Minga: Stadt München startet Pilottest mit autonomem ID.Buzz AD in Gern

Premiere an der Isar: Start des Testbetriebs für autonome On-Demand-Fahrzeuge im Stadtteil Gern mit drei Modellen vom Typ VW ID.Buzz AD. Die Landeshauptstadt sieht darin einen wichtigen Schritt zu mehr Flexibilität im ÖPNV. 

 

Gaben den Startschuss für den autonomen "Gern-Shuttle": Matthias Erb von IAV und Sinaida Cordes von SWM/MVG mit einem der drei Testfahrzeuge. | Foto: SWM/MVG
Gaben den Startschuss für den autonomen "Gern-Shuttle": Matthias Erb von IAV und Sinaida Cordes von SWM/MVG mit einem der drei Testfahrzeuge. | Foto: SWM/MVG
(erschienen bei VISION mobility von Johannes Reichel)

Erstmals findet in München der Test autonomer On-Demand-Fahrzeuge im öffentlichen Straßenraum statt – ein wichtiger Schritt zu einem noch flexibleren und effizienteren öffentlichen Nahverkehr. Im Stadtviertel Gern in Neuhausen-Nymphenburg startet der Testbetrieb mit drei autonom fahrende Fahrzeugen im Rahmen des Forschungsprojekts MINGA - zunächst noch ohne Fahrgäste und mit Sicherheitsfahrpersonal. Die Testfahrten im öffentlichen Straßenraum schließen an intensive Vorbereitungen, technische Integrationen und Abstimmungen mit den zuständigen Genehmigungsbehörden an.

Die Stadtwerke München (SWM), die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) und die Ingenieurgesellschaft für Auto und Verkehr (IAV) testen hiermit erstmals autonome On-Demand-Fahrzeuge im öffentlichen Straßenraum. Die IAV hat auf Grundlage eines VW ID. Buzz ein innovatives Shuttlefahrzeug entwickelt, das mit moderner Sensorik und Self-Driving-Software ausgestattet ist.

Grundlage für die Testfahrten ist eine Erprobungsgenehmigung nach der Verordnung für Kraftfahrzeuge mit autonomer Fahrfunktion (AFGBV), die SWM/MVG seit Mitte August 2026 vorliegt. Ziel der Testfahrten sind neben der technischen Leistungsfähigkeit die Anforderungen eines späteren Fahrgastbetriebs.

In einer ersten Phase testen die Projektpartner das autonome Fahrsystem auf festgelegten Strecken im Stadtteil. Dabei werden Daten zu Fahrverhalten, Verkehrsinteraktion und Betriebsstabilität gesammelt. Später soll das Testgebiet erweitert und ein On-Demand-Buchungssystem integriert werden, über das Fahrten per App bestellt werden können. Nach erfolgreichem Verlauf der Tests ist in einer späteren Projektphase auch die Mitfahrt ausgewählter Testnutzer*innen geplant. Interessierte können sich bereits unter mvg.de/minga-anmeldung registrieren.

Was zu beachten ist

Die Stadt München gibt zur Nutzung zudem einige Hinweise. Die Fahrzeuge seien im öffentlichen Straßenraum als Forschungsfahrzeuge erkennbar. Sie fahren vorausschauend und defensiv. Verkehrsregeln und Sicherheitsanforderungen hätten jederzeit Vorrang. Für andere Verkehrsteilnehmer*innen gelten keine besonderen Verhaltensregeln, versichert die Stadt. Da es vereinzelt zu ungewohnten, aber stets kontrollierten Fahr- oder Bremsmanövern kommen könne, sei es sinnvoll, stets einen Sicherheitsabstand zum Erprobungsfahrzeug zu halten.

Über das Projekt MINGA

Das Forschungsprojekt MINGA – „Münchens automatisierter Nahverkehr mit Ridepooling, Solobus und Bus -Platoons“ – untersucht, wie autonome Mobilitätsangebote künftig in den öffentlichen Nahverkehr integriert werden können. 16 Partner aus Verwaltung, Forschung, Wirtschaft und Industrie arbeiten unter Konsortialführung des Mobilitätsreferats zusammen. Neben dem On-Demand-Testbetrieb sollen bis Mitte 2027 auch ein autonomer Linienbus und ein Bus-Platoon unter realen Bedingungen erprobt werden. Das Vorhaben wird vom Bundesministerium für Verkehr mit rund 13 Millionen Euro gefördert.

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