Volvo EX60: erste Details zu Volvos perspektivisch wichtigsten Modell
Volvo plant beim EX60 den nächsten großen Schritt – mit mehr Reichweite, schnellerem Laden – und einem Preis, der nicht mehr ganz so weit nach oben ausreißt. Wie Automotive News berichtet, soll CEO Samuelsson genau wissen:
„Kunden werden Elektroautos kaufen, sobald der Preis in etwa dem eines Verbrenners entspricht.“
Das soll laut Samuelsson „in den kommenden Jahren passieren“ – und mit dem EX60 wolle Volvo den nächsten „großen Schritt“ gehen.
Unter dem Blech steckt Volvos neue Plattform SPA3 – die Weiterentwicklung jener Architektur, auf der schon EX90 und ES90 basieren. Sie wurde „von Grund auf elektrisch gedacht“, betont Chief Commercial Officer Erik Severinson. Herzstück der Innovation ist die Batterieintegration.
Der Akku ist jetzt Teil der tragenden Struktur – kein separates Bauteil mehr. Das spart Gewicht, senkt Kosten und schafft Platz im Innenraum. Das Ergebnis: mehr Raum für Familie, Freizeit. Das sieht man auch an der Optik: Wo der XC60 noch eine lange Haube vor sich herfährt, bietet der EX60 deutlich mehr Innenraumvolumen.
Endlich: Eigene Elektromotoren!
Volvo setzt außerdem auf eigene Elektromotoren und Batteriezellen mit höherer Energiedichte. Das ist bisher eine Krux der Geely-Maschinen: Sie verbrauchen (zu) viel Strom! Die Volvo-Motoren sollen mehr Reichweite und bessere Effizienz bringen – und die Abhängigkeit von Zulieferern verringern. Damit wäre beim EX60 (fast) alles „made by Volvo“ – vom Motor bis zur Software.
Megacasting: weniger Teile, mehr Präzision
Auch in der Produktion geht Volvo neue Wege.
Modelle auf SPA3-Basis teilen sich künftig zentrale Komponenten – Batterien, Steuercomputer, Fertigungsprozesse. Das Zauberwort darüber hinaus heißt aber Megacasting: große Karosserieteile entstehen in einem Guss. Das reduziert Komplexität, steigert die Präzision und spart bares Geld. Und keine Angst wegen Crashsicherheit: Wir durften in Schweden bereits erste Teile sehen: Der Vorder- und Hinterwagen, die aus einem Teil „gespritzt“ werden, sind durch Crashboxen zusätzlich geschützt. Sollten die bei einem Crash „aufgezehrt“ sein, dann wäre auch ein Standardfahrzeug, bei dem Vorder- und Hinterwagen aus mehreren Elementen verschweißt werden, ein Totalschaden, erklärten uns die verantwortlichen Ingenieure.
Mit der neuen Plattform will Volvo auch leichter Geld verdienen
Dank der modularen Bauweise kann Volvo seine Fahrzeuge zudem flexibel an verschiedene Märkte anpassen. Der Marktstart in den USA ist für die zweite Jahreshälfte 2026 geplant. Und: Die neue Plattform soll nicht nur Technik bringen, sondern auch Wirtschaftlichkeit. Laut Volvo verbessert SPA3 die Bruttomarge um acht bis zehn Prozentpunkte im Vergleich zu bisherigen Modellen auf CMA-Basis.
Der Politik zum Trotz: Volvo will auch Amerika elektrisieren
Mit dem EX60 peilt Volvo auch den US-Markt an – und zwar selbstbewusst.
In den kommenden fünf Jahren soll der Absatz dort um mehr als 60 Prozent steigen. Da bleibt Samuelsson so gelassen, wie er immer rüberkommt – selbst ohne staatliche Förderungen:
„Staatliche Anreize helfen kurzfristig, aber sie allein werden die Elektrifizierung nicht vorantreiben. Entscheidend sind bessere Autos.“
Ein Satz wie ein Manifest: Volvo glaubt an Technik – nicht an Subventionen. Geändert wird auch das Produktionsnetzwerk, das auch bei Volvo gen Osten erweitert wird. Die Fertigung könnte im slowakischen Kosice erfolgen, der dritten Produktionsanlage von Volvo Cars in Europa – und bildet zusammen mit den Fertigungsstätten im belgischen Gent und im schwedischen Torslanda ein Dreieck, das die größte Absatzregion Volvos abdeckt.
In Kosice sollen ausschließlich Elektroautos vom Band laufen. In Kombination mit dem klimaneutralen Werksbetrieb unterstreicht dies die Ambitionen von Volvo Cars, zum vollelektrischen Automobilhersteller zu werden und bis zum Jahr 2040 Netto-Null-Treibhausgasemissionen zu erreichen. Das Unternehmen investiert rund 1,2 Milliarden Euro in sein neues Werk, das von einer gut etablierten Lieferkette profitiert. Es ist bereits das fünfte Automobilwerk in der Slowakei und schafft mehrere Tausend neue Arbeitsplätze in der Region. Die Produktionskapazität beträgt bis zu 250.000 Fahrzeuge pro Jahr.
Der EX60 soll zeigen, dass Elektromobilität längst kein Luxusprojekt mehr ist. Er steht für eine neue Phase bei Volvo. Die soll effizienter, smarter und noch alltagstauglicher sein – und bezahlbarer. Wenn der Plan aufgeht, könnte der EX60 für die E-Mobilität das werden, was der XC60 einst für den SUV-Markt war: Ein Bestseller mit Stil, Substanz – und einem slowakisch-skandinavischen Kompass.
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