Landkreis Görlitz erhöht Taxitarife: „Es ist einfach alles teurer geworden“

Wer im Landkreis Görlitz künftig ein Taxi bestellt, muss etwas tiefer in die Tasche greifen. Der Kreistag hat einer Anpassung der Beförderungsentgelte zugestimmt. Es handelt sich um die erste Tarifänderung seit 2022 und sie trägt den gestiegenen Kosten der Unternehmer auf nahezu allen Ebenen Rechnung.

Alles wird teurer - da muss der Taxi-Tarif angepasst werden, um nicht die öffentliche Mobilität zu gefährden.| Foto: planetfox, pixabay
Alles wird teurer - da muss der Taxi-Tarif angepasst werden, um nicht die öffentliche Mobilität zu gefährden.| Foto: planetfox, pixabay

Alles wird teurer, auch für die Taxiunternehmer. Nun wurden die Tarife im Landkreis Görlitz an die Kostenentwicklung der letzten Jahre angepasst. Die Initiative für die Tariferhöhung ging von der Taxi-Innung Görlitz aus. Gemeinsam mit den Taxigenossenschaften in Zittau, Löbau und Weißwasser hatte sie eine Überprüfung der geltenden Entgelte angeregt. In den vergangenen Monaten wurde der Vorschlag gemeinsam mit der Genehmigungsbehörde des Landkreises, den Genossenschaften und verschiedenen Einzelunternehmen beraten, kalkuliert und mehrfach überarbeitet. Für die Unternehmen war das Thema von existenzieller Bedeutung. Der gesetzliche Mindestlohn ist gestiegen, ebenso die Preise für Fahrzeuge, Kraftstoffe, Versicherungen und Werkstattleistungen. Hinzu kommen zahlreiche Nebenkosten, die außerhalb der Branche oft kaum wahrgenommen werden.

„Es ist einfach alles teurer geworden. Das fängt mit dem TÜV an, zu dem wir jedes Jahr mit den Autos müssen, bis hin zum Eichen“, sagt Michael Heinze, Vorsitzender der Taxi-Innung Görlitz.

Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung bei den Fahrzeugen selbst. Nach Angaben der Innung haben sich die Anschaffungskosten innerhalb weniger Jahre nahezu verdoppelt. Auch Versicherungen und Werkstattrechnungen belasten die Betriebe zunehmend.

„Die Versicherung für uns Taxifahrer ist in den vergangenen Jahren auch nie günstiger geworden“, sagt Heinze. Und bei den Werkstattkosten gelte letztlich dasselbe wie für private Autofahrer: „Das kennt doch jeder, der selbst privat Auto fährt.“

Die höheren Tarife sollen diese Kostensteigerungen zumindest teilweise auffangen. Der Grundpreis steigt tagsüber um einen Euro auf 5,50 Euro. Nachts sowie an Sonn- und Feiertagen werden künftig 6,50 Euro fällig. Auch die Kilometerpreise werden angehoben. Dass die Mehrkosten am Ende bei den Fahrgästen ankommen, betrachtet Heinze mit gemischten Gefühlen.

„Man gibt die Erhöhungen immer nach unten weiter. Über eine Entlastung für uns, etwa über Steuern, denkt man in der Regierung offenbar nicht nach“, kritisiert Heinze.

Große Zustimmung für Tarifanpassung

Bemerkenswert ist, wie breit die Zustimmung für die neue Tarifordnung ausfiel. Nach Angaben des Landkreises sprach sich eine deutliche Mehrheit der Unternehmen für den vorliegenden Entwurf aus. Rund 90 Prozent der Taxiunternehmer im Kreisgebiet unterstützten die Anpassung. Auch Städte und Gemeinden, die Industrie- und Handelskammer sowie der zuständige Fachverband wurden in das Verfahren einbezogen und äußerten sich zustimmend. Diskutiert wurde im Kreistag allerdings noch ein Detail der Tarifgestaltung: die Wartezeit.

Ursprünglich sollte diese weiterhin mit 45 Euro pro Stunde ausgewiesen werden. Die Fraktion Bündnis Sahra Wagenknecht/Freie Wähler Zittau setzte jedoch eine Änderung durch. Künftig wird die Wartezeit mit 0,75 Euro pro Minute angegeben. Die Begründung: Für Fahrgäste sei diese Darstellung nachvollziehbarer. Tatsächlich rechnen Taxameter Wartezeiten ohnehin minutengenau ab. Ein Stundenwert könne dagegen den Eindruck einer pauschalen Abrechnung erwecken und erschwere die Transparenz.

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