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Nürnberger Taxler legen Dachzeichen nieder

Am bundesweiten Aktionstag gegen das „Eckpunktepapier“ zur PBefG-Novelle legen die Taxi-Zentrale Nürnberg und eine Gruppe Nürnberger Taxiunternehmer alte Dachzeichen vor dem Rathaus ab. Die Gruppe hat noch weitere Aktions-Ideen.

Nicht solche ganz neuen Dachzeichen, sondern ein Haufen alter sollen in Nürnberg abgelegt werden. (Foto: Dietmar Fund)
Nicht solche ganz neuen Dachzeichen, sondern ein Haufen alter sollen in Nürnberg abgelegt werden. (Foto: Dietmar Fund)
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Dietmar Fund

Für das Taxigewerbe ist es fünf vor zwölf. Wenn es jetzt nicht lautstark auf sich aufmerksam macht, riskiert es, bald unterzugehen. Dieser Meinung ist eine Gruppe Nürnberger Taxiunternehmer, die der Mehrwagenunternehmer Christian Linz um sich geschart hat. Die Truppe hat deshalb angeregt, am bundesweiten Aktionstag gegen durch das „Eckpunktepapier“ am 10. April 2019 durch Nürnberg fahren. Endpunkt der Tour sollte das Nürnberger Rathaus sein, wo die Taxler ihre Dachzeichen abnehmen und öffentlichkeitswirksam am Eingang stapeln möchten.

Diese Idee wurde inzwischen nach Gesprächen mit der Taxi-Zentrale Nürnberg eG etwas abgeändert, die die Veranstaltung nun federführend organisiert. Wie der Vorsitzender Wolfgang Ziegler mitteilt, wurde kein Taxi-Korso angemeldet. Stattdessen sollen die Taxler zwischen 14 und 15 Uhr zum Rathaus kommen und dort entweder alte Dachzeichen in einer Mülltonne ablegen, die sie nicht mehr brauchen, oder ihr Dachzeichen symbolisch abnehmen, es auf den Rücksitz legen und es dann außer Sichtweite wieder ordnungsgemäß montieren. Beim Rathaus werden einige Kollegen eine Mahnwache abhalten.

Nach Informationen von Christian Linz werden sich auch Taxler aus der angrenzenden Stadt Fürth beteiligen. „Wir möchten damit symbolisch zeigen, dass wir bei der angedachten Liberalisierung praktisch den Löffel abgeben müssten“, erklärt Christian Linz. Er stellt dazu 55 alte Dachzeichen bereit, die er seit Jahren im Lager gebunkert hat und von denen ein Teil schon an der Taxi-Demonstration am 13. März 2019 in München zum Einsatz gekommen ist.

Die Gruppe von Taxiunternehmern hat als „Denkzettel“ eine lange Tabelle mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen entwickelt, mit denen die Öffentlichkeit und Politiker in Stadt, Land und Bund auf die drohenden Gefahren für das mobile Gewerbe und die Taxi-Kunden aufmerksam gemacht werden sollen. Sie sehen verschiedene Eskalationsstufen vor, zu denen es auch gehören könnte, alte Dachzeichen nicht nur in einer Trauerzeremonie abzulegen, sondern sie laut zu zerdeppern.

Zu den Anregungen der Nürnberger gehört aber auch, ein schlüssiges eigenes Konzept der Taxibranche zur PBefG-Novelle vorzulegen. Außerdem würden die Unternehmer gerne eine Sachverständigenstudie erstellen lassen, die wissenschaftlich die Folgen der vorgeschlagenen Eckpunkte für die Fahrgäste beleuchtet.

Wie Linz berichtet, ging der „Denkzettel“ als Anregung an den Präsidenten des Bundesverbandes Taxi und Mietwagen e.V., seinen Geschäftsführer, dessen designierten Nachfolger und an die Beratungsagentur Elephantlogic. Die Unternehmer schlagen vor, zur Finanzierung aller Aktionen einen Beitrag von zehn Euro pro Konzession zu erheben, die auf ein zentrales Treuhandkonto eingezahlt werden sollten. Dieser Betrag werde in Kollegenkreisen als akzeptabel empfunden, sagte Linz zu taxi heute.

Einige Nürnberger Unternehmer hätten bereits das Gespräch mit Lokalpolitikern gesucht und seien insbesondere bei der SPD-Stadtratsfraktion auf Verständnis gestoßen, berichten übereinstimmend Christian Linz und Wolfgang Ziegler, Vorstand der Taxi-Zentrale Nürnberg eG und stellvertretender Vorsitzender des Landesverbandes Bayerischer Taxi- und Mietwagenunternehmen e.V. Die SPD-Stadtratsfraktion hat dazu sogar eine Pressemitteilung herausgegeben.

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