Aktionstag am 2. Juli: Das Taxi wehrt sich!

Am Mittwoch, den 2. Juli 2025, soll es laut werden in vielen deutschen Städten – allerdings nicht nur durch Motoren und Hupen. Das Taxigewerbe ruft bundesweit zum Protest auf. Geplant sind Demonstrationen und Autokorsos in mindestens 14 Städten, darunter Berlin, Köln, Frankfurt und Stuttgart. Das Ziel: Aufmerksamkeit für eine Branche, die sich durch die Konkurrenz großer Plattform-Anbieter zunehmend in die Enge gedrängt sieht.

Der BVTM hat die Versammlungs-Orte und die Uhrzeit des Protest-Starts auf seiner Webseite veröffentlicht.| Foto: BVTM
Der BVTM hat die Versammlungs-Orte und die Uhrzeit des Protest-Starts auf seiner Webseite veröffentlicht.| Foto: BVTM

Das Dilemma ist bekannt. Während Taxipreise durch kommunale Gremien festgelegt und streng überwacht werden, können Mietwagenunternehmen ihre Tarife bisher frei kalkulieren. Das schafft ein deutliches Ungleichgewicht – und zunehmend wirtschaftlichen Druck für viele Taxiunternehmen. Besonders in Großstädten, wo die Plattformanbieter mit aggressiven Preisen auftreten, geraten klassische Taxis in Zugzwang. Gleichzeitig umgehen viele Mietwagen Unternehmen, die für die Plattformbetreiber fahren, die wenigen behördlichen Vorgaben wie die Rückkehrpflicht oder den Nachweis eines Betriebssitzes. Vielfach wurde nachgewiesen, dass zudem die Stunden der Fahrer nicht ordnungsgemäß gemeldet werden…alles in allem ein unhaltbarer Zustand!

„Im Taxi gibt es behördlich festgesetzte Preise und revisionssichere Aufzeichnungen aller Vorgänge – bei Uber & Co herrschen Wildwest und Willkür“, sagt Michael Oppermann, Geschäftsführer des Bundesverbands Taxi- und Mietwagen (BVTM).

Die Branche verlangt eine einheitliche Regelung: Mindestpreise sollen nicht nur für Taxis gelten, sondern auch für Plattform-Vermittler wie Uber und Bolt.

Michael Oppermann macht deutlich: Dabei geht es der Branche nicht um Abschottung, sondern um faire Rahmenbedingungen.

„Wir haben nichts gegen Wettbewerb. Aber erst mit annähernd gleichen Preisen ist er auch fair“, so Oppermann. Kommunen hätten laut Gesetz seit rund vier Jahren die Möglichkeit, Mindestpreise auch für Mietwagen festzulegen. Doch vielerorts bleibt diese Möglichkeit ungenutzt.

Kundgebung mit klarem Ziel

Der Protesttag am 2. Juli will diese Untätigkeit sichtbar machen. Geplant sind koordinierte Aktionen in Frankfurt, Stuttgart, Mainz, Darmstadt, Dortmund, Bochum, Duisburg, Düsseldorf, Köln, Hannover, Solingen, Wuppertal, Bonn und Berlin. Weitere Städte befinden sich in der Abstimmung mit den lokalen Behörden.

Der Bundesverband ruft Fahrerinnen und Fahrer, Unternehmerinnen und Unternehmer dazu auf, sich an den Aktionen zu beteiligen. Denn wer am 2. Juli mitfährt, setzt ein Zeichen – für fairen Wettbewerb, für gerechte Löhne, für die Zukunft des Taxigewerbes.

Mitmachen lohnt sich!

Der Aktionstag ist nicht nur eine Protestfahrt, sondern auch ein Appell an Politik und Verwaltung, ihrer Verantwortung gerecht zu werden. Mindestpreise für alle Beförderungsdienste wären ein erster Schritt zu mehr Fairness auf den Straßen.

Darum: Das Taxi war und ist Teil des öffentlichen Verkehrs. Wer will, dass es so bleibt, muss jetzt laut werden. Am 2. Juli – auf der Straße.

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