Taxi-Branchen-Dialog startet mit erfrischenden Akzenten

Am ersten Tag des Deutschen Taxi und Mietwagen Tags in Ludwigshafen hatten 180 Teilnehmende die Qual der Wahl unter spannenden Themen wie TSE-Pflicht, Digitalisierung von Krankenfahrten und einigem mehr.

In der dunklen Town Hall des Pfalzbaus in Ludwigshafen, deren Decke und Wände ganz in Schwarz gehalten waren, eröffnete BVTM-Präsident Herwig Kollar die Veranstaltung. (Foto: Dietmar Fund)
In der dunklen Town Hall des Pfalzbaus in Ludwigshafen, deren Decke und Wände ganz in Schwarz gehalten waren, eröffnete BVTM-Präsident Herwig Kollar die Veranstaltung. (Foto: Dietmar Fund)
Dietmar Fund

„Viele von Ihnen sind sicher gespannt und neugierig. Das gilt auch für den Vorstand, der mit unserem neuen Format auch noch keine Erfahrung hat“: Mit diesen Worten begrüßte Herwig Kollar, Präsident der Bundesverbandes Taxi und Mietwagen e.V. (BVTM), am 25. Oktober 2023 die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Deutschen Taxi und Mietwagen Tags im Pfalzbau in Ludwigshafen. Die Veranstaltung, die noch einen weiteren Tag andauert und mit der Mitgliederversammlung des BVTM am dritten Tag endet, war mit 230 Teilnehmenden restlos ausgebucht, doch gekommen waren letzten Endes dann doch nur 180.

BVTM-Geschäftsführer Michael Oppermann erklärte bei der Begrüßung, das Motto der Veranstaltung sei „Unternehmer im Dialog“. Es gehe dieses Mal nicht um eine „Berieselung“, sondern die Teilnehmenden könnten durchaus gefragt sein. „Bringen Sie sich aktiv ein“, riet er. Jeder könne selbst entscheiden, zu welchen der meist mit Impulsvorträgen beginnenden Workshops er gehe. Die Kapazität der drei vorgesehenen Räume, in denen maximal drei Themen-Angebote parallel gemacht wurden, reiche genau für die Teilnehmerzahl aus. Der BVTM hoffe, dass sich das Interesse so verteile, dass nicht viele in den Räumen stehen müssten.

Das klappte dann am ersten Nachmittag schon ganz gut. Den größten Andrang verzeichnete ein Panel zum Thema TSE-Pflicht, das BTVM-Präsident Herwig Kollar moderierte. Aufmerksam verfolgte das Publikum in dem mit 80 Plätzen voll belegten Saal insbesondere den einführenden Vortrag von Fabian Wildmoser, der beim Bayerischen Landesamt für Steuern im Betriebsprüfungsreferat den Bereich Taxi betreut und dafür Betriebsprüfer schult. Wildmoser erklärte, die TSE-Pflicht als Teil des Kassengesetzes habe zwei Grundbausteine: die Belegausgabepflicht, mit der ein Geschäftsvorfall erfasst werde, und die kryptographische Sicherung des Ursprungs-Datensatzes. Der sei im Backoffice korrigierbar, was jetzt schon erlaubt sei und erlaubt bleibe.

Wildmoser berichtete auch, dass ein weiteres, noch ausstehendes BMF-Schreiben erst den Start-Zeitraum für die TSE-Pflicht bei Wegstreckenzählern regeln müsse. Sie greife nur bei Wegstreckenzählern, die nach dem BMF-Schreiben in Verkehr gebracht werden. Die zu diesem Zeitpunkt bereits eingebauten Wegstreckenzähler unterlägen dieser Pflicht nicht.

Wie die Gerätehersteller sich auf die TSE-Pflicht einstellen, welche ihrer Geräte sich nachrüsten lassen und was neue, darauf bereits eingestellte Geräte können, erläuterten anschließend Martin Leitner, der sich als „geschäftsführender Pensionist“ von HALE bezeichnete, und Jürgen Weberpals als Geschäftsführer des Semitron-Importeurs Heedfeld GmbH. Zu guter Letzt erläuterte Oliver Abl vom österreichischen Unternehmen fiskaly seine TSE-Cloud-Lösung, die den Anspruch habe, eine „niederschwellige Lösung“ zu bieten. Er schilderte die verschiedenen Zertifizierungen, die sein Unternehmen habe durchlaufen müssen, weil für die Computersicherheit die TSE „der Endgegner“ sei. Wie sein System in Taxis und Mietwagen angewandt würde, blieb im Dunkeln.

Während die Besucherinnen und Besucher im TSE-Raum unter der stickigen Luft litten, mussten die in der großen Town Hall fast „im Dunkeln munkeln“. Ihre Aufmerksamkeit wurde den ganzen Nachmittag über in zwei Abschnitten durch ein Diskussionsforum zum Thema digitalisierte Abrechnung von Krankenfahrten hoch gehalten, das BVTM-Vizepräsident Wolfgang Oertel moderierte. Auch hier beteiligten sich die Teilnehmerrunden lebhaft an der Diskussion. Für „Quereinsteiger“, die erst nach einer anderen Session dazu stießen, war es allerdings schwer, ins Thema reinzukommen.

Mit den Themen „E-Taxi: Vom Wollen zur Wirtschaftlichkeit“ und einer Vorstellung des BVTM durch Michael Oppermann endete der erste Nachmittag. Abends kamen 200 Teilnehmende zum Get-Together-Abend zusammen, wo sie ihr „Networking“ fortsetzen konnten, das im Foyer des Pfalzbaus mit seinem Charme der 70er-Jahr den ganzen Nachmittag über schon begonnen hatte.

Mehr über die Vorträge des ersten Nachmittags und das Programm des zweiten Tages folgen in Kürze sowie demnächst in taxi heute.

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