„Keine E-ngste mehr!“ - mit dem E-Taxi gegen Vorurteile
Statt Informationen ausschließlich über Plakate, Fernsehspots oder soziale Medien zu verbreiten, bringt man sie dorthin, wo Menschen täglich unterwegs sind – auf die Straße. Die E-Taxis werden so zu fahrenden Informationsflächen, die sich mit den Fragen beschäftigen, die viele potenzielle Käufer von Elektroautos umtreiben: Wie weit komme ich mit einer Batterieladung? Wo kann ich laden? Und was kostet das Ganze eigentlich?
„Die Elektromobilität ist auf Österreichs Straßen längst Realität – jetzt wollen wir auch beim Bewusstsein der Menschen vorankommen. Unsere E-Taxis bringen die Botschaften von ‚Keine E-ngste mehr!‘ direkt zu den Verkehrsteilnehmer. Denn die aktuellen Zahlen zeigen: Das Interesse an E-Autos ist groß, gleichzeitig bestehen noch viele Vorbehalte und Unsicherheiten. Mit Fakten und verständlicher Information wollen wir diese ausräumen und den Menschen eine fundierte Entscheidung hin zum E-PKW ermöglichen“, sagt Mobilitätsminister Peter Hanke.
Die Kampagne begleitet eine Entwicklung, die sich inzwischen auch in den Zulassungszahlen widerspiegelt. Mehr als 300.000 batterieelektrische Pkw sind mittlerweile in Österreich unterwegs. Im Juli 2026 erreichte der Anteil rein elektrischer Pkw an den Neuzulassungen laut Ministerium 27,4 Prozent. Parallel dazu wächst die Ladeinfrastruktur: Rund 40.000 öffentliche Ladepunkte stehen inzwischen zur Verfügung.
Zweifel an der E-Mobilität
Eine vom Mobilitätsministerium in Auftrag gegebene Befragung von 1.000 Personen zeigt, dass die Elektromobilität für viele noch immer mit Unsicherheiten verbunden ist. Zwar äußerten sich 43 Prozent der Befragten grundsätzlich positiv über E-Autos, weitere 30 Prozent neutral. Gleichzeitig stehen 28 Prozent der Technologie eher skeptisch gegenüber.
Interessant ist dabei der Blick auf Menschen, die tatsächlich vor einem Fahrzeugkauf stehen. In dieser Gruppe bewerten 64 Prozent Elektroautos positiv. Offenbar wächst die Bereitschaft, sich mit dem Thema zu beschäftigen, sobald eine konkrete Kaufentscheidung ansteht.
„Wir wissen aus der Marktforschung, dass gerade jene Menschen, die in den nächsten zwölf Monaten ein Auto kaufen wollen, E-Autos besonders offen gegenüberstehen. Gleichzeitig zeigen die Ergebnisse, dass bei Reichweite, Laden und Kosten noch Vorbehalte und Wissenslücken bestehen. Genau hier setzt ‚Keine E-ngste mehr!‘ an: Wir wollen nicht überreden, sondern informieren – mit klaren Fakten statt mit Mythen“, so Hanke.
Reichweitenangst
Vor allem beim Thema Reichweite zeigt die Umfrage eine deutliche Diskrepanz zwischen Wahrnehmung und Realität. Fast zwei Drittel der Befragten gehen davon aus, dass ein Elektroauto im Durchschnitt weniger als 400 Kilometer weit fährt. Nach Angaben des Ministeriums erreichten die meistverkauften Modelle des vergangenen Jahres jedoch bereits rund 400 Kilometer Realreichweite, aktuelle Fahrzeuge teilweise noch mehr.
Ähnlich verhält es sich beim Laden. 59 Prozent halten das öffentliche Ladenetz für nicht ausreichend ausgebaut. Gleichzeitig wächst die Zahl der Ladepunkte kontinuierlich. Auch die Ladezeit wird häufig überschätzt: Fast neun von zehn Befragten rechnen mit längeren Ladepausen, obwohl moderne Schnellladesysteme laut den für die Kampagne herangezogenen Experten innerhalb von etwa 30 Minuten einen Ladezustand von rund 80 Prozent ermöglichen.
Bei den Betriebskosten fällt das Urteil differenzierter aus. Mehr als die Hälfte der Befragten geht davon aus, dass ein Elektroauto im Alltag günstiger zu betreiben ist als ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor. Auffällig ist zudem ein weiterer Befund: Menschen, die bereits Erfahrungen mit Elektroautos gesammelt haben, bewerten Reichweite, Ladeinfrastruktur und Betriebskosten deutlich positiver als Personen, die ausschließlich Verbrenner fahren.
Aufklärung statt Zwang
Für das Taxigewerbe ist die Kampagne vor allem deshalb interessant, weil sie ein Fahrzeugsegment sichtbar macht, das vielerorts noch als Nische gilt. Während in einigen Städten bereits zunehmend elektrisch gefahren wird, kämpfen viele Unternehmer weiterhin mit Fragen zur Ladeinfrastruktur, zu Investitionskosten und zur Alltagstauglichkeit. Die österreichische Kampagne setzt deshalb weniger auf Werbung als auf Aufklärung. Die 15 folierten Taxis sollen keine Kaufentscheidung erzwingen. Sie sollen Gespräche anstoßen – auf dem Taxistand, an der Ampel oder während einer Fahrt durch die Innenstadt.
„Wir haben mit eMOVE Austria im vergangenen Jahr bei Ladeinfrastruktur und Neuzulassungen wichtige Fortschritte erzielt. Jetzt geht es darum, diese Entwicklung auch mit Information zu begleiten. Je mehr Menschen Elektromobilität selbst erleben und je besser sie informiert sind, desto leichter lassen sich bestehende Vorbehalte abbauen. Genau dafür steht ‚Keine E-ngste mehr!‘“, sagt Hanke.
Bis Anfang September werden die Fahrzeuge noch in Wien, Graz und Linz unterwegs sein. Danach endet der sichtbare Teil der Aktion. Die Diskussion über die Zukunft der Elektromobilität dürfte damit allerdings kaum abgeschlossen sein.
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