Opel zeigt KI-gestützte Licht-Kommunikation bei autonomen Fahrzeugen

Demonstrationsfahrzeug kommuniziert dank charakteristischer Lichttechnologie mit anderen Verkehrsteilnehmern. Der Hersteller verweist auf kontinuierliche Forschung: Opel, Stellantis und die TU Darmstadt arbeiten seit 2022 gemeinsam an neuen Lichtsystemen.

Gefahr erkannt und gebannt: Der Fußgänger kann erkennen, wenn das Fahrzeug ihn als solchen wahrgenommen hat. | Foto: Opel
Gefahr erkannt und gebannt: Der Fußgänger kann erkennen, wenn das Fahrzeug ihn als solchen wahrgenommen hat. | Foto: Opel
(erschienen bei VISION mobility von Johannes Reichel)

Auf dem Internationalen Symposium für Automobilbeleuchtung (ISAL) in Darmstadt haben Opel, Stellantis und die Technische Universität Darmstadt (TU Darmstadt) einen spezielles Grandland-Modell als Demonstrationsfahrzeug präsentiert, das zeigen soll, wie autonom fahrende, SAE Level 3-fähige Autos in Zukunft über Beleuchtungssysteme mit anderen Verkehrsteilnehmern kommunizieren könnten. Bei Level 3 dürfen Fahrer dürfen die Hände vom Lenkrad nehmen und den Blick von der Straße abwenden. Bei den Rüsselsheimer reichen die Entwicklungsziele bei der Lichttechnik weit über die Verbesserung der Sichtbarkeit hinaus: Es gehe darum, sicherere und intelligentere Interaktionen im Straßenverkehr zu schaffen, heißt es. Auf dem Internationalen Symposium stellen Philipp Röckl, Global Lead Lighting bei Stellantis, und Julisa Le, Lead Innovation Engineer, ein Konzept vor, wie autonome Fahrzeuge Licht nutzen können, um mit Fußgängern und anderen Verkehrsteilnehmern zu kommunizieren. Um ihre Ideen zu verwirklichen, arbeiteten sie eng mit den Experten der Konzeptentwicklung bei Opel, Studenten der TU Darmstadt und den KI-Experten des Unternehmens JAAI zusammen. Das Ergebnis ist ein einzigartiger Opel Grandland.

„Scheinwerfer spielen natürlich eine zentrale Rolle bei der Verbesserung der Verkehrssicherheit, aber moderne Lichtsysteme können noch viel mehr. Beispielsweise lassen sich Lichtsignaturen leicht animieren und für Animationen verwenden. So kann etwa der beleuchtete Blitz auf dem Opel Grandland durch ein Display ersetzt werden, das sowohl unser Markenlogo anzeigt als auch zur Kommunikation mit anderen Verkehrsteilnehmern und Fußgängern genutzt werden kann. Bereits bestehende Beleuchtungselemente geben uns die Möglichkeit, Kommunikationsfunktionen leicht hinzuzufügen, sobald wir autonome Fahrfunktionen in unseren Autos einführen“, sagt Röckl.

 

Um zu demonstrieren, wozu Autos in der Zukunft in der Lage sind, definierte das Team zunächst die Anwendungsfälle, nämlich „mögliche Gefahr für Fußgänger oder eine andere Situation“ und „die Situation ist sicher und die Gefahr für Fußgänger besteht nicht mehr“. In der Praxis kennen die meisten Autofahrer diese Situationen etwa dann, wenn beispielsweise ein Kind einem Ball auf die Straße nachläuft oder ein Fußgänger zwischen zwei geparkten Autos hervor tritt. Vor diesem Hintergrund statteten das Entwicklungs-Team den SUV mit einem Kamerasystem zur Objekt- und Gestenerkennung sowie einem System zur Vorhersage möglicher Folgehandlungen mittels künstlicher Intelligenz aus. Im Anschluss wurden die Lichtsysteme auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse verfeinert.

Klare Farbkommunikation nach außen

Auf SAE Level 3 oder einem höheren Modus leuchten die vorderen und hinteren Blinker des Grandland permanent cyanfarben – ein klares Signal für andere Verkehrsteilnehmer. Gleichzeitig bleibt die übrige Signaturbeleuchtung im gewohnten Weiß. Wenn die Kamerasysteme einen Fußgänger auf dem Weg des Fahrzeugs erkennen, wechselt die Signaturbeleuchtung zu Magenta und das Display zeigt ein Warnsignal in derselben Farbe an, um den Fußgänger visuell auf das herannahende Auto aufmerksam zu machen. Gleichzeitig bremst das Fahrzeug. Sobald das Fahrzeug zum Stillstand gekommen ist, wechselt die Signaturbeleuchtung zu Grün und das Display zeigt eine grüne Fußgängerfigur, wie sie von Ampeln bekannt ist. So wird angezeigt, dass das Auto die Gefahr erkannt hat, zum Stillstand gekommen ist und der Fußgänger nun die Straße überqueren kann.
 

 

Für den Fall, dass der KI-Algorithmus die Situation nicht bewältigen kann, wird der Fahrer in Übereinstimmung mit den Industriestandards für ADAS-Protokolle aufgefordert, wieder die Kontrolle über das Fahrzeug zu übernehmen.

„Wir haben bewusst Farben gewählt, die nicht bereits mit anderen Fahrzeugfunktionen assoziiert werden, um Missverständnisse zu vermeiden. Rot ist beispielsweise intuitiv verständlich, wird aber bereits für Ampeln oder die Rückleuchten von Autos verwendet. Cyan und Magenta wurden hinsichtlich ihrer Wahrnehmung gründlich untersucht und kommen derzeit in Verkehrssituationen nicht zum Einsatz. Beide gewährleisten eine klare, eindeutige Kommunikation mit anderen Verkehrsteilnehmern“, erklärt Le.

Opel, Stellantis und die TU Darmstadt arbeiten seit 2022 gemeinsam an der Forschung zu neuen Lichttechnologien. Die Kooperation ist Teil des globalen Stellantis-Forschungsnetzwerks mit renommierten Universitäten. In den sogenannten „OpenLabs“ werden wissenschaftliche Erkenntnisse für den Einsatz in Technologiesystemen zukünftiger Fahrzeuggenerationen gewonnen. Ziel der strategischen Partnerschaft mit der TU Darmstadt ist es, eine neue Ära der Beleuchtungstechnologien einzuläuten. Darüber hinaus finanziert Stellantis derzeit vier Doktorandenstellen im Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik der Universität. Die Demokratisierung wegweisender Lichttechnik für Kunden habe bei Opel eine lange Tradition, wirbt der Hersteller. Zu den derzeit in verschiedenen Modellen mit dem Blitz erhältlichen Lichtinnovationen gehören: Intelli-LED im Corsa und Mokka Intelli-Lux, Matrix im Corsa, Mokka und Combo Intelli-Lux Pixel Licht im Astra und Astra Sports Tourer Intelli-Lux HD Licht debütierte im neuen Grandland. 

(Quelle: Opel, Stellantis)

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