Handy am linken Ohr spricht für Handy-Verstoß

Wer ein Handy ans linke Ohr hält, kann sich nicht damit herausreden, dass er nicht telefoniert habe, urteilte das Oberlandesgericht Hamm.

Ein Handy sollte man während der Fahrt besser gar nicht erst in der Hand halten, sondern nur über die Freisprecheinrichtung nutzen. (Foto: Dietmar Fund)
Ein Handy sollte man während der Fahrt besser gar nicht erst in der Hand halten, sondern nur über die Freisprecheinrichtung nutzen. (Foto: Dietmar Fund)
Dietmar Fund

Das bloße Halten eines elektronischen Gerätes wie eines Mobiltelefons stellt an sich noch keinen Verstoß gegen das sogenannte Handy-Verbot am Steuer da. Bei dem kommt es auf das Benutzen des Geräts an. Dennoch ist das Halten eines Mobiltelefons mit der linken Hand an das linke Ohr eine eindeutige und typische Art und Weise für das Telefonieren oder das Abhören einer Sprachnachricht. Aus dieser Haltung könne daher der „sichere Rückschluss auf die Benutzung einer Bedienfunktion“ gezogen werden. So urteilte das Oberlandesgericht Hamm in einem Fall, der das Aktenzeichen 4 RBs 30/19, OLG Hamm trägt.

In dem verhandelten Fall war ein Autofahrer wegen zu schnellen Fahrens mit dem Handy am linken Ohr geblitzt worden und hätte für beide Verstöße eine Geldbuße von 105 Euro bezahlen sollen. In seiner Rechtsbeschwerde gegen das Amtsgericht machte er geltend, dass das Halten des Mobiltelefons nicht ausreichend sei, sondern zusätzlich eine Nutzung des Gerätes erforderlich sei. Das verwarf der 4. Senat für Bußgeldsachen des OLG Hamm.

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