt an. Örtliche Taxiunternehmer äußern Zweifel an der Wirtschaftlichkeit.

Der Anbieter erschließt in Fulda mit rund 70.000 Einwohnern einen weiteren regionalen Markt. | Foto: KI-generiert
Der Anbieter erschließt in Fulda mit rund 70.000 Einwohnern einen weiteren regionalen Markt. | Foto: KI-generiert

Der Mobilitätsdienstleister Uber hat am 29. Oktober 2026 seine Fahrtenvermittlung in Fulda gestartet. Damit erweitert der Plattformbetreiber sein Angebot in Hessen und erschließt einen weiteren Markt außerhalb der größeren Ballungsräume. Nach Unternehmensangaben gab es bereits vor dem Start eine erhebliche Nachfrage nach Fahrten über die App. Teile des örtlichen Taxigewerbes sehen den Markteintritt allerdings kritisch und äußern Zweifel an der Wirtschaftlichkeit einer Zusammenarbeit.

50.000 Bestellversuche vor dem Marktstart

Fulda zählt rund 70.000 Einwohner und gehört damit zu den kleineren Städten, in denen Uber seine Fahrtenvermittlung anbietet. Nach Angaben des Unternehmens ist der Mobilitätsdienstleister inzwischen in rund 70 deutschen Städten vertreten, darunter Frankfurt am Main. Weltweit ist die Plattform in mehr als 15.000 Städten aktiv.

Als Grundlage für die Entscheidung zum Markteintritt nennt Uber unter anderem die bisherige Nachfrage über seine App. Innerhalb der vergangenen zwölf Monate seien in Fulda rund 50.000 Bestellversuche registriert worden, obwohl die Fahrtenvermittlung dort noch nicht verfügbar gewesen sei.

Der Anbieter sieht insbesondere bei Fahrten zum Bahnhof sowie bei abendlichen Restaurantbesuchen Potenzial. Die digitale Vermittlung soll nach Unternehmensangaben bestehende Mobilitätsangebote ergänzen.

In Fulda ist Uber bereits seit November 2025 mit seinem Essenslieferdienst Uber Eats vertreten. Mit dem neuen Fahrtenvermittlungsangebot erweitert das Unternehmen seine Aktivitäten in der Stadt um die Personenbeförderung.

Uber setzt auf Kooperationen mit örtlichen Betrieben

Uber vermittelt Fahrten über seine digitale Plattform an kooperierende Taxi- und Mietwagenunternehmen. Nach Angaben von Deutschland-Chef Christoph Weigler sollen die beteiligten Betriebe dadurch zusätzliche Fahraufträge erhalten und neue Kundengruppen erreichen können.

Der Plattformbetreiber sieht darin eine Möglichkeit, das bestehende Beförderungsangebot in Fulda zu ergänzen. Zugleich richtet sich das Vermittlungsmodell an Unternehmen, die ihre Fahrzeuge über die App für zusätzliche Fahrten einsetzen möchten.

Taxigewerbe bezweifelt Wirtschaftlichkeit

Bei örtlichen Taxiunternehmen stößt der Markteintritt auf unterschiedliche Reaktionen. Andreas Müller, zweiter Vorsitzender des Vereins Taxi-Zentrale Fulda, steht dem neuen Angebot ablehnend gegenüber. Insbesondere die Wirtschaftlichkeit der über Uber vermittelten Fahrten betrachtet er angesichts der bestehenden Kostenstruktur kritisch.

Müller beabsichtigt nicht, sich mit seinem Unternehmen an der Plattform zu beteiligen. Nach seinen Angaben gibt es innerhalb des örtlichen Taxigewerbes neben zahlreichen ablehnenden Stimmen auch einzelne positive Einschätzungen.

Auch Taxiunternehmerin Maria Melillo-Lucas lehnt eine Zusammenarbeit mit Uber ab. Sie bezweifelt, dass sich das neue Vermittlungsangebot in Fulda dauerhaft etablieren wird.

Marktstart offenbar mit sechs Fahrzeugen

Nach Informationen der Fuldaer Zeitung soll ein Unternehmer, der bisher im örtlichen Taxigewerbe tätig war, den neuen Uber-Service zunächst mit sechs eigenen Fahrzeugen anbieten. Bei entsprechender Nachfrage könnte die Flotte erweitert werden.

Der betreffende Unternehmer hat sich bislang nicht öffentlich zu seinem Engagement geäußert. Weitere Angaben zum geplanten Fahrzeugeinsatz oder zur wirtschaftlichen Ausgestaltung des Angebots liegen aus dem Ausgangsbericht nicht vor.

Damit bleibt zunächst offen, wie sich die neue Fahrtenvermittlung auf den örtlichen Beförderungsmarkt auswirken wird und in welchem Umfang weitere Taxi- oder Mietwagenunternehmen eine Zusammenarbeit mit Uber aufnehmen. (Quelle: Fuldaer Zeitung)

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