CDU/CSU-Kabinettsliste: Patrick Schnieder soll Verkehrsminister werden

(dpa) Acht Tage vor der geplanten Kanzlerwahl von Friedrich Merz steht das Minister-Tableau von CDU und CSU fest. Die SPD will ihre Mannschaft erst nach dem Mitgliederentscheid bekanntgeben. Eine Überraschung ist der CDU-Abgeordnete Patrick Schnieder als Verkehrsminister. Katherina Reiche und Dorothee Bär kehren zurück.

Patrick Schnieder (CDU) am Rednerpult des Deutschen Bundestags. | Foto: dpa/Bernd von Jutrczenka/dpa
Patrick Schnieder (CDU) am Rednerpult des Deutschen Bundestags. | Foto: dpa/Bernd von Jutrczenka/dpa
(erschienen bei VISION mobility von Johannes Reichel)

Eine politisch erfahrene Expertin aus der Energiewirtschaft, bekannte Bundespolitiker, Fachkompetenz aus den Ländern: Gut eine Woche vor der geplanten Wahl von Friedrich Merz zum Kanzler ist klar, wer bei der Union was werden soll. Der CDU-Vorsitzende und CSU-Chef Markus Söder haben ihren jeweiligen Parteiführungen das Tableau der von ihnen ausgewählten Ministerinnen und -Minister eines künftigen schwarz-roten Kabinetts vorgestellt. Neben etlichen bekannten Gesichtern gibt es auch einige wenige Überraschungen.

Verkehr: Patrick Schnieder - erfahrener Parlamentarier 

Der designierte Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder ist seit 2009 Mitglied des Bundestags. Der 56-Jährige hat den Wahlkreis Bitburg direkt gewonnen. In der vergangenen Legislaturperiode war der Jurist Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion - und damit Mitglied des Führungskreises um Fraktionschef Merz. Schnieder war daneben unter anderem auch stellvertretendes Mitglied im Verkehrsausschuss. In seiner künftigen Position dürfte er eine Schlüsselrolle haben bei der Umsetzung des riesigen Sondervermögens für Infrastruktur. Ein großer Teil des 500 Milliarden Euro schweren Sondertopfs dürfte in den Verkehr fließen, um marode Brücken und das Schienennetz zu sanieren. Schnieder löst den Pfälzer Volker Wissing (parteilos) als Verkehrsminister ab, womit das Ministerium von der Länderzuordnung aus Rheinland-Pfalz besetzt bleibt. 
 

Wirtschaft: Katherina Reiche - steile Karriere in Politik und Wirtschaft

Die Nominierung der 51-jährigen Katherina Reiche als Wirtschaftsministerin ist eine Überraschung. 1998 war sie mit 25 Jahren in den Bundestag eingezogen, dem sie bis 2015 angehörte. Sieben Jahre davon war sie Parlamentarische Staatssekretärin, saß auch im CDU-Bundesvorstand. Die geborene Brandenburgerin gilt als selbstbewusst und ehrgeizig - und ist bestens vernetzt. 

Von 2005 bis 2009 war Reiche stellvertretende Chefin der Unionsfraktion. Sie warb für neue Atomkraftwerke und warnte, Deutschland dürfe nicht sehenden Auges in eine Energiekrise hineinlaufen. Die Diplom-Chemikerin wechselte 2015 zum Verband kommunaler Unternehmen, der viele Stadtwerke vertritt. Fünf Jahre später übernahm sie den Vorsitz des Energieversorgers Westenergie.

Forschung: Dorothee Bär - Digital-Expertin

Dass Dorothee Bär diesmal Bundesministerin werden würde, hatte sich in den Koalitionsverhandlungen bereits abgezeichnet, als CSU-Chef Markus Söder sie in sein engstes Verhandlungsteam holte. Nun wird die 47-Jährige im schwarz-roten Kabinett neue Ministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt. Dabei scheiden sich an der Unterfränkin, die mit ihrem Social-Media-Auftritt und mit ihrem mitunter auffälligen Kleidungsstil eine der bekanntesten CSU-Politikerinnen ist, parteiintern die Geister: Auf Parteitagen wurde sie zwar wiederholt zu einer der stellvertretenden CSU-Vorsitzenden gewählt, aber meist mit einem schlechten Ergebnis. Andererseits halten sie viele für ein Talent, das sie einst auch als Digital-Staatsministerin unter Angela Merkel schon unter Beweis gestellt hat. Im Bundestag sitzt sie schon seit 2002. Bei der vergangenen Bundestagswahl wurde Bär bundesweite Erststimmenkönigin.

Logobanner Liste (Views)