MB.Drive Assist Pro: Besser assistiert, nicht nur auf der Autobahn

Die Schwaben bringen sogenanntes Point-to-Point-Fahren nach Deutschland, als Early-Access-Programm ab Ende 2026 in Stuttgart und München. Kombiniert werden MB.OS mit KI- und Computing-Technologien von NVIDIA für erweiterte Fahrassistenz, nach neuer UN-Verordnung (DCAS). Regulatorische Grundlage ermöglicht potenzielle Einführung in weiteren Märkten. Kostenloser Probemonat vorgesehen.

Zwischenschritt: Mit der neuen UN-Regulierung werden erweiterte Assistenzsysteme wie Drive Assist Pro möglich, der auch in der Stadt flüssig assistiertes Fahren ermöglichen soll. | Foto: Mercedes-Benz
Zwischenschritt: Mit der neuen UN-Regulierung werden erweiterte Assistenzsysteme wie Drive Assist Pro möglich, der auch in der Stadt flüssig assistiertes Fahren ermöglichen soll. | Foto: Mercedes-Benz
(erschienen bei VISION mobility von Johannes Reichel)

Der Automobilhersteller Mercedes Benz hat sein erweitertes urbanes teilautomatisiertes Fahrsystem MB.Drive Assist Pro, das mit NVIDIA entwickelt worden war, für das erste Halbjahr 2027 angekündigt. Das System unterstützt vom Start bis zum Ziel und soll das tägliche Fahren komfortabler machen, auch im komplexen Stadtverkehr, wie der Hersteller verspricht. Bestandskunden mit entsprechend ausgestatteten Fahrzeugen können die Funktion per Over-the-Air-Update installieren, kündigen die Schwaben weiter an. Man sei damit der erste Automobilhersteller, der ein solches System neben China und USA auch in Deutschland anbietet. Die Verfügbarkeit ist modellabhängig und wird auf das gesamte Produktportfolio der Marke bei Pkw und Vans ausgerollt. Weitere Details werden vor der jeweiligen Markteinführung bekannt gegeben. Zudem ist vorgesehen, dass sich das System mittels eines kostenlosen Probemonats die Funktion ausprobieren lässt, sofern das jeweilige Modell über die nötige Ausstattung verfügt.

„Das System bietet unseren Kundinnen und Kunden ein neues Niveau an Sicherheit, Intelligenz und Vertrauen am Steuer. Die Einführung in Deutschland unterstreicht unseren Anspruch, beim automatisierten und assistierten Fahren eine führende Rolle einzunehmen", wirbt Ola Källenius, Vorstandsvorsitzender der Mercedes‑Benz Group AG.

Aus Sicht von NVDIA-Chef und Gründer Jensen Huang, Gründer und CEO von NVIDIA brauche autonomes Fahren Intelligenz, um komplexe Straßen in Städten. Man verbinde mit der Kooperation Ingenieurskunst und den hohen Sicherheitsanspruch von Mercedes‑Benz mit NVIDIA Hyperion, "um die nächste Generation intelligenten Fahrens für mehr Menschen zugänglich zu machen.“

Erweiterte Assistenz vom Start bis zum Ziel

Auf Autobahnen ermöglichen bereits etablierte Assistenzsysteme entspanntes Reisen. Das neue System erweitere diese Unterstützung nun auf die gesamte Navigationsroute und assistiert beispielsweise beim Verlassen der Autobahn sowie bei der Fahrt durch den dichten Stadtverkehr. Bei aktiver Werks-Navigation schaltet man die Funktion per Tastendruck am Lenkrad ein. Spurwechsel, das Einfädeln auf die richtige Fahrspur, das Abbiegen an Kreuzungen sowie das Bremsen und Anfahren an Ampeln werden so einfacher, versprechen die Schwaben.

Vorab in Stuttgart und München

Ab Ende 2026 plant der Hersteller das System vorab in Stuttgart und München an den Start zu bringen - für ausgewählte Kundinnen und Kunden, deren Fahrzeuge bereits mit der nötigen Hardware ausgestattet sind und die mittels gesonderter Kommunikation kontaktiert werden. Hier wird das System via Over-the-Air (OTA) vorab freigeschaltet und soll erste Kundenerfahrungen für die kontinuierliche Verbesserung liefern.

Zulassung nach aktualisierter UN-Regelung

Eine UNECE-Arbeitsgruppe für automatisierte/autonome und vernetzte Fahrzeuge hatte zuvor die neue Verordnung UN R171 verabschiedet. Sie legt Bestimmungen für die Zulassung von Fahrzeugen mit Fahrerassistenzsystemen (Driver Control Assistance Systems, DCAS) sowie strenge Sicherheitsvoraussetzungen fest. Der Hersteller begrüßt diesen hohen Standard, da der harmonisierte regulatorische Rahmen eine solide Grundlage für die geregelte und damit sichere Einführung von erweiterten Fahrassistenzfunktionen schafft, wie die Schwaben mitteilen. Gleichzeitig eröffne er die Möglichkeit, diese Technologien Kundinnen und Kunden in weiteren Märkten anzubieten. Damit könnte die Funktion künftig auch in allen EU-Märkten ohne eine weitere regulatorische Genehmigung eingeführt werden.

27 Sensoren im Einsatz

Das System nutzt 27 Sensoren, darunter zehn Kameras, fünf Radarsensoren und zwölf Ultraschallsensoren. Sie liefern Rohdaten an einen Hochleistungsrechner, der bis zu 254 TOPs verarbeiten kann. Es kombiniert das eigene Betriebssystem MB.OS mit der NVIDIA Hyperion In-Vehicle-Computing- und Sensorarchitektur, dem Halos Full-Stack-Sicherheitssystem sowie der Alpamayo Stack Software, um erweiterte Fahrassistenz zu ermöglichen. Das kooperative Hands-on-Lenkkonzept verbindet erweiterte Assistenz mit der Sicherheit, dass die Fahrerin oder der Fahrer jederzeit selbst Lenkimpulse geben kann. Im Ergebnis soll ein sicheres und intuitives Fahrerlebnis entstehen. Als SAE-Level-2-System erfordert das System allerdings eine kontinuierliche Aufmerksamkeit des Fahrers. Die Kontrolle und Verantwortung für das Fahrzeug verbleiben jederzeit beim Fahrer, betonen die Schwaben.

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