Mercedes-Benz C-Klasse: Digitaler und effizienter

Die neue C-Klasse wird mit Mildhybriden mit 48-Volt-Technik und integriertem Starter-Generator sowie Plug-in-Hybriden durchgängig elektrifiziert – setzt antriebstechnisch aber keine neuen Highlights und wird nicht als Taxi ab Werk angeboten.

Limousine und Kombi der neuen C-Klasse kommen zeitgleich. | Foto: Mercedes-Benz
Limousine und Kombi der neuen C-Klasse kommen zeitgleich. | Foto: Mercedes-Benz
Redaktion (allg.)
(erschienen bei VISION mobility von Gregor Soller)

Als reiner Stromer wird auch die neue C-Klasse nicht (mehr) kommen. Aber einmal mehr als Plug-in-Hybrid, der dank hocheffizientem Batteriesystem rund 100 Kilometer elektrische Reichweite nach WLTP schaffen soll. Technisch fährt Daimler trotzdem groß auf: Mit Hinterachslenkung und „Digital Light“ sowie einem noch schlaueren MBUX-System samt Updates over the air. Limousine und T-Modell feiern gemeinsam Premiere, können ab 30. März bestellt werden und kommen im Sommer 2021 zu den Vertriebspartnern. Eine Taxi-Ausrüstung ab Werk wird es aber nicht geben, wie taxi heute bereits gemeldet hat.

Das Motorenprogramm umfasst ausschließlich Vierzylinderaggregate aus der aktuellen modularen Mercedes-Benz Motorenfamilie FAME (Family of Modular Engines). Sowohl die Diesel- als auch die Ottomotoren verfügen neben der Aufladung mit Hilfe des Turboladers erstmals auch über eine intelligente Unterstützung im niedrigen Drehzahlbereich mit einem integrierten Starter-Generator (ISG) als Mild-Hybrid der zweiten Generation. Zum ISG gehört das 48-Volt-Bordnetz, das Funktionen wie Segeln, Boost oder Rekuperieren sicherstellt und deutliche Verbrauchseinsparungen ermöglicht. Außerdem sollen die Motoren damit sehr schnell und komfortabel starten, sodass die Start-Stopp-Funktion für den Fahrer ebenso fast unmerklich erfolgt wie der Übergang vom Segeln mit stehendem Motor zum kraftvollen Vortrieb mit Motorkraft. Im Leerlauf soll das intelligente Zusammenspiel des ISG mit dem Verbrennungsmotor für eine überragende Laufruhe sorgen. Neben den Mildhybriden wird es noch einen Plug-in-Hybrid-Benziner mit bis zu 100 km rein elektrischer Reichweite geben. Gestartet wird mit drei Benzinern (C180, C200 und C300) sowie zwei Dieseln (C220d und C300d).

Daimler bleibt den Plug-in-Dieseln treu!

Bald nach dem Start folgen Plug-in-Hybride der vierten Generation. Unter Verwendung der gleichen Grundmotoren macht die Elektrifizierung hier laut Daimler einen weiteren großen Schritt. Mit einer elektrischen Antriebsleistung von 95 kW (129 PS) und einer rein elektrischen Reichweite von rund 100 Kilometern (WLTP) sollen die Plug-in-Hybrid Modelle der C-Klasse noch öfter ohne Einsatz des Verbrennungsmotors unterwegs sein. Dieser ist der moderne Vierzylinder M 254 in der Zweiliter-Variante. Wichtig: Auch die Diesel Plug-in-Hybride als Limousine und T-Modell folgen wieder.

Das neue Hochvolt-System soll kompakter und leistungsfähiger sein. Die Zahl der Hochvolt-Schnittstellen wurde laut Daimler deutlich reduziert. Die Integration der Leistungselektronik in das Getriebegehäuse verringert die benötigten Bauräume und vereinfacht Montageprozesse im Fahrzeugwerk. Außerdem steigt durch eine Erhöhung der Systemspannung die Antriebsleistung, ohne dass dafür größere Leitungsquerschnitte notwendig wurden.

Das maximale Drehmoment der E-Maschine von 440 Nm ist ab der ersten Motorumdrehung bereit und bewirkt eine hohe Agilität beim Anfahren und ein dynamisches Fahrverhalten. Die volle elektrische Leistung steht bis 140 km/h zur Verfügung und wird dann soft abgeregelt.

