Der seit 1990 bestehende Allgäu-Radweg auf der ehemaligen Eisenbahntrasse von Kempten nach Isny wird gerade im Sommer von vielen Radlern befahren. Umso unverständlicher ist es, dass in Kempten anscheinend keine Taxis zu bekommen sind, die ein Fahrrad transportieren. So jedenfalls erging es Dietmar Fund, dem Chefredakteur von taxi heute, nachdem er auf dem grob gekiesten Weg auf der Fahrt zum Kemptener Bahnhof bergab „einen Zahn zugelegt“ und in der Vorfreude auf die lange Abfahrt nördlich von Buchenberg ein Schlagloch übersehen hatte. Mit dem stark verbogenen Vorderrad ließ sich das Rad nicht einmal mehr schieben.
Die Taxi-Funk eG in Kempten, erreichbar unter der bundesweiten Sammelnummer und über zwei weitere einprägsame Telefonnummern, gab die Auskunft, sie habe keine Taxis, die ein Fahrrad transportieren könnten. Dieselbe Auskunft kam von der Taxi-Ruf Zentrale Kempten.
Laut ihrer Homepage vermittelt die Taxi-Funk eG Kempten 55 Fahrzeuge. Ein Bild auf ihrer Internetseite zeigt mehrere E-Klasse-Kombis und einen VW Touran, mit denen man ein Rad nach Umklappen der Rücksitze und den Radfahrer auf dem Beifahrersitz transportieren könnte. Es drängt sich der Eindruck auf, dass es hier nicht um das Können, sondern um das Wollen gegangen ist, was in einer so stark touristisch geprägten Region ein Armutszeugnis ist.
Übrigens erbarmte sich die Ehefrau eines weiteren angerufenen Taxiunternehmers. Sie sagte, sie und ihr Mann würden auch viel Rad fahren und sie bringe den gestrandeten Radler jetzt einfach mit ihrem privaten VW-Bus zum Bahnhof. Sie wollte noch nicht einmal etwas dafür haben.
Der Name des Taxiunternehmers ist der Redaktion bekannt. Damit er sich keinen Anfeindungen ausgesetzt sieht, die im mobilen Gewerbe leider keine Seltenheit sind, wird er hier höflichst verschwiegen.
Die Kemptener Kollegenschaft sollte sich schleunigst überlegen, ob sie nicht mit etwas Entgegenkommen auch Radler als Kundschaft erschließen können. Schließlich ist die Region sehr hügelig und bringt auch Urlauber außer Puste, die sich über eine bequeme Rückfahrt ins Hotel freuen würden. Das müsste man nur über Aushänge und über die Flyer der Touristik-Informationen publik machen.
Inzwischen hat die Allgäuer Zeitung sachlich über den Fall berichtet.
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