Uber geht in die Luft – mit dem Heli nach Capri

Wer im Sommer an die Amalfiküste reist, braucht vor allem eins: Geduld. Die weltberühmte Küstenstraße, die sich in engen Serpentinen zwischen Positano und Vietri sul Mare entlangschlängelt, ist malerisch – und überlastet. Jahr für Jahr stauen sich dort Mietwagen, Busse, Roller, während die Luft flimmert und die Hupe zur Begleitmusik des Urlaubs wird.

In New York schon länger am Start - der Uber -Copter. Nun soll der Service für die Reichen auch in Italien zwischen Capri und Sorrento fliegen.| Foto: Uber
In New York schon länger am Start - der Uber -Copter. Nun soll der Service für die Reichen auch in Italien zwischen Capri und Sorrento fliegen.| Foto: Uber

Seit einiger Zeit versucht die Region gegenzusteuern – mit einer kuriosen Regelung, die von Besuchern in der Hauptsaison einiges an Disziplin verlangt: An geraden Tagen dürfen nur Fahrzeuge mit geraden Endziffern auf den Nummernschildern fahren, an ungeraden entsprechend nur die anderen.

Wer dem Straßenchaos entgehen will, braucht entweder gute Nerven – oder mehr Budget. Denn der Fahrdienstvermittler Uber plant, ab Ende Juli eine neue Option für zahlungskräftige Urlauberinnen und Urlauber: den "Uber Copter".

Luftige Alternative für wenige

Der Helikopterdienst soll zwischen dem 26. Juli und dem 23. August jeweils samstags und sonntags zwischen Sorrento und Capri pendeln. Wer morgens um 9 Uhr startet, wird um 17 Uhr wieder zurückgeflogen – für 250 Euro pro Person. Enthalten ist ein Tür-zu-Tür-Service, der Reisende vom Hotel bis zum Helipad bringt. Maximal sechs Passagiere passen in den Hubschrauber. Wer mitfliegen will, muss spätestens 48 Stunden vor Abflug über die Uber-App buchen.

Das Angebot richtet sich erklärtermaßen an Menschen, die „ihre Zeit stressfrei genießen wollen“, wie Uber-Managerin Anabel Diaz formuliert. Stressfrei, aber eben nicht barrierefrei: Das neue Angebot hat vor allem Symbolcharakter – und ist weniger Lösung als Exklusiv-Option.

Auch auf dem Wasser: Uber

Parallel zum Flugangebot kündigt Uber auch Bootsfahrten entlang der Küste an. Mit einer „Gozzo 35“, einem klassischen italienischen Holzboot, sollen ab Sorrento vierstündige Privattouren möglich sein – ebenfalls zwischen dem 26. Juli und dem 24. August. Ein Preis steht noch aus. Klar ist: Auch dieser Service dürfte sich eher an Paare mit Designerbadeanzügen als an Familien mit Strandtaschen richten.

Allerdings bleibt die exklusive Mobilität wetterabhängig. Fällt der Flug buchstäblich ins Wasser, steht auch der Uber-Kunde wieder im Stau.

Keine Verkehrsverbesserung für die Küste

Der Versuch, mit Helikoptern und Booten die Sommerlogistik zu entzerren, lässt sich als Angebot an eine zahlungskräftige Minderheit verstehen – nicht als Lösung für ein strukturelles Problem. Die Amalfitana bleibt für den Großteil der Reisenden ein Engpass. Und selbst wer mit dem Copter fliegt, entkommt ihr letztlich nicht ganz: In der Ferienregion ist der Bodenverkehr weiterhin nötig, ob für Transfers oder für alle, die nicht mit dem Hubschrauber zur Pizza fliegen wollen oder können.

 

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