Blacklane-Deal: Uber übernimmt Luxus-Chauffeurdienst
Für Blacklane ist es der Abschluss einer Entwicklung, die 2011 begann. Das Unternehmen hat sich vom lokalen Anbieter zu einem global agierenden Chauffeurservice entwickelt. Heute ist die Blacklane in mehr als 500 Städten weltweit verfügbar. Der Fokus liegt klar auf Geschäftsreisenden, die Wert auf planbare Abläufe legen: Limousinen, per App buchbar, ergänzt durch standardisierte Serviceelemente. Auf Experimente mit autonomem Fahren verzichtet das Unternehmen ebenso wie auf aggressive Preisschlachten. Stattdessen setzt Blacklane auf stabile Abläufe und entsprechend kalkulierte Margen. Laut Handelsblatt liegt der Kaufpreis bei rund 500 Millionen Dollar – in etwa auf Höhe der aktuellen Unternehmensbewertung.
Solides Wachstum im Premium Segment
Diese Strategie hat sich ausgezahlt. Im Jahr 2023 erreichte das Unternehmen erstmals die Profitabilität, bei einem Umsatz von 240 Millionen Euro. Für die Branche ist das bemerkenswert – nicht zuletzt, weil viele Mobilitätsanbieter weiterhin auf Wachstum zulasten der Rendite setzen.
Für Uber kommt die Übernahme zu einem passenden Zeitpunkt. Erst im März hat der Konzern mit „Uber Elite“ ein neues Premiumsegment gestartet, zunächst in Los Angeles und San Francisco. Das Angebot richtet sich an zahlungskräftige Kundschaft und umfasst unter anderem Chauffeurdienste, Airport-Meet-and-Greet sowie einen rund um die Uhr erreichbaren Telefonsupport. Der Aufbau einer eigenen internationalen Infrastruktur hätte Jahre gedauert. Mit Blacklane verkürzt sich dieser Weg erheblich.
Uber Strategie – Zugang zu etablierten Premiumstrukturen
Uber erhält Zugang zu etablierten Premiumstrukturen in Europa, dem Mittleren Osten, Asien und Südamerika. Blacklane wiederum kann auf die technologische Plattform und die globale Reichweite des US-Konzerns zurückgreifen. Laut Uber-Firmenchef Dara Khosrowshahi sei es das Ziel, weg vom intensiven Preiswettbewerb im Standardgeschäft zu kommen und in höherwertige Dienstleistungen zu investieren.
Auch Mercedes-Benz war an Blacklane beteiligt
Auch für die Investoren markiert der Verkauf einen Einschnitt. Mehr als 150 Millionen Euro sind über die Jahre in Blacklane geflossen. Zu den Anteilseignern zählen unter anderem Mercedes-Benz mit zuletzt 28,5 Prozent, Alstin Capital mit 12,7 Prozent sowie das emiratische Konglomerat AlFahim mit 10,4 Prozent. Auch Tasaru Mobility Investments war beteiligt. Bei einer Bewertung von rund einer halben Milliarde Dollar dürften die Rückflüsse für frühe Investoren entsprechend ausfallen.
Noch ist die Transaktion nicht abgeschlossen. Die Übernahme steht unter dem Vorbehalt regulatorischer Genehmigungen und soll bis zum Jahresende vollzogen werden. Gerade in Deutschland und auf EU-Ebene gelten Beteiligungen im Mobilitätssektor als politisch sensibel.
Chauffeurdienste sollten besorgt sein
Für das Taxi- und Chauffeurgewerbe lohnt es sich, diese Entwicklung genauer zu betrachten. Nachdem Uber das Taxigewerbe viele Jahre lang mit zweifelhaften Methoden unter Druck gesetzt hat, fällt nun ein wichtiger Akteur der Chauffeur-Branche an den amerikanischen Plattformbetreiber.
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