Bayerischer Taxiverband rät dringend zu Taxi-Tariferhöhungen

Angesichts der weiteren Erhöhung des Mindestlohns auf 12 Euro zum 1. Oktober 2022 tritt der Landesverband Bayerischer Taxi- und Mietwagenunternehmen e.V. der Befürchtung entgegen, höhere Taxitarife würden Kunden kosten.

Auf die weiteren Erhöhungen des Mindestlohns, der ab 1. Oktober 2022 auf 12 Euro steigen soll, müssen sich Taxibetriebe mit Tariferhöhungs-Anträgen vorbereiten, rät der bayerische Landesverband. (Foto: Dietmar Fund/Modelle: Busch, Rietze, Wiking)
Auf die weiteren Erhöhungen des Mindestlohns, der ab 1. Oktober 2022 auf 12 Euro steigen soll, müssen sich Taxibetriebe mit Tariferhöhungs-Anträgen vorbereiten, rät der bayerische Landesverband. (Foto: Dietmar Fund/Modelle: Busch, Rietze, Wiking)
Dietmar Fund

Entgegen der Befürchtung von Taxiunternehmern und –unternehmerinnen, mit steigenden Taxitarifen gingen Kunden verloren, vertritt der Landesverband Bayerischer Taxi- und Mietwagenunternehmen e.V. die Ansicht, dass Tariferhöhungen in der Vergangenheit nicht zu nennenswerten Fahrgasteinbußen geführt haben. „Das Taxigewerbe braucht faire Beförderungsentgelte und darf folglich kein schlechtes Gewissen haben, wenn die Preise deshalb den tatsächlichen Kosten anpasst werden“, schrieben die drei Vorstände Michael Kroker, Christian Linz und Fredi Lehmair am 9. Februar 2022 in einem Rundschreiben an ihre Mitglieder.

Wie zuvor ganz ähnlich Martin Kammer als Hauptgeschäftsführer des Landesverbandes Thüringen des Verkehrsgewerbes (LTV) schreibt das Vorstands-Trio, man müsse nun auf „belastbare Daten und Fakten“ setzen. Es gelte zu berücksichtigen, dass die Bürgerinnen und Bürger bei der letzten Bundestagswahl Parteien gewählt hätten, die hohe Mindestlöhne und mehr Klimaschutz versprochen hätte. Beides koste den Staat zwar viel Geld, bringe der Bevölkerung aber auch mehr Einkommen.

Die drei Vorstände raten ihren Mitgliedern, sich selbst nichts vorzumachen. Das eigene Auskommen dürfe nicht auf dem hohen Gehalt eines Partners oder auf Erträgen anderer Geschäftsbereiche basieren. Die Selbstausbeutung und die Missachtung bestehender Gesetze, eine schlechte Krankenversicherung und Altersversorgung seien ebenfalls keine tragfähige Grundlage. Auch ein angemessener Unternehmerlohn müsse ein elementarer Bestandteil eines jeden Taxitarifs sein.

Der Verband fungiert als Anhörstelle und kann selbst keine Anträge zur Erhöhung von Taxitarifen stellen. Er bietet seinen Mitgliedern aber an, sie bei der Erstellung und Formulierung ihrer eigenen Anträge fachlich zu unterstützen. Unter anderem sind dafür auch Webinare geplant.

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