Streit um Fahrpreise: Freenow verlangt Mindesttarife für Mietwagen

(dpa) Während Köln neue Preisregeln einführt, warnen Plattformen wie Bolt vor höheren Kosten für Fahrgäste. Der Wettbewerb im urbanen Personenverkehr spitzt sich zu.

In mehreren Städten wird über Mindestpreise für Mietwagenfahrten diskutiert, um den Wettbewerb mit dem Taxi neu zu ordnen. | Foto: Paul Zinken/dpa
In mehreren Städten wird über Mindestpreise für Mietwagenfahrten diskutiert, um den Wettbewerb mit dem Taxi neu zu ordnen. | Foto: Paul Zinken/dpa

Die Vermittlungsplattform Freenow fordert die Einführung von Mindestpreisen für Mietwagenfahrten, wie sie unter anderem über die Plattformen Uber und Bolt vermittelt werden. Der Deutschland- und Österreich-Chef des Unternehmens, Alexander Mönch, sieht insbesondere im Berliner Markt einen verzerrten Wettbewerb durch deutlich günstigere Mietwagenangebote. Mindestentgelte seien aus seiner Sicht erforderlich, um Preisdumping zu unterbinden.

Seit Jahren steht das Taxigewerbe wirtschaftlich unter Druck. Die Vermittlung von Mietwagenfahrten zu häufig niedrigeren Preisen habe zu einem intensiven Wettbewerb im Straßenpersonenverkehr geführt. Nach Einschätzung von Freenow verschärfen stark rabattierte Angebote die Situation zusätzlich.

Unterschiedliche Positionen der Plattformbetreiber

Der Wettbewerber Bolt lehnt Mindestpreise ab. Nach Angaben des Unternehmens führten Preisuntergrenzen zu einer politischen Verteuerung von Mobilität und schränkten die Wahlfreiheit der Verbraucher ein. Höhere Fahrpreise könnten demnach die Nachfrage senken und damit auch die Zahl der Aufträge für Fahrer reduzieren.

Mindestpreise in Köln und München

In Köln gelten seit dem 1. Juni Mindestpreise für den Verkehr mit Mietwagen. Fahrten dürfen dort maximal 20 Prozent günstiger sein als eine vergleichbare Taxifahrt. Die Taxitarife werden in den jeweiligen Städten behördlich festgelegt. Auch in München sollen ab dem 1. Juli entsprechende Mindestpreise für Mietwagenfahrten in Kraft treten.

In Berlin besteht seit zwei Jahren die Möglichkeit, Taxifahrten zu Festpreisen anzubieten. Nach Einschätzung von Marktteilnehmern habe dies den Konkurrenzdruck jedoch nur geringfügig gemindert. Die Taxi-Branche hatte eine solche Regelung zuvor gefordert.

Freenow feiert 15-jähriges Bestehen

Freenow vermittelt nach eigenen Angaben inzwischen ausschließlich Taxifahrten und keine Mietwagenfahrten mehr. Das Unternehmen wurde 2011 unter dem Namen Mytaxi gegründet und feiert in diesen Tagen sein 15-jähriges Bestehen.

In den vergangenen 15 Jahren seien über die App in Berlin mehr als 165 Millionen Kilometer zurückgelegt worden. Die längste vermittelte Fahrt führte demnach über mehr als 400 Kilometer von Berlin nach Bremen. Der Fahrpreis habe 889,79 Euro betragen. (Quelle: dpa)

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