Online-Antrag für Taxi- und Mietwagenkonzessionen: Neue Chancen, neue Risiken

Digitale Antragswege beschleunigen Verfahren im Personenbeförderungsverkehr. Doch Branchenvertreter warnen: Die vereinfachte Anmeldung könnte Uber und ähnliche Anbieter in Städten wie Frankfurt oder Wiesbaden zusätzlich stärken.

Symbolbild: Online-Genehmigungen für Taxi- und Mietwagenbetriebe sollen Verfahren beschleunigen – in Wiesbaden wird jedoch ein Anstieg neuer Anbieter und mögliche Marktverschiebungen befürchtet. | Foto: KI-generiert
Symbolbild: Online-Genehmigungen für Taxi- und Mietwagenbetriebe sollen Verfahren beschleunigen – in Wiesbaden wird jedoch ein Anstieg neuer Anbieter und mögliche Marktverschiebungen befürchtet. | Foto: KI-generiert

Die Kreisverwaltung Alzey-Worms hat einen weiteren Schritt zur Digitalisierung ihrer Verwaltungsleistungen vollzogen. Seit dem 23. September 2025 können Anträge auf Genehmigungen im gewerblichen Personenbeförderungsverkehr online eingereicht werden. Damit richtet sich das Angebot an Unternehmen, die Taxis, Mietwagen oder Kraftomnibusse betreiben möchten.

Verfahren und Anforderungen

Über das Serviceportal der Kreisverwaltung lassen sich nun sämtliche Konzessionen nach dem Personenbeförderungsgesetz beantragen. Die Antragstellung umfasst auch die Übermittlung aller erforderlichen Unterlagen, darunter Führungszeugnisse, Fachkundenachweise sowie Nachweise der finanziellen Leistungsfähigkeit. Nach Angaben der Verwaltung soll die Bearbeitung in der Regel rund vier Wochen in Anspruch nehmen, sofern alle Unterlagen vollständig vorliegen.

Der Zugang ist über die Rubrik „Dienstleistungen – Taxen- und Mietwagenverkehr“ oder über „Mein Anliegen – e-Services (Online-Dienste)“ möglich. Dort stellt die Verwaltung zudem detaillierte Informationen zu Voraussetzungen und Bearbeitungszeiten bereit.

Chancen und Risiken

Die Einführung des neuen Online-Dienstes soll Verfahren vereinfachen, beschleunigen und transparenter machen. Doch die Maßnahme wird nicht nur positiv bewertet. Kritiker weisen darauf hin, dass mit der vereinfachten Antragstellung auch neue Probleme entstehen könnten.

„Was erst einmal gut klingt, muss nicht gut sein. Man kann davon ausgehen, dass viele neue Uber-Mietwagen-Betriebe den Service nutzen und dort ihren Betrieb anmelden werden – und dann in Wiesbaden oder Frankfurt unterwegs sind. Glückwunsch, wieder ein Schlupfloch für Uber und Co.“, so taxi heute-Chefredakteur Thomas Kanzler.

Damit wird deutlich: Während die Digitalisierung für eine effizientere Verwaltung sorgt, bleibt die Frage nach den Auswirkungen auf die regionalen Märkte und die Kontrolle des Mietwagengewerbes bestehen.

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