Wie weit ist autonomes Fahren in der Stadt wirklich? STADT:up zeigt Ergebnisse

Mit Fahrdemonstrationen und neuen KI-Verfahren präsentiert das Verbundprojekt Lösungen für einige der schwierigsten Herausforderungen automatisierter Mobilität.

Das Forschungsprojekt untersuchte die Rolle von Künstlicher Intelligenz für sichere und zuverlässige Mobilität im urbanen Verkehr. | Foto: STADT:up
Das Forschungsprojekt untersuchte die Rolle von Künstlicher Intelligenz für sichere und zuverlässige Mobilität im urbanen Verkehr. | Foto: STADT:up
Kathrin Köstner

Mit der Abschlussveranstaltung im Aldenhoven Testing Center hat das Forschungsprojekt STADT:up die Ergebnisse aus dreieinhalb Jahren Forschungs- und Entwicklungsarbeit vorgestellt. Am 10. und 11. Juni 2026 präsentierten die Projektpartner Technologien und Konzepte für automatisiertes Fahren im Stadtverkehr. Vertreter aus Wissenschaft, Politik, Industrie und Kommunen erhielten Einblicke in die entwickelten Systeme und konnten Fahrzeugprototypen bei Fahrdemonstrationen erleben.

Herausforderungen des Stadtverkehrs im Fokus

Automatisiertes Fahren gilt als wichtiger Baustein zukünftiger Mobilitätskonzepte. Nach Angaben des Projektkonsortiums stellt insbesondere der innerstädtische Verkehr hohe Anforderungen an automatisierte Systeme. Ursache seien unter anderem dichte Verkehrsströme, komplexe Kreuzungen, temporäre Hindernisse sowie die Interaktion mit Fußgängern, Radfahrern und weiteren Verkehrsteilnehmern.

Vor diesem Hintergrund verfolgte STADT:up das Ziel, eine durchgängige Fahrautomation für den Stadtverkehr zu entwickeln. Die Systeme sollen auch unter wechselnden Umgebungsbedingungen und in komplexen Verkehrssituationen zuverlässig arbeiten.

KI entlang der gesamten Prozesskette

Im Mittelpunkt der Entwicklung stand der umfassende Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Laut Projektangaben kommt diese bei der Umfelderfassung, der Datenfusion, der Verhaltensprognose und der Manöverplanung zum Einsatz.

Ein Schwerpunkt lag auf der sensorgestützten Umfelderfassung. Die entwickelte Sensorfusion kombiniert Daten unterschiedlicher Sensoren zu einem Gesamtbild der Umgebung. Dadurch sollen auch bei Ausfällen einzelner Sensoren oder bei widrigen Wetterbedingungen weiterhin zuverlässige Informationen zur Verfügung stehen.

Darüber hinaus integrierten die Projektpartner KI-Verfahren zur Vorhersage des Verhaltens anderer Verkehrsteilnehmer. Die automatisierten Fahrzeuge sollen auf dieser Grundlage ihre Fahrmanöver sicher und effizient planen können.

Kommunikation und Nutzerinteraktion

Neben der Fahrzeugautomatisierung befasste sich das Projekt mit der Interaktion zwischen Fahrzeug und Umfeld. Für die Kommunikation von Fahrabsichten wurden prototypische lichtbasierte Signale entwickelt. Ergänzend entstanden adaptive Bedien- und Anzeigekonzepte, die den Wechsel zwischen unterschiedlichen Automatisierungsstufen unterstützen sollen.

Digitaler Zwilling für urbane Mobilität

STADT:up verknüpfte die Entwicklung automatisierter Fahrfunktionen mit Untersuchungen zur urbanen Mobilität. Gemeinsam mit Städten analysierten die Projektpartner Anforderungen, Nutzungskonflikte und mögliche Zukunftsszenarien.

Die Erkenntnisse flossen in die Entwicklung eines digitalen Zwillings ein. Dieser bildet intermodale Mobilitätsströme ab und ermöglicht Simulationen zu den Auswirkungen automatisierter Fahrzeuge auf das Verkehrssystem.

20 Partner und 62,2 Millionen Euro Budget

Das Verbundprojekt wurde im Förderprogramm „Neue Fahrzeug- und Systemtechnologien“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie unterstützt. Beteiligt waren 20 Partner aus Automobilindustrie, Zulieferwirtschaft, Technologieentwicklung sowie Wissenschaft und Forschung.

Zu den Industriepartnern gehörten unter anderem CARIAD, Mercedes-Benz, Opel, Bosch, Valeo und ZF. Die Laufzeit des Projekts betrug dreieinhalb Jahre. Das Gesamtbudget belief sich auf 62,2 Millionen Euro. Nach Angaben des Konsortiums erreichten zahlreiche entwickelte Lösungen inzwischen einen Reifegrad, der eine Weiterentwicklung in industriellen Serienprojekten ermöglichen könnte. (Quelle: STADT:up)

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