RMV und ioki starten Europas größtes On-Demand-Projekt

Mit neun Partnern startet im Rhein-Main-Gebiet ein Ridepooling-Projekt, bei dem 150 Elektro-Shuttles in erster Linie Zubringerdienste für Busse und Bahnen leisten und private Pkw ersetzen sollen.

RMV-Geschäftsführer Prof. Knut Ringat (l.) und DB-Vorstand Personenverkehr Berthold Huber präsentierten das App-basierte Ridepooling. (Foto: Arne Landwehr/RMV)
RMV-Geschäftsführer Prof. Knut Ringat (l.) und DB-Vorstand Personenverkehr Berthold Huber präsentierten das App-basierte Ridepooling. (Foto: Arne Landwehr/RMV)
Dietmar Fund

Mit Verkehrsbetrieben aus neun Städten und Landkreisen im Rhein-Main-Gebiet startet der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) am 1. Januar 2021 ein für die Jahre bis 2024 konzipiertes Projekt für flächendeckende On-Demand-Verkehre. Sie sollen bis Ende 2021 mit 150 barrierefreien Elektro-Shuttles unterschiedlicher Größen und mindestens sechs Fahrgastplätzen je nach Einzugsgebiet durchgeführt werden. Sie werden erst im ersten oder zweiten Quartal 2021 ausgeschrieben und die Typen sollen im dritten Quartal 2021 feststehen. Der RMV als Koordinator greift dabei nach einer europaweiten Ausschreibung auf die Bahn-Tochter ioki als Partner zurück, der die nötige Software liefert. Das gaben RMV-Geschäftsführer Prof. Knut Ringat und Berthold Huber, Vorstand der Deutschen Bahn AG für den Personenverkehr, am 2. Dezember 2020 bei einer virtuellen Pressekonferenz bekannt.

Die Fahrzeuge sollen zunächst zwar täglich, aber zu eingeschränkten und noch nicht genannten Betriebszeiten in erster Linie über eine App gebucht werden, die dann in allen Regionen genutzt werden kann. Sie zeigt nach der Buchung den Weg zur nächsten virtuellen Haltestelle an. Vorgesehen ist aber auch, die Fahrten telefonisch über eine Telefon-Hotline buchbar zu machen. Basis für die Bezahlung sollen Verbund-Tickets sein, für die ein Komfortzuschlag erhoben werden soll.

Die Keimzelle des neuen Projekts ist das seit eineinhalb Jahren im Landkreis Offenbach laufende Projekt „kvG OFHopper“, das nun auf die Software von ioki umgestellt wird. Kommunale Verkehrsbetriebe vor Ort würden die Verkehre ausschreiben, hieß es in der Pressekonferenz. Die Frage von taxi heute, ob auch Taxi- und Mietwagenunternehmer berücksichtigt würden, wurde beim Chat nicht beantwortet.

Das Projekt wird vom Bund mit 27 Millionen Euro und vom Land Hessen mit einer laut RMV-Geschäftsführer Ringat vergleichbaren Summe gefördert. Der hessische Wirtschafts- und Verkehrsminister Tarek al Wazir erklärte in einem Video-Grußwort, das Land engagiere sich finanziell, weil es hier darum gehe, „jede und jeden schnell, individuell und klimaschonend ans Ziel zu bringen.“

Als klimaschonend werden bei dem Projekt übrigens nicht nur batterieelektrische Fahrzeuge angesehen, sondern auch solche, deren Elektromotoren über eine Brennstoffzelle mit Wasserstoff angetrieben werden. Letztere setzt ioki bereits in Form von Toyota Mirai ein, die allerdings weniger Sitzplätze haben als die beim Projekt angestrebten.

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