Der Akku ist eine Eigenentwicklung

Die Hochvolt (HV)-Batterie ist eine Eigenentwicklung der Mercedes-Benz AG. Sie gehört einer Batteriefamilie der vierten Generation an und stellt eine konsequente Weiterentwicklung der Vorgängergeneration dar. Sie besteht aus 96 Zellen in sogenannter Pouch-Bauform. Die Akku-Gesamtkapazität beträgt 25,4 kWh. Dies führt zu einer deutlichen Steigerung der Reichweite in den Bereich von rund 100 Kilometern. Um der hohen Leistungsdichte Rechnung zu tragen, verfügt die HV-Batterie über eine innenliegende Kühlung. Über das Thermomanagement kann so die Betriebstemperatur unabhängig von der Innenraumklimatisierung geregelt werden. Dies ermöglicht neben dem Dauerbetrieb in Heiß- und Kaltländern auch das Schnellladen mit Gleichstrom. Selbst bei entleerter Batterie ist eine volle Aufladung mit dem optionalen 55-kW-DC-Lader in rund 30 Minuten realisierbar. Für das Laden am heimischen Wechselstromnetz ist serienmäßig ein 11-kW-Charger (marktabhängig) für das dreiphasige Laden an der Wallbox verfügbar.

Beim Plug-in endlich keine Stufe mehr im Laderaum

Die Anordnung der Batterie im Fahrzeug bringt gemessen am Vorgänger Vorteile im Alltag: Der Gepäckraum besitzt nun keine Stufe mehr und bietet eine Durchlademöglichkeit. Besonders deutlich wird der Fortschritt beim T-Modell: Die Länge des Gepäckraumbodens steigt um 63 mm auf 1.043 mm. Hohe Getränkekisten können problemlos unter die Kassetten von Abdeckrollo und Laderaumnetz geladen werden, denn die Höhe des Gepäckraumes steigt um 150 mm auf 732 mm. Das Gepäckraumvolumen wurde gegenüber dem Vorgänger um 45 Liter auf 360 Liter erhöht, bei umgeklappten Rücksitzen passen sogar 1.375 Liter (plus 40 Liter) ins T-Modell. Luftfederung und Niveauregulierung hinten sind bei Limousine und Kombilimousine serienmäßig.

Großes Zentraldisplay wie bei der S-Klasse

Den Fahrerbereich kennzeichnet ein hochauflösender LCD-Bildschirm. Er steht frei und scheint vor dem Flügelprofil und der Zierteilfläche zu schweben. Damit hebt sich das Fahrer-Display von traditionellen Cockpits mit klassischen Rundinstrumenten ab. Käufer haben die Wahl zwischen einer 10,25-Zoll-(26,0 cm) und einer 12,3-Zoll-(31,2 cm) Ausführung.

Auch beim Zentral-Display wird der Paradigmenwechsel hin zur Digitalität deutlich: Die Fahrzeugfunktionen sind über den Touchscreen steuerbar. Sein Hochformat bietet insbesondere für die Navigation deutliche Vorteile. Wie die Instrumententafel ist auch die Bildschirmfläche des großen Touchscreens leicht zum Fahrer hin orientiert. Das Zentral-Display verfügt serienmäßig über eine Bildschirmdiagonale von 9,5 Zoll (24,1 cm). Optional ist eine größere Version mit 11,9 Zoll bzw. 30,2 cm erhältlich.

Auch die C-Klasse erhält jetzt die neueste Generation MBUX

Auch die neue C-Klasse fährt jetzt die zweite Generation des Infotainmentsystems MBUX (Mercedes-Benz User Experience) auf. Der Innenraum wird noch digitaler und intelligenter, denn Hard- und Software haben einen großen Sprung gemacht: Auf den LCD-Bildschirmen erleichtern brillante Ansichten die Steuerung von Fahrzeug- und Komfortfunktionen. Im neuen „Assistenzmodus“ wird das Verkehrsgeschehen in Echtzeit abgebildet und mit wichtigen Anzeigeinformationen ergänzt. Die Fullscreen-Navigation wurde aus der S-Klasse übernommen und soll dem Fahrer die bestmögliche Orientierung während der Fahrt bieten.

Der Sprachassistent „Hey Mercedes“ ist dialog- und lernfähiger durch Aktivierung von Onlinediensten in der Mercedes me App. Ferner können bestimmte Aktionen auch ohne den Aktivierungsbegriff „Hey Mercedes“ ausgelöst werden. Dazu gehört beispielsweise die Annahme eines Telefonanrufs. „Hey Mercedes“ erklärt mit dem Sprachbegriff „Hilfe“ auch Fahrzeugfunktionen und unterstützt, wenn man sein Smartphone per Bluetooth verbinden möchte oder den Verbandskasten sucht. Sogar die Insassen soll die C-Klasse jetzt an der  Stimme erkennen.

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