Studie: E-Autos werden tendenziell immer teurer

Ob Krieg in der Ukraine oder COVID-19: Eine Krise nach der anderen erschwert die Produktion von Neuwagen. Doch die Nachfrage steigt kontinuierlich – die Preise aber ebenso. Dies sorgt für einen rasanten Preisanstieg in Deutschland, insbesondere bei den rein elektrisch angetriebenen Autos.

Aktuell starten viele Elektromodelle erst weit jenseits der 40.000-Euro-Marke. | Foto: G. Soller
Aktuell starten viele Elektromodelle erst weit jenseits der 40.000-Euro-Marke. | Foto: G. Soller
Redaktion (allg.)
(erschienen bei VISION mobility von Redaktion (allg.))

Die Marktstudie des Duisburger Center Automotive Research (CAR) hat ergeben, dass es bei E-Autos geringere Rabatte auf den Listenpreis gibt als bei Verbrenner-Motoren. Der Effekt wird laut der Deutschen Presse-Agentur von staatlichen Kaufanreizen überdeckt.

Auch wenn es in Deutschland derzeit bei jedem Kauf eines Elektroautos einen Umweltbonus von bis zu 9.000 Euro gibt – in der Regel zu zwei Dritteln vom Staat finanziert, und zum restlichen Drittel von den (teilnehmenden) Herstellern, so sind die für Elektroauto essentiellen Bauteile wie Computerchips und Batteriezellen viel teurer geworden.

Der Studienleiter Ferdinand Dudenhöffer spricht sich gegen eine Senkung des Bonus aus, mit Ausblick auf die sinkenden Preise fossiler Treibstoffe. Er erwartet einen Anstieg im Listenpreis aller Modelle und dass die Hersteller den erhöhten Einkaufspreis in den kommenden Monaten weitergeben würden.

Dudenhöffer, der sich weiter für die Förderung für Elektroauto-Käufe ausspricht, beobachtet, wie die Bundesregierung langsam aber sicher den Umweltbonus neu ausrichten wird: Denn der Zuschuss für reine Elektroautos soll allmählich gesenkt werden, bis er 2025 endgültig ausläuft. Käufer von Plug-in Hybriden dürfen sich nur noch dieses Jahr über einen Kaufzuschuss freuen (Stand Juni 2022).

Weniger Rabatt und viel höhere Durchschnittspreise

Laut dem CAR gewährten Autohersteller bei Elektroautos im Mai 2022 rund 9,8 Prozent Rabatt auf den Listenpreis (in dem schon der Kaufbonus enthalten ist). Zum Vergleich: Für Plug-in-Hybride gab es im Schnitt noch 16,1 Prozent Rabatt und bei Verbrennern 16,3.

Schon die Durchschnittspreise zeigen an, weshalb die Förderung notwendig wäre: Laut CAR lägen die bei ca. 26.000 Euro für Verbrenner, bei 46.000 Euro für Plug-in-Hybride und bei 42.000 Euro für vollelektronische Autos im Vergleich.

Wenn die Ampel-Koalition tatsächlich hinter der Elektrifizierung der allgemeinen Mobilität stehen möchte, wäre eine weitere Kaufprämie unabdingbar, weil die Preisunterschiede zwischen Verbrenner und Batterie einfach noch zu groß sind. In der Regel wählen Flotten und Konsumenten  mit ihrem Geldbeutel.

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