Höherer Taxi-Tarif erfordert Gegenleistungen

Die Hamburger Behörde für Verkehr und Verkehrswende hat beim Senat die Erhöhung des Taxi-Tarifs durchgesetzt, lässt aber durchblicken, dass sie dafür auch eine höhere Qualität der Taxi-Dienstleistungen erwartet.

Der Taxi-Tarif in Hamburg wird zum 1. Juni erhöht. Deshalb fordert die Behörde nun auch eine qualitativ hochwertige Dienstleistung. (Foto: Dietmar Fund)
Der Taxi-Tarif in Hamburg wird zum 1. Juni erhöht. Deshalb fordert die Behörde nun auch eine qualitativ hochwertige Dienstleistung. (Foto: Dietmar Fund)
Dietmar Fund

Zum ersten Mal nach fünf Jahren hat der Hamburger Senat am 12. April 2022 den Taxi-Tarif erhöht und die Taxi-Tarifordnung um ein paar neue Punkte erweitert, die unter anderem die Mitnahme von Fahrrädern und das bargeldlose Bezahlen betreffen. Zusätzlich zu einem Festpreis für eine Strecke von bis zu 12 Kilometern wird ein zweiter für Strecken bis zu 22 Kilometern eingeführt.

Dirk Ritter, Leiter des Sachgebiets Aufsicht und Genehmigungen in der Behörde für Mobilität und Verkehrswende, hat die Taxiunternehmer der Hansestadt umgehend über die Neuerungen informiert und sie ihnen erläutert. Wichtig für Unternehmer und Unternehmerinnen in anderen Regionen des Bundesgebiets ist sein Hinweis auf eine Neuregelung zum bargeldlosen Bezahlen. Wer wie die allermeisten der Hamburger Taxis eine solche Möglichkeit anbietet, darf den Fahrgästen das bargeldlose Bezahlen nicht verweigern. Ansonsten gilt das jetzt als Ordnungswidrigkeit.

Ritter appelliert auch an die Fahrerinnen und Fahrer von Elektrotaxis, die sich zum Ärger von „Verbrennertaxis“ offenbar allzu gerne an die für sie vorgesehene „Pole Position“ an den beiden Terminals des Flughafens stellen, nicht ständig dorthin zurückzufahren und damit unnötige Leerkilometer anzuhäufen. Vielmehr sollten sie sich auch in der Stadt bereithalten.

Wichtig ist in diesem Zusammenhang folgender Hinweis Ritters: „Wir werden die steigenden Treibstoff- und Energiekosten in Zukunft nicht immer weiter auf die Fahrpreise umlegen können, solange es noch eine Vielzahl dieser unbesetzten Rückfahrtenmodelle gibt und der Besetztanteil bei unter 48 Prozent liegt. Hier muss es Bemühungen geben, durch eine breitere und kooperative Vermittlung Anschlussfahrten zu generieren und Leerkilometer zu reduzieren.

Außerdem legt der engagierte, aber auch streitbare Behördenvertreter den Taxiunternehmern und –unternehmerinnen ans Herz, dass die erhöhten Taxenpreise auch mit einer qualitativ hochwertigen Dienstleistung einhergehen müssten. Sein Schlussappell: „Bitte bieten Sie den Fahrgästen unbedingt einen freundlichen und adäquaten Service an!“.

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