„Toby, bitte ein Taxi“ – Wie eine KI den Hörer übernimmt
Der Wunsch ist so alt wie das Taxigewerbe selbst: Wenn der Hörer abhebt, soll am anderen Ende jemand sein, der zuhört, versteht – und zuverlässig ein Fahrzeug schickt. Genau das ist nun „Toby“. Die neue KI-Lösung von Taxi.de verspricht, das klassische Bestellgespräch am Telefon grundlegend zu verändern – ohne Personal, ohne Warteschleife und ohne Verständnisprobleme.
Was für viele Fahrgäste wie ein netter Zusatz klingt, ist für Taxiunternehmer unter Umständen ein Rettungsanker: Der Arbeitskräftemangel, steigende Kosten und der Konkurrenzdruck durch Plattformanbieter setzen die Branche seit Jahren unter Druck. Jetzt soll eine Software helfen, die sich anhört wie ein Mensch – aber keiner ist.
Immer freundlich, nie überfordert
Toby ist ein „AI Assistant“ – eine sprachgesteuerte, lernfähige Anwendung, die rund um die Uhr am Telefon Bestellungen entgegennimmt. Entwickelt von Taxi.de wurde das System gemeinsam mit Michael Much, Inhaber des traditionsreichen Taxiunternehmens Much in Bonn, erstmals im Echtbetrieb getestet.
Das Prinzip ist einfach: Wer anruft, spricht nicht mehr mit einer Mitarbeiterin oder einem Mitarbeiter, sondern mit Toby. Der digitale Assistent fragt freundlich nach dem Fahrziel, erkennt Dialekte, verarbeitet auch komplexere Wünsche und überträgt die Bestellung direkt in die Disposition – entweder an die Zentrale oder direkt an ein freies Fahrzeug.
„Das Feedback ist unglaublich“, so Much. „Jeder möchte die telefonische KI-Bestellannahme testen. Toby ist eine Weltneuheit, die fasziniert, weil jede Form der Bestellung oder Information für den Besteller durchgeführt werden kann“
Technik, die zuhört
In der Praxis funktioniert Toby wie ein Callcenter, das nie schläft. Auch in Stoßzeiten, etwa an Wochenenden, nimmt er alle Anrufe entgegen – gleichzeitig, ohne Wartezeiten. Für Betriebe bedeutet das: weniger Personalaufwand, konstante Servicequalität und weniger Risiko, Fahrgäste durch überlastete Leitungen zu verlieren.
Doch davon profitiert nicht nur der Betrieb. Für viele Fahrgäste, insbesondere ältere Menschen oder Personen ohne App-Erfahrung, ist das Telefon die bevorzugte Schnittstelle. Genau hier setzt Toby an: Die künstliche Intelligenz ist so programmiert, dass sie auch auf Fragen verständlich reagiert. Das System lernt mit jeder Nutzung dazu und wird so (noch) besser.
„Wir freuen uns sehr, mit Toby ein neues Kapitel in der telefonischen Bestellannahme aufschlagen zu dürfen. Gerade viele Taxiunternehmen und Zentralen, die durch Plattformanbieter oder der allgemeinen Kostenzunahme unter Druck geraten sind, können von dieser Lösung enorm profitieren“, betont Alex Brandenstein, Geschäftsführer von Taxi.de.
Gerade wenn klassische Personalmodelle an ihre Grenzen stoßen, könne Toby besonders kleinen und mittleren Unternehmen helfen, wettbewerbsfähig zu bleiben. Auch datenschutzrechtlich sei man auf der sicheren Seite, versichert der Anbieter. Toby erfülle alle gängigen Standards, übertrage Daten verschlüsselt und lasse sich nahtlos in bestehende Systeme integrieren.
Testweise im Einsatz
Interessierte Unternehmen können Toby bereits testen – über eine spezielle Rufnummer (+496994323357) lässt sich der KI-Assistent simuliert erleben.
Die Resonanz sei groß, sagt Brandenstein. Denn für Ihn steht fest: Die Digitalisierung im Taxigewerbe schreitet voran. Und sie geschieht nicht immer auf dem Smartphone – manchmal hebt sie ganz einfach den Hörer ab.
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