Leipzig plant mehr Ladepunkte für Taxis: Stadtrat ebnet Weg zur E-Mobilität

Leipzig will den Umstieg auf Elektro-Taxis vorantreiben. Nach kontroverser Debatte beschloss der Stadtrat, die Ladeinfrastruktur an Mobilitätsstationen auszubauen. Damit sollen künftig auch Taxiunternehmen von neuen Lademöglichkeiten profitieren.

Symbolbild: Eine Ladesäule für Elektrofahrzeuge. Leipzig plant den Ausbau der Ladeinfrastruktur, um künftig auch dem Taxigewerbe den Umstieg auf E-Mobilität zu erleichtern. | Foto: Ernest Ojeh via Unsplash
Symbolbild: Eine Ladesäule für Elektrofahrzeuge. Leipzig plant den Ausbau der Ladeinfrastruktur, um künftig auch dem Taxigewerbe den Umstieg auf E-Mobilität zu erleichtern. | Foto: Ernest Ojeh via Unsplash

Der Leipziger Stadtrat hat sich in seiner Sitzung am 29. Oktober mit der Frage beschäftigt, wie das Taxigewerbe der Stadt den Umstieg auf Elektrofahrzeuge bewältigen kann. Im Mittelpunkt stand ein Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, die den Ausbau der Ladeinfrastruktur für Taxis fordern.

Antrag der Grünen: Ladeinfrastruktur als Schlüssel für den Umstieg

Nach Auffassung der Grünen ist das Taxigewerbe ein wichtiger Bestandteil des öffentlichen Personennahverkehrs. Aufgrund der hohen täglichen Fahrleistungen könne die Umstellung auf Elektromobilität erheblich zur Reduzierung von CO₂-Emissionen und Luftschadstoffen beitragen.
Als zentrales Hindernis sehen die Antragsteller die derzeit unzureichende Ladeinfrastruktur an Taxiständen. Vorgeschlagen wurde, Ladesäulen direkt an diesen Standorten zu installieren, um den Fahrerinnen und Fahrern das Laden während der Wartezeiten zu ermöglichen.

Beispiele aus anderen Städten

Zur Begründung verwiesen die Grünen auf Beispiele aus anderen Städten. In Hamburg wurden im Rahmen des Projekts „Zukunftstaxi“ an 13 Standorten Schnellladestationen speziell für Elektro-Taxis eingerichtet. München unterstützt seit Anfang 2024 mit einem eigenen Förderprogramm die Umstellung der Taxiflotte auf emissionsfreie Fahrzeuge.
Auch in Leipzig soll der Aufbau der Ladeinfrastruktur durch die Beteiligung des Gewerbes und über Förderprogramme – etwa der KfW – finanziell unterstützt werden.

Skepsis der Stadtverwaltung

Das Amt für Wirtschaftsförderung äußerte sich in seiner Stellungnahme zurückhaltend. Nach Einschätzung der Verwaltung wäre der Bau von Ladesäulen direkt an Taxiständen wenig wirtschaftlich. Diese dürften nicht von privaten Fahrzeugen genutzt werden, was zu einer geringen Auslastung führen würde. Zudem sei das Laden in Taxizentralen oder an privaten Standorten für Fahrerinnen und Fahrer kostengünstiger als an öffentlichen Säulen.

Ein Sonderfall könne laut Verwaltung der Bau von Schnellladestationen an stark frequentierten Taxi-Hotspots wie dem Hauptbahnhof sein. Dort solle geprüft werden, ob künftig bei steigender Zahl von E-Taxis entsprechende Ladepunkte entstehen könnten.

Ausbau an Mobilitätsstationen vorgesehen

Als alternative Lösung schlägt die Verwaltung vor, bestehende Mobilitätsstationen mit zusätzlichen Ladepunkten auszustatten. Diese sollen sowohl der allgemeinen Öffentlichkeit als auch dem Taxigewerbe zur Verfügung stehen. Darüber hinaus will die Stadt Taxiunternehmen bei der Beantragung von Fördermitteln für den Aufbau eigener Ladeinfrastruktur unterstützen.

Bestehendes Ladenetz und Beschlusslage

In Leipzig gibt es derzeit rund 1.300 Ladepunkte an etwa 350 Standorten. Das Netz soll mit dem wachsenden Anteil an Elektrofahrzeugen weiter ausgebaut werden.
Der Stadtrat stimmte letztlich über den Verwaltungsstandpunkt ab. Mit 42 Ja-Stimmen, 12 Nein-Stimmen und 4 Enthaltungen wurde das Konzept angenommen. In Zusammenarbeit mit den Leipziger Stadtwerken ist nun der schrittweise Ausbau der Ladeinfrastruktur an Mobilitätsstationen vorgesehen. (Quelle: Leipziger Zeitung)

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