TMV warnt vor Bürokratie: Länder gestalten Kleine Fachkunde künftig selbst

Mit dem neuen Beschluss endet die bundesweite Fachkundedebatte. Der TMV sieht Chancen für flexible Lösungen, fordert aber klare Verfahren, kurze Wege und den Erhalt bewährter Schulungsmodelle im ländlichen Raum.

Aktenordner mit Unterlagen und Laptop symbolisieren die Verwaltungsarbeit rund um die neue Zuständigkeit der Länder für die Kleine Fachkunde im Personenbeförderungsgewerbe. | Symbolbild: KI-generiert
Aktenordner mit Unterlagen und Laptop symbolisieren die Verwaltungsarbeit rund um die neue Zuständigkeit der Länder für die Kleine Fachkunde im Personenbeförderungsgewerbe. | Symbolbild: KI-generiert

Die Verkehrsministerkonferenz (VMK) hat beschlossen, die bisher bundesweit geplante Regelung zur sogenannten Kleinen Fachkunde in der Fahrerlaubnisordnung zu beenden. Statt einer einheitlichen Vorgabe erhalten die Bundesländer künftig die Möglichkeit, selbst über die Einführung und Ausgestaltung entsprechender Qualifikationsanforderungen zu entscheiden.

Der Beschluss gilt als Kompromiss nach einer vierjährigen Phase kontroverser Diskussionen über eine bundeseinheitliche Lösung. Mehrere Länder hatten sich im Vorfeld für eine dezentrale Zuständigkeit ausgesprochen, um flexibler auf regionale Unterschiede reagieren zu können.

TMV fordert praxisnahe Umsetzung in den Ländern

Der Taxi- und Mietwagenverband Deutschland (TMV) begrüßt die Entscheidung grundsätzlich, mahnt jedoch eine praxisorientierte Umsetzung an. Nach Auffassung des Verbandes sollten bestehende regionale Qualifizierungsstrukturen, insbesondere im ländlichen Raum, fortgeführt werden. Diese hätten sich vielerorts bereits bewährt und sollten nicht durch neue bürokratische Verfahren ersetzt werden.

Zugleich warnt der TMV davor, dass in den Ländern erneut langwierige Abstimmungsprozesse entstehen könnten, die den praktischen Bedürfnissen des Gewerbes nicht gerecht werden. Der Verband verweist darauf, dass frühere Diskussionen durch mangelnde Einbindung der Fachpraxis und unklare Zuständigkeiten geprägt gewesen seien.

Einbindung des Gewerbes gefordert

Für die nun bevorstehenden Landesregelungen empfiehlt der TMV eine enge Zusammenarbeit der Landesregierungen mit den jeweiligen Landesverbänden des Taxi- und Mietwagengewerbes. Nur durch frühzeitige Einbindung der Branche könne eine fachlich fundierte und effiziente Umsetzung gewährleistet werden.

Besonderes Augenmerk legt der Verband auf die Integration kundenorientierter Schulungsinhalte in mögliche Fachkundekonzepte, um die Qualität der Dienstleistung im Personenbeförderungsbereich langfristig zu sichern. (Quelle: TMV)

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