E-Shuttles rollen bald in Ahrensburg

Die Bahn-Tochter ioki soll vor den Toren Hamburgs zeigen, wie On-Demand-Sammelverkehre die Anbindung an den ÖPNV verbessern und private Pkw überflüssig machen könnten.

Offenbar möchte ioki auch in Ahrensburg Fahrzeuge vom Typ LEVC TX einsetzen, die Platz für bis zu sechs Fahrgäste bieten und eine ausklappbare Rollstuhlrampe haben, mit der es sich gut werben lässt. (Foto: ioki)
Offenbar möchte ioki auch in Ahrensburg Fahrzeuge vom Typ LEVC TX einsetzen, die Platz für bis zu sechs Fahrgäste bieten und eine ausklappbare Rollstuhlrampe haben, mit der es sich gut werben lässt. (Foto: ioki)
Dietmar Fund

In Ahrensburg am Rande des Innenstadt-Tarifs des Hamburger Verkehrsverbunds (HVV) erproben die Bahn-Tochter ioki und die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein GmbH (VHH) von Dezember 2020 bis Ende 2021 einen On-Demand-Shuttle-Verkehr. Er soll ohne feste Haltestellen und Fahrpläne Außenbezirke und ein Gewerbegebiet an den Öffentlichen Personen-Nahverkehr anbinden. Die Nutzer sollen virtuelle Haltestellen in maximal 250 Metern Entfernung für die Abholung und als Ziel per App buchen können. Da es sich um ein Ridepooling-Modell handelt, können unterwegs Fahrgäste mit ähnlichem Ziel zusteigen.

Eingesetzt werden laut einer Pressemitteilung vom 22. Oktober 2020 fünf elektrisch angetriebene Shuttle-Fahrzeuge, die gemäß einer Studie von ioki zur Abdeckung des vorgesehenen Testgebiets reichen sollen. Den Pressefotos nach zu urteilen kommen wie in Hamburg elektrisch angetriebene Fahrzeuge vom Typ LEVC TX mit Dreizylinder-Benziner als Reichweiten-Verlängerer zum Einsatz. Zu welchen Zeiten sie buchbar sind, was die Fahrt kosten soll und ob auch das Bezahlen nur über die App möglich ist, haben die Partner noch nicht verraten.

Ahrensburg zählt mit Winsen und dem Kreis Stormarn zu den Test-Regionen des Reallabors Hamburg, das Fördergelder des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur bekommt. Es soll On-Demand-Verkehre im ländlichen Raum erproben.

Wie auch dieses Beispiel zeigt, sind Kommunen und Verkehrsbetriebe an On-Demand-Sammelverkehren stark interessiert. Dies gilt ganz besonders, wenn Politiker und Entscheider mit Elektrofahrzeugen besonders umweltfreundlich wirken wollen. Taxi- und Mietwagenunternehmer sollten sich überlegen, ob sie sich in solchen Fällen nicht als Partner einbringen könnten.

Dass das für innovative und umtriebige Taxi- und Mietwagenunternehmer kein Hexenwerk ist, hat taxi heute unlängst am Beispiel des Taxiunternehmers Jörg Marggraf aus Melsungen geschildert.

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