Fraunhofer IAO startet autonomes Shuttle „BumbleB“ in Stuttgart

Ein autonom fahrender Shuttlebus, eine Mobilitätsstation sowie neue Sharing-Angebote machen den Arbeitsweg für Fraunhofer-Beschäftigte künftig nachhaltiger, komfortabler und zukunftsfähig.

Die Partner eröffnen feierlich den Projektstart: v.l. Theresa Strobel-Vogt, Alexander Merkel, Prof. Gabriele Gühring, Dr. Steffen Braun, Philipp Franke, Patrick Ansbacher und Christopher Legner. (Foto: Fraunhofer IAO/Gabriel Parsyak)
Die Partner eröffnen feierlich den Projektstart: v.l. Theresa Strobel-Vogt, Alexander Merkel, Prof. Gabriele Gühring, Dr. Steffen Braun, Philipp Franke, Patrick Ansbacher und Christopher Legner. (Foto: Fraunhofer IAO/Gabriel Parsyak)
(erschienen bei busplaner von Claus Bünnagel)

Zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit Bahn, Bus oder Auto – rund 2.000 Beschäftigte pendeln täglich zwischen dem Fraunhofer-Institutszentrum Stuttgart IZS und ihrem Zuhause. Das neue Projekt IZSMO (IZS-Mobility) des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO und der Hochschule Esslingen, gefördert durch das Bundesamt für Logistik und Mobilität (BALM), setzt auf dem Forschungscampus ein innovatives Mobilitätskonzept um, das den bislang stark Pkw-lastigen Pendelverkehr messbar klimafreundlicher, komfortabler und effizienter macht. 

Mobilitätsprojekt IZSMO startet

Forschende des Fraunhofer IAO analysieren zu Projektbeginn und -ende das Mobilitätsverhalten der Beschäftigten. Sie erproben neue Angebote und bewerten deren Wirkung durch die Messung der realen CO2-Einsparung und dem Mitarbeiterfeedback. Die Hochschule Esslingen übernimmt im Projekt die Koordination und greift auf die Erkenntnisse aus dem Forschungsprojekt Ameise zurück, in dem Handlungsempfehlungen für die Einbindung autonomer Shuttles im öffentlichen Personennahverkehr entwickelt wurden.

„Wir machen das Institutszentrum zum Reallabor und zeigen, wie nachhaltige Mobilität in der Praxis funktioniert, den Arbeitsweg für Beschäftigte attraktiver macht und gleichzeitig die Umwelt entlastet“ (Theresa Strobel-Vogt, Mitarbeiterin im Forschungsbereich Smart Energy and Mobility Solutions am Fraunhofer IAO)

Erste Erfahrungswerte werden zeigen, ob das Konzept auch auf andere Unternehmen übertragbar ist. 

Autonomes Shuttle „BumbleB“ verbindet Campus und Bahnstation 

Ein Highlight des Projekts ist das autonome Shuttle „BumbleB“, das von der Bertrandt Group weiterentwickelt wurde. Seit Mitte April pendelt der Minibus zunächst probeweise über den Campus. Perspektivisch verbindet BumbleB autonom und barrierefrei im Realbetrieb die Strecke zwischen Fraunhofer-Campus und S-Bahn-Station „Universität“, kostenlos für Mitarbeiter und Besucher. Der bisherige Fußweg vieler Fraunhofer-Mitarbeitender von rund 15 Minuten verkürzt sich damit erheblich.

„Unser Ziel ist klar: Baden-Württemberg geht beim autonomen Fahren den nächsten Schritt – weg von einzelnen Projekten, hin zur breiten Anwendung. So schaffen wir die Grundlage für die zukünftige Mobilität und stärken zugleich nachhaltig unsere heimische Automobilwirtschaft. Gerade mit Blick auf den absehbaren Fahrermangel im öffentlichen Verkehr ist es entscheidend, neue Mobilitätslösungen voranzubringen. Das sichert verlässliche Angebote im städtischen wie im ländlichen Raum und ermöglicht Mobilitätsfreiheit für alle, auch mobilitätseingeschränkte Menschen“, erklärt Philipp Franke, Abteilungsleiter im Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg.

Ein Baustein für die Zukunft

Mit dem Start des Realbetriebs wird eine Hürde auf dem Weg zum flächendeckenden Einsatz autonomer Kleinbusse im ÖPNV in Deutschland genommen, denn bislang fehlen Anwendungen im echten Betrieb außerhalb von Teststrecken.

„Das Projekt IZSMO liefert damit erstmalig einen wegweisenden Baustein für die zukünftige Typenzulassung autonomer Shuttles im öffentlichen Nahverkehr“, betont Christopher Legner, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Hochschule Esslingen.

Ein eigener Mobility Hub und Fahrgemeinschaften fördern

Ein Teil der knapp 700 Pkw-Stellplätze auf dem Fraunhofer-Gelände wird zudem zum sogenannten Mobility Hub umgewandelt. Dort stehen künftig kostenlose Sharing-Fahrräder, ein Hopper (ein zweisitziges Kabinenfahrrad mit Kofferraum), Lastenräder und E-Scooter, Abstellflächen für private Fahrräder, eine Ladeinfrastruktur für Mikromobilität, eine Fahrradservicestation sowie smarte Schließfächer für Helme und Taschen bereit. Eine klare Wegeführung und digitale Informationsdisplays mit Echtzeitinformationen erleichtern die Nutzung der neuen Angebote. Neben neuen Mobilitätsformen setzt das Projekt auf die systematische Förderung von Fahrgemeinschaften: Reservierte Stellplätze und die Plattform „Stuttgart fährt mit“ unterstützen die Bildung von Fahrgemeinschaften unter den Mitarbeitern. (Quelle: Fraunhofer IAO)

